Deutschland, 
2020 

Luisa Antonia 
Fleiige Schlerin 

Im 
gleichen 
Jahr, 
in 
dem 
Luisa 
Antonia 
in 
Kln 
zur 
Welt 
kam, 
wurde in Deutschland auch eine Versicherung der beson 
deren Art geboren. ERGO ist die erste Versicherung, die sich konsequent an den Wnschen und Bedrfnissen ihrer Kunden 
orientiert. Wie viele Verbraucher dieses Ziel begren, zeigen die zahlreichen Reaktionen nach dem Start. Wenn Luisa Antonia 
ihren zehnten Geburtstag feiert, drfte sich das Verstndnis vom Absichern und Versichert Werden daher grundlegend 
gewandelt haben. 


WEITER 
DENKEN 
MUNICH RE 2010 


ERSTVERSICHERUNG hh ERGO 05 05 

Eine 
Versicherung 
der 
besonderen 
Art 


Weitere 
Informationen: 
www.ergo.com/markenlaunch 

Mit ihrem neuen Markenauftritt erfindet sich die Erst-
versicherungstochter von Munich Re neu  und das Ver-
hltnis von Versicherung und Kunden gleich mit. // 


Wer 
mit 
Verbrauchern 
ber ihre Meinung zu Ver-
sicherungen spricht, erfhrt hufig von Enttuschung, 
Unzufriedenheit und Misstrauen. Versicherungs-
vertreter gilt hierzulande als der unbeliebteste Beruf, 
noch vor dem des Politikers, Lkw-Fahrers oder Straen-
kehrers. Und ihren Versicherern geben die Deutschen 
auf einer Skala von 1 (uerst vertrauenswrdig) bis 
6 (berhaupt nicht vertrauenswrdig) lediglich die 
Note 3,3  ein enttuschendes Zeugnis fr eine Bran-
che, die wie kaum eine andere vom Vertrauen ihrer 
Kunden lebt. Was aber strt die Menschen eigentlich 
genau an Versicherungen? Weshalb fhlen sie sich 
zwar heftig umworben, aber nur selten gut bera-
ten? Und vor allem: Wie msste eine Versicherung 
beschacen sein, die Kundenwnsche und rgernisse 
ernst nimmt? 

Diese 
Fragen 
hat 
die 
ERGO 
Versicherungsgruppe 


im vergangenen Jahr intensiv untersucht  und mit 
einer Konsequenz beantwortet wie kaum ein anderer 
Versicherer zuvor. Zunchst hatten Interviewer des 
angesehenen Nrnberger Marktforschungsinstituts 
Icon im ERGO-Auftrag mehr als 6.000 reprsentativ 
ausgewhlte Deutsche zu ihren Assekuranz-Erfah-
rungen befragt  und waren mit ziemlich ernchtern-
den Ergebnissen zurckgekehrt. So glaubt nur gut 
die Hlfte der Kunden, dass sich ihre Versicherung 
stark fr sie einsetze. Mehr als ein Drittel der Befrag-
ten bemngelte, ihr Versicherer halte Zusagen nicht 
ein und biete kein gutes Preis-Leistungs-Verhltnis. 
Versicherungsprodukte sind unbersichtlich lautete 

ein weiteres typisches Statement. Die Anbieter infor-
mieren nicht ber das Kleingedruckte ein anderes. 
Beklagt wurden auch die Unpersnlichkeit des Ser-
vice, die Intransparenz der Produkte und die mangeln-
de Nachvollziehbarkeit der Leistungsversprechen. 

Die Finanzkrise hat dazu gefhrt, dass die Men-
schen heute genauer hinschauen und mehr Fragen 
stellen, sagt Dr. Torsten Oletzky, Vorstandsvorsitzen-
der der ERGO Versicherungsgruppe. Ihnen wird 
wichtiger, genau zu verstehen, was sie unterschreiben. 
Und sie haben vllig zu Recht den Anspruch, fair und 
gut verstndlich informiert zu werden. 

Und 
weil 
das 
so 
ist, 
hat ERGO ihre Strategie im ver-
gangenen Jahr nicht nur neu, sondern durchgehend 
an den Wnschen und Bedrfnissen von Kunden aus-
gerichtet. Unter der in Deutschland bis dato weithin 
unbekannten Marke ERGO hat der Erstversicherer 
von Munich Re seine Marken Hamburg-Mannheimer 
und Victoria zusammengefhrt und eine Versiche-
rung der neuen Art etabliert. Aus den ehemaligen 
KarstadtQuelle Versicherungen wurde ERGO Direkt. 
Wir haben mit der Positionierung der Marke ERGO 
die groe Chance, das zu ndern, was Menschen an 
Versicherungen gestrt hat, sagt Thomas Bischof, 
Leiter Konzernentwicklung bei ERGO. 

So 
arbeitet 
ERGO 
heute 
auf eine auergewhnlich 
klar verstndliche Kommunikation sowie eine kon-
sequente Feedback-Kultur hin und unterstreicht 
ihre Kundenorientierung durch die neu geschacene 
Institution eines ERGO-Kundenanwalts. Auch der 
Relaunch der Markenstrukturen hat fr Kunden vieles 
vereinfacht. So ist das breite Portfolio an Lebens-, 
Schaden-und Unfallversicherungen von ERGO heute 


ERGO 
ist mit ber 20 Milliarden Euro Beitragseinnahmen eine der groen europischen Versicherungsgruppen 
in Deutschland und Europa. Das Unternehmen ist weltweit in mehr als 30 Lndern vertreten und konzentriert sich auf 
die Regionen Europa und Asien. Im Heimatmarkt Deutschland gehrt ERGO zu den Marktfhrern. ERGO bietet ein 
umfassendes Spektrum an Versicherungen, Vorsorge und Dienstleistungen. 

>>>>> 
MUNICH RE 2010 WEITER 
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ERSTVERSICHERUNG 

unter dem einen starken Markennamen, aber gleich-
zeitig auf mehreren Vertriebskanlen verfgbar. Egal 
ob ein Kunde persnlich oder per Telefon beraten 
wird oder online nach Feierabend oder am Wochen-
ende eine Versicherung abschlieen mchte  bei 
ERGO erhlt er auf jedem Weg ein faires, starkes 
Angebot. 

All das bedeutete fr ERGO einen enormen Auf-
wand. 28.000 Internet-und Intranetseiten mussten 
gendert, acht Millionen Kunden angeschrieben 
und 16,2 Millionen Broschren gedruckt und verteilt 
werden. 130 Growerbeflchen an Dchern und 
Fassaden wurden frisch bestckt, 1.700 Ladenlokale 
und 1.000 Agenturen der Victoria und Hamburg-
Mannheimer mit Leuchtreklamen und Schildern im 
neuen ERGO-Look ausgestattet. Zeitweise waren 
mehr als 1.200 Mitarbeiter plus externe Dienstleis-
ter mit der Umsetzung des Projekts Neue ERGO 
beschftigt. 

Damit 
Verbraucher 
schnell 
und 
umfassend 
von der 
Versicherung der neuen Art erfuhren, startete ERGO 
eine 360-Grad-Werbekampagne in nahezu allen 
wichtigen Medien. Wer immer im Herbst vergange-
nen Jahres eines der wichtigen deutschen Nachrich-

tenportale anklickte, seinen Fernseher einschaltete, 
eine groe deutsche Tageszeitung aufschlug, zu 
Spiegel, Zeit oder Stern gric oder einfach nur 
mit ocenen Augen durch eine bundesdeutsche Gro-
stadt spazierte, machte unweigerlich Bekanntschaft 
mit der neuen ERGO. Ihr Versprechen: ERGO  Ver-
sichern heit verstehen. Budget: ein mittlerer zwei-
stelliger Millionenbetrag. Resonanz: berwltigend. 

Nach 
ihrer 
Freischaltung 
gingen 
auf 
der 
Online-
Plattform 
www.millionen-gruende.de teilweise 
mehrere Hundert Kundenbeitrge pro Tag ein. Sie 
war die erste Website, ber die Nutzer direkt ihre 
Erwartungen an Service und Schutz einer Versiche-
rung platzieren knnen  und das Feedback zeigt, 
dass eine solche Mglichkeit lngst berfllig war. 

Kritik 
und 
Anregungen 
werden von ERGO sorgfltig 
geprft und in verbesserte Produkte und Dienstleis-
tungen bersetzt. Wir bemhen uns konsequent 
um ein besseres Verstndnis der Kundenbedrfnisse 
und -wnsche, sagt Thomas Bischof. Erst auf dieser 
Grundlage gestalten wir die entsprechenden Produkte. 
Das klingt eigentlich selbstverstndlich, ist aber, wenn 
man um die Erfahrungen der Verbraucher wei, kaum 
weniger als eine Revolution. // 


20.000.000 
Kunden in Deutschland 
22.000selbststndige Vermittler 
ber 40.000.000 
Kunden weltweit ber 20 Mrd. Euro 
Beitragseinnahmen 
ber 116 Mrd. Euro 
Kapitalanlagen 
d 
33.000Mitarbeiter 
ERGO 
im 
berblick: 
ber 50.000 Menschen arbeiten als angestellte Mitarbeiter oder als hauptberufliche selbststndige Ver-
mittler fr die Versicherungsgruppe. Heute vertrauen ber 40 Millionen Kunden der Kompetenz, Sicherheit und Hilfe von ERGO 
und ihren Spezialisten in den verschiedenen Geschftsfeldern. Die Kapitalanlagen von ERGO in Hhe von ber 116 Milliarden 
Euro werden dabei ganz berwiegend vom Vermgensmanager und Fondsanbieter MEAG betreut, der ebenfalls zu Munich Re  
einem der weltweit fhrenden Rckversicherer und Risikotrger  gehrt. 

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MUNICH RE 2010 


Indien, 
2030 


Ayaan 
Glcklicher Vater 

Noch 
liegt 
die 
Sterblichkeit 
indischer 
Suglinge 
fast 
neun 
Mal 
hher 
als 
die 
von 
Neugeborenen 
in 
Deutschland. 
In 20 Jahren 
aber, wenn Ayaan in einem Alter ist, in dem er selbst Kinder hat, drfte das Sterblichkeitsrisiko fr Babys weitaus geringer 
sein. Besonders in Indiens Grostdten entstehen hochmoderne Kliniken, die medizinische Versorgung nach hchsten 
Standards gewhrleisten. Und Versicherer wie Apollo Munich Health sorgen mit dafr, dass eine gute Gesundheitsversorgung 
fr Inder aus allen Bevlkerungsschichten erreich und bezahlbar wird. 


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MUNICH RE 2010 


KRANKENVERSICHERUNG hh APOLLO MUNICH HEALTH 

Vom 
Erwachen 
eines 
Elefanten 


Weitere 
Informationen: 
www.apollomunichinsurance.com 

Seit Indien sich dem Weltmarkt geAnet hat, wchst 
die Wirtschaft des Subkontinents in atemberauben-
dem Tempo. Allein das Volumen der Krankenversiche-
rungen hat sich binnen acht Jahren verzwlAacht. 
Warum das so ist und weshalb die Branche dennoch 
erst ganz am Anfang steht, erklrt Antony Jacob, CEO 
von Apollo Munich Health. // 

Indien 
ist 
das 
Land 
der 
Feste. 
Ich wurde in Trichur 
im indischen Bundesstaat Kerala geboren, einer 
Stadt, die bekannt ist fr ihr jhrliches Elefantenfes-
tival. Meine Mutter brachte mich zu Hause und mit 
Untersttzung einer Hebamme zur Welt. Htte es bei 
meiner Geburt Komplikationen gegeben, wre ein 
freundlicher Hausarzt in der Nhe gewesen und in 
einiger Entfernung auch ein einfaches Missionskran-
kenhaus. Allerdings musste, wer damals ein Hospital 
aufsuchte, die Behandlungskosten hufig vorab in 
bar entrichten (eine Bedingung, die in einigen Kran-
kenhusern bis heute blich ist). Die Versicherer, die 
1972 verstaatlicht wurden, boten zum Teil gar keine 
Krankenversicherung an. Und wenn doch, erstatteten 
sie die Kosten mit Verzgerung oder gar nicht. Ohne-
hin verfgten nur wenige Inder ber einen derartigen 
Schutz. 

Nach 
meiner 
Schulzeit 
wechselte ich zum Studium 
an das Loyola College in Chennai. Zunchst arbeitete 
ich ein paar Jahre in Kolkata, Hyderabad und Neu-
Delhi, dann eine Zeitlang in Grobritannien und Neu-
seeland. Das Indien, in das ich danach zurckkehrte, 
war ein ganz anderes. In puncto Gesundheitsversor-
gung hnelt es heute einer Nation im Highspeed-
Modus. Wenn ich in Neu-Delhi oder einer anderen der 
65 stdtischen Grorume des Landes ein Kranken-

haus aufsuche, wei ich mich in der Obhut hervor-
ragend ausgebildeter rzte und Pfleger, die mit 
modernsten medizinischen Technologien ausgestat-
tet sind. Um gesundheitlich ausgezeichnet versorgt 
zu werden, muss heute kein Inder mehr das Land 
verlassen. Das ist die gute Nachricht. 

Die 
weniger 
gute 
lautet, 
dass erst eine relativ kleine 
Bevlkerungsschicht Zugang zu diesen Dienstleis-
tungen geniet. Dem State-of-the-Art-Angebot in 
den Grostdten steht eine lckenhafte Versorgung 
in den Provinzen gegenber. Mit durchschnittlich 
einem Krankenhausbett pro 1.000 Einwohnern liegt 
Indien weit hinter den Werten Chinas (4,3) und West-
europas, wo fr 1.000 Brger im Schnitt 7,4 Betten 
bereitstehen. Fr die Menschen, die Zugang zu Ge-
sundheitsleistungen haben, stellt sich ein weiteres 
Problem: Mehr als 40 Prozent aller Inder, die sich im 
Krankenhaus behandeln lassen, mssen sich Geld 
leihen oder Besitztmer verkaufen, um ihre Behand-
lung bezahlen zu knnen. Gesundheitsausgaben 
zhlen zu den drei wichtigsten Ursachen fr Armut 
im Land. Angesichts der steigenden Kosten fr die 
medizinische Versorgung wird der Bevlkerung zu-
nehmend bewusst, dass sie das Risiko nicht mehr 
durch Ersparnisse und Darlehen abdecken kann. Da-
her mssen jetzt neue Wege gefunden werden, wie 
die Menschen diese Ausgaben finanzieren knnen. 

Beide 
Seiten 
der 
Medaille 
 ein hochwertiges me-
dizinisches Angebot, das aber mit steigenden Kosten 
einhergeht  belegen, dass wir hier genau zur rich-
tigen Zeit am richtigen Ort agieren. Die weltweiten 
Erfahrungen zeigen, dass die private Krankenver-
sicherung sich mit am besten dafr eignet, Gesund-
heitsausgaben zu finanzieren. Mit 320 Millionen Gut- 


Apollo 
Munich 
Health 
Insurance 
ist ein Joint Venture der indischen Apollo Hospitals Group und Munich Health. 
Mit ber 1.000 Mitarbeitern und rund einer Million Versicherten wird das Unternehmen im Geschftsjahr 2010/11 
voraussichtlich 46,6 Millionen US-Dollar Prmien erlsen und so sein Vorjahresergebnis verdoppeln. Fr die 
kommenden fnf Jahre strebt Apollo Munich Health ein Wachstum des Prmienvolumens von jeweils 25 Prozent 
pro Jahr an. 

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MUNICH RE 2010 WEITER 
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10 

KRANKENVERSICHERUNG 

oder Hochverdienern gibt es eine gewaltige Anzahl 
von Indern, die sich dies leisten knnen und werden. 
Wer heute von Indien spricht, spricht von einem er-
wachenden Elefanten, dessen Bruttosozialprodukt 
jhrlich um sieben und Durchschnittseinkommen 
um 14 Prozent zulegen. Indiens Mittelschicht betrgt 
mittlerweile das Vier-bis Fncache der Einwohner-
zahl Deutschlands, und das zeigt sich auch in den 
Wachstumsraten der privaten Krankenversicherun-
gen. In den vergangenen acht Jahren hat sich ihr Pr-
mienaufkommen verzwlcacht. Dennoch verfgen 
weniger als drei Prozent aller Inder ber eine private 
Absicherung gegen gesundheitliche Risiken. Warum 
ist das so? Ein naheliegender Grund besteht darin, 
dass die gut verdienenden Inder erst einmal andere 
Prioritten haben. Meine Landsleute investieren tra-
ditionell vor allem in Grund und Boden, Schmuck 
oder ein eigenes Haus. Solange Gesundheitsversor-
gung relativ wenig kostete, stand eine Krankenver-
sicherung berhaupt nicht zur Debatte  man ging 
davon aus, die Rechnungen aus eigenen Ersparnissen 
bestreiten oder dafr von Freunden oder Angehrigen 
Geld leihen zu knnen. Hinzu kam das mangelnde 
Vertrauen in Versicherungen  ein Erbe der Pr-
Liberalisierungsra, als Versicherungsschutz noch 
ein rein staatliches Geschft war, das als kompliziert 
galt und fr Verbraucher wenig nachvollziehbar war. 

Mit 
Apollo 
Munich 
Health 
verfgen wir ber die 
besten Voraussetzungen, das Vertrauen des Markts 
zu gewinnen. Der indische Joint-Venture-Partner, die 
Apollo Hospitals Group, ist mit 50 Krankenhusern, 
einer landesweiten Kette eigener Apotheken, Bera-
tungsdienstleistern und namhaften medizinischen 
Forschungseinrichtungen Asiens grter integrierter 
Gesundheitsanbieter. Wir bringen also die Praxiser-
fahrung des fhrenden Gesundheitsdienstleisters mit 
der Versicherungsexpertise des weltweit fhrenden 
Rckversicherers zusammen. Fr die nchsten fnf 
bis zehn Jahre erwarten wir ein Umsatzwachstum 
von 25 Prozent  pro Jahr. Es drfte nur wenige Bran-
chen auf der Welt geben, die ein derart kontinuier-
liches und krftiges Wachstum aufweisen knnen. 

Auf 
einem 
denkbar 
niedrigen 
Niveau 
sind wir aller-
dings auch gestartet. Selbst wenn unsere Branche 
in diesem Tempo weiterwachsen sollte, wird in zehn 
Jahren erst jeder zehnte Inder krankenversichert sein. 
Rechnet man staatliche und private Ausgaben zu-
sammen, liegen die Pro-Kopf-Aufwendungen fr Ge-
sundheit in den USA bei 7.285 Dollar und immerhin 

noch bei 233 Dollar in China. In Indien sind es ganze 
109 Dollar pro Einwohner und Jahr. 

Whrend 
meiner 
Reisen 
durch 
Indiens 
Stdte 
sehe 
ich aber berall Zeichen des Wandels. Die rasche Ur-
banisierung lsst stdtische Ballungszentren mit der 
ntigen kritischen Masse entstehen, die es braucht, 
um erstklassige medizinische Zentren finanzieren 
und betreiben zu knnen. Damit werden indische 
Krankenhuser zunehmend interessanter fr indische 
rzte und Pfleger, von denen immer noch viele das 
Land verlassen, um besser bezahlte Stellen im Aus-
land anzutreten. Gut mglich, dass in naher Zukunft 
indische rzte aus dem Ausland zurckkehren, um 
in den Praxen und Kliniken ihrer Heimat zu arbeiten. 

Diese 
Entwicklung 
bezieht 
sich 
jedoch 
nur 
auf 
die 
Stdte. 
Ein ganz anderes Bild bietet sich auf dem 
Land und fr jene etwa 400 Millionen Inder, die im-
mer noch unterhalb der Armutsgrenze leben. Fr sie 
hat die indische Regierung krzlich mit einem neuen 
Programm erstmals einen extrem preiswerten Ver-
sicherungsschutz aufgelegt. Fr einen Jahresbeitrag 
von weniger als einem US-Dollar kann sich eine fnf-
kpfige Familie einen Basis-Krankenversicherungs-
schutz kaufen. Finanziert wird das Programm im 
Wesentlichen von Bundes-und Landesregierungen, 
getragen von privaten Anbietern wie uns  ein Para-
debeispiel fr eine centlich-private Partnerschaft. 

Fr 
uns 
ist 
die 
Versicherung 
der 
rmsten 
ein Geschft, 
das sich wie jedes andere selbst tragen muss. Aber 
es ist eines, auf das wir sehr stolz sind, weil es helfen 
wird, unser Land zu verndern. 

Angesichts 
der 
Chancen, 
die sich uns bieten, und 
des gesellschaftlichen Nutzens, den Versicherungen 
bringen, habe ich heute, zu dieser Zeit, mit dieser 
Aufgabe und an diesem Ort zweifellos einen der 
besten Jobs der Welt. // 


ANTONY 
JACOB 


APOLLO MUNICH HEALTH L 

GUR GAO N / 
INDIEN 


( Wachstum 
) 
( Gesundheit 
) 
( Zukunft 
) 


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MUNICH RE 2010 


KRANKENVERSICHERUNG 

Ein 
Land 
von 
nahezu 
der 
Gre 
der 
Europischen 
Union, aber mit mehr als doppelt so vielen Einwohnern. Sechs Klima 
zonen, 21 ocizielle Sprachen, 1,2 Milliarden Menschen. Immer noch ein Entwicklungsland, in dem das durchschnittliche 
Jahreseinkommen bei 708 Euro liegt und auf dessen Straen das Tempo vom Rhythmus der Ochsenfuhrwerke und 
Rikschas diktiert wird. Gleichzeitig aber die grte Demokratie und eine der dynamischsten, am schnellsten wachsenden 
Wirtschaftsnationen der Erde: Indien ist alles zugleich. 

MUNICH RE 2010 WEITER 
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Senegal, 
2040 

Amina 
Elektroingenieurin 

Amina 
stammt 
aus 
einem 
Kontinent, 
auf 
dem 
ehrgeizige 
Plne 
geschmiedet 
werden. 
In den kommenden Jahrzehnten wird 
die Industrieinitiative Dii die Rahmenbedingungen fr ein Netz von Sonnen und Windkraftwerken in Afrika erarbeiten, 
das klimaneutralen Strom fr die Region und fr Europa liefern soll. Weil die Dii Initiative neben klimaneutraler Energie auch 
wirtschaftliches Wachstum, Bildungsangebote und Arbeitspltze erzeugen wird, ercnet das Projekt eine nachhaltige 
Chance fr den Kontinent. Und vielleicht wird ja auch Amina ihren Beitrag dazu leisten zum Beispiel als Elektroingenieurin 
bei einem Solarkraftwerk. 


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MUNICH RE 2010 


KOMMENTAR hh MNCHENER RCK AG 

Versicherung 
 
ein 
Versprechen 
fr 
die 
Zukunft 


Was hat Munich Re mit der Stromerzeugung in Nordafrika zu tun? 
Warum kmmert sie sich um lbohrungen in der Tiefsee? 
Berechtigte Fragen, auf die der Vorstandsvorsitzende von Munich Re, 
Nikolaus 
von 
Bomhard, 
Antwort gibt. 


Gut eineinhalb Jahre ist es her, dass in Mnchen ein Energie-und Infrastrukturprojekt bis dato 
ungekannter Grenordnung startete. Zusammen mit Grounternehmen aus dem In-und Aus -
land hat Munich Re im Juli 2009 gemeinsam mit der Desertec Foundation die Industrieinitiative 
Dii angestoen. Sie soll die Voraussetzungen dafr schaKen, dass in den kommenden Jahren ein 
Netz aus vielen Hundert Sonnen-und Windkraftwerken im Norden Afrikas sowie im Nahen und 
Mittleren Osten aufgespannt werden kann. Ihr Ziel: die Versorgung weiter Teile dieser Region und 
Europas mit klimaneutral erzeugtem Strom. Ihr Zeithorizont: 40 Jahre. Geschtztes Investitions-
volumen: viele Milliarden Euro. Die enorme Resonanz auf den Start dieses Wstenstromprojekts 
hat mich sehr gefreut. Auch wenn darunter viele durchaus kritische Fragen waren: Was hat ein Ver-
sicherer eigentlich mit der Erzeugung von kostrom zu schaKen? Was verspricht sich Munich Re 
von ihrem Dii-Engagement? Und warum konzentriert sich einer der weltweit fhrenden Risikotrger 
nicht auf sein Kerngeschft? 

Die grundstzliche Antwort auf diese Fragen lautet: Weil es unserem Anspruch als Unternehmen 
entspricht, gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen angesichts einer der groen Heraus-
forderungen der Menschheit  des Klimawandels und seiner Folgen. Wir drfen nicht schwei -
gen und mssen handeln bei diesem Thema, wenn wir aufgrund unseres Wissens oder unserer 
Einflussmglichkeiten Lsungen mit entwickeln oder untersttzen knnen. Auf all diese Fragen 
gibt es aber auch eine naheliegendere Antwort: Was sich mit dem Klimawandel abzeichnet, 
berhrt direkt unser Kerngeschft. Wetterbedingte Naturkatastrophen nehmen zu, und daran hat 
der Klimawandel vermutlich seinen Anteil. Die Folgen einer ungebremsten globalen Erwrmung 
knnten langfristig so gravierend werden, dass in einigen Jahrzehnten in einzelnen Regionen fr 
Menschen und Unternehmen kein ausreichender Versicherungsschutz mehr darstellbar wre. 
Dieses Szenario lsst sich nach heutigem Wissen mit groer Wahrscheinlichkeit nur verhindern, 
wenn die Erwrmung auf die oft zitierten zwei Grad begrenzt wird. 

Die Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon und die darauf folgende lkatastrophe hat im 
vergangenen Jahr deutlich gemacht, welche schwerwiegenden Risiken mit groen technischen 
Anlagen verbunden sind. Umweltschden, wie die im Golf von Mexiko, galten bislang als unver-
sicherbar. Damit auch in Zukunft sichergestellt ist, dass solche Schden bezahlt werden und 
nicht der Steuerzahler dafr geradestehen muss, haben wir ein Konzept entwickelt, mit dem groe 
Deckungssummen fr eine lkatastrophe von der Versicherungswirtschaft bereitgestellt werden 
knnen. Diese innovative Idee wurde von der Kentlichkeit ebenso wie von Versicherern und Maklern 
sehr gut aufgenommen. 

Beides  der sogenannte Oil Spill Cover und die Wstenstrominitiative  sind Beispiele fr die 
Schrittmacherfunktion der Assekuranz. Unsere Produkte ermglichen es, dass Risiken einge -
gangen und Innovationen gewagt werden. Diese Innovationen sind ntig, um die groen Heraus-
forderungen unserer Zeit zu meistern. Wir beobachten klimatische, gesellschaftliche und 
tech nologische Vernderungen und analysieren den Bedarf an Risikoabsicherung und damit das 
Geschftspotenzial; so entwickeln wir beispielsweise auch Versicherungskonzepte fr sehr ver-
schiedene Risiken rund um die Gewinnung und den Einsatz von erneuerbaren Energien. 

Zusammenfassen lassen sich alle diese Aktivitten unter einem BegriJ, der in den vergange -
nen Jahren leider hufig berstrapaziert worden ist. Und dennoch beschreibt Nachhaltigkeit sehr 
gut, was uns leitet. Denn Versicherung ist ein Versprechen fr die Zukunft; unser Geschftsmodell 
baut darauf, die Verpflichtungen aus den Versicherungsvertrgen dauerhaft zu erfllen. Ich bin 
fest davon berzeugt, dass es in unserem ureigenen Interesse ist, nachhaltig zu wirtschaften. 
Vorausschauendes und verantwortungsbewusstes Handeln, gelebte Corporate Responsibility, ist 
bei Munich Re seit vielen Jahren in der Konzernstrategie verankert. Eine in diesem Sinne nachhal -
tige Geschftsstrategie ist nicht nur fr sich genommen erfolgreicher, sie macht ein Unternehmen 
auch attraktiver fr seine Mitarbeiter, Kunden und Investoren. // 

MUNICH RE 2010 WEITER 
DENKEN 



14 
MUNICH RE 2010 WEITERDENKENAlsPatrykundJakubgeborenwurden,hatte ihr Heimatland gerade ein erstaunliches Jahr hinter sich. Whrend Polens Nach 
barn sich erst nach und nach von der Wirtschafts und Finanzkrise erholten, wuchs die polnische Wirtschaft, die schon im 
Krisenjahr 2009 ein Wachstum von 1,7 Prozent zu verzeichnen hatte, weiter. Gleichzeitig lieen sich in Polen 307.000 neue 
Firmen registrieren und damit mehr als in den zehn Jahren zuvor. Polen wandelt sich zusehends zu einer Nation dynamischer 
Jungunternehmer und es ist gut mglich, dass Patryk und Jakub eines Tages dazugehren werden. 
Polen,2050Patryk und Jakub 
Unternehmer 
14 
MUNICH RE 2010 WEITERDENKENAlsPatrykundJakubgeborenwurden,hatte ihr Heimatland gerade ein erstaunliches Jahr hinter sich. Whrend Polens Nach 
barn sich erst nach und nach von der Wirtschafts und Finanzkrise erholten, wuchs die polnische Wirtschaft, die schon im 
Krisenjahr 2009 ein Wachstum von 1,7 Prozent zu verzeichnen hatte, weiter. Gleichzeitig lieen sich in Polen 307.000 neue 
Firmen registrieren und damit mehr als in den zehn Jahren zuvor. Polen wandelt sich zusehends zu einer Nation dynamischer 
Jungunternehmer und es ist gut mglich, dass Patryk und Jakub eines Tages dazugehren werden. 
Polen,2050Patryk und Jakub 
Unternehmer 

USA, 
2060 


Addison Camille und Alexandra Grace 
Weltraumtouristinnen 

Zum 
Zeitpunkt 
der 
Geburt 
von 
Addison 
Camille 
und 
Alexandra 
Grace 
(am 3. November 2010 in Houston) sind bereits 
sieben Touristen in den Weltraum gestartet und zur Erde zurckgekehrt. Geschtzte Kosten pro Reiseticket: zehn 
bis 20 Millionen Dollar. Derzeit bereiten mehrere Privatunternehmen kommerzielle Flge ins All sowie die Installation eines 
Weltraumhotels vor, das 2015 erUnen soll. Bis zu Addison Camilles und Alexandra Graces 50. Geburtstag werden die 
Ticketpreise drastisch gefallen und die Reise ins All alltglich geworden sein. Dennoch drfte die Raumfahrt ein 
hochkomplexes und auch riskantes Unterfangen bleiben. 


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DENKEN 
MUNICH RE 2010 


China, 
2110 


Huafei Philip Xu 
Urgrovater 

Vor 
Kurzem 
noch 
galten 
100 
Jhrige 
als 
absolute 
Seltenheit, 
deren Jahrestage in den Zeitungen gefeiert wurden. Wer aber 
heute geboren wird, hat dank medizinischen Fortschritts und verbesserter Lebensbedingungen eine gute Chance, seinen 

100. Geburtstag zu erreichen. Was fr Menschen wie Huafei Philip Xu (geboren 19. Oktober 2010) erfreulich ist, bedeutet fr 
die staatlichen Sicherungssysteme einen extremen Stresstest. In China hilft Munich Re deshalb Erstversicherern beim 
Design von Versicherungslsungen, mit denen Menschen wie Huafei Xu bis ins hohe Alter gut vorsorgen knnen. 
WEITER 
DENKEN 
MUNICH RE 2010 


EXPERTISE mm MUNICH RE 

Chinas 
graue 
Revolution 


Weitere 
Informationen: 
www.munichre.com/leben 

Whrend 
sich 
der 
Westen 
mit 
dem 
demografischen 
Wandel 
zu 
arrangieren 
beginnt, 
kndigt 
sich 
in 
der 
Volksrepublik 
China 
ein 
weitaus 
drastischerer 
Um-
schwung 
an. 
Das 
Land 
verndert 
sich 
ungewhnlich 
rasch 
von 
einer 
jungen 
zu 
einer 
relativ 
alten, 
zahlen-
mig 
rcklufigen 
Bevlkerung. 
Diese 
Entwicklung 
wird 
innerhalb 
nur 
einer 
Generation 
vonstattengehen. 
In 
den 
kommenden 
Jahrzehnten 
wird 
die 
Zahl 
der 
Chinesen 
im 
Seniorenalter 
massiv 
wachsen 
 
und 
der 
Bedarf 
an 
Pflege 
und 
Absicherung. 
// 


40 
Jahre 
ist 
es 
her, 
dass die chinesische Regie-
rung ihre Modernisierungspolitik in Verbindung mit 
strengen Manahmen zur Geburtenregelung ins 
Leben rief. Wie grundlegend sie damit den Wandel 
im Land beschleunigen wrden, drften damals nicht 
einmal deren Erfinder geahnt haben. Whrend China 
vom abgekapselten Dritte-Welt-Land zur Werkbank 
dieses Planeten aufstieg und sich das Durchschnitts-
einkommen der Arbeitnehmer versechsfachte, sackte 
die Geburtenrate von durchschnittlich 5,8 im Jahr 1970 
auf rund 1,6 Kinder pro Chinesin ab. Und immer noch 
ist China ein junges Land: Lediglich 14 Prozent der 
Volksrepublikaner sind zurzeit lter als 60 Jahre. 

Die 
Sptfolgen 
der 
sinkenden 
Geburtenraten 
kndi-
gen sich mittlerweile jedoch an. Wie eine gewaltige 
Druckwelle sind die Vernderungen der Familiengre 
in den vergangenen Jahrzehnten durch Provinzen und 
Alterskohorten geschwappt und haben sich zu einem 
demografischen Donnergrollen ausgewachsen. Denn 
den Millionen Chinesen, die in den 1960er-und 1970er-
Jahren geboren wurden, sind immer weniger gefolgt. 
Wenn die gegenwrtigen demografischen Trends an-
halten, heit es in einer Studie des Center for Strate-
gic & International Studies, werden im Jahr 2040 in 
China 397 Millionen Senioren leben  das sind mehr 
Menschen als gegenwrtig in Frankreich, Deutsch-
land, Italien, Japan und Grobritannien insgesamt. 
Stimmen die Prognosen, dann drfte Chinas Bevlke-
rung 2040 lter sein als jene der USA. Und bereits 
in vier Jahren wird die Anzahl der arbeitenden Chine-
sen ihren Hhepunkt erreicht haben, um danach 
ebenso stetig wie unaufhaltsam abzufallen. 

Steve 
Zhang, 
Leiter 
des 
Bereichs 
Leben 
von 
Munich 
Re, 
Peking, 
befasst sich bereits heute mit 
den Folgen dieses Wandels. Gemeinsam mit seinen 
Kollegen aus den Bros von Munich Re in Peking, 
Schanghai und Hongkong bert Zhang chinesische 
Erstversicherer beim Design von Versicherungsl-
sungen, mit denen sich Chinas Bevlkerung gegen 
die Risiken des Alters absichern kann. Die weltwei-
te Expertise von Munich Re ist hier von enormem 
Vorteil, sagt Zhang. Wir knnen das Underwriting-
Knowhow aus zig Mrkten der Welt nutzen und 
mit unseren lokalen Marktkenntnissen kombinieren. 
Das ist in einem jungen Versicherungsmarkt wie 
dem chinesischen ein gewaltiger Pluspunkt. 

Wie 
sich 
die 
globale 
Expertise 
von 
Munich 
Re 
auszahlt, 
zeigte sich anhand der Entwicklung 
einer umfassenden Pflegeversicherung fr chi-
nesische Kunden. Steve Zhang und seine Kolle-
gen konnten hier auf Daten von mehr als 23.000 
Leistungsfllen aus einem Portfolio von 767.000 
Policen zurckgreifen, die Experten von Munich Re 
eingehend analysiert und mit Blick auf die Zahl 
der Pflegeflle fr bestimmte Regionen oder 
Deckungsarten ausgewertet hatten. Praxiswissen 
steuerten Fachleute von LifePlans bei, einem spe-
zialisierten Dienstleister von Munich Re mit Sitz 
in Waltham, Massachusetts. Die globale Expertise 
von Munich Re in der Pflegeversicherung kann 
fr uns in China beim Umgang mit diesem Thema 
wichtige Anknpfungspunkte bieten, sagt Feng 
Xiangying, Vice President des chinesischen Erst-
versicherers PICC Health. 

Begleitet 
von 
Steve 
Zhang 
fhrte Feng vor Kurzem 
eine Delegation in die USA, um detaillierte Einblicke 
in die Pflegeversicherung zu bekommen. Dabei be-
suchte Feng neben LifePlans, US-Regierungsstellen, 
Versicherungsaufsichtsbehrden und Versicherungs-
verbnden auch Pflegeheime und US-Pflegeversiche-
rungsanbieter, um Erfahrungen auszutauschen. Die 
Untersttzung von Munich Re kann uns dabei helfen, 
ein Produkt zu entwickeln, das finanziell tragfhig 
und auf die Bedrfnisse einer alternden Gesellschaft 
zugeschnitten ist. 

>>>>> 
MUNICH RE 2010 WEITER 
DENKEN 



EXPERTISE 

Denn 
der 
Bedarf 
ist 
gewaltig. 
Gesndere Ernhrung 
sowie Verbesserungen bei Hygiene und Gesundheits-
versorgung haben die Lebenserwartung seit Grndung 
der Volksrepublik von 41 auf 71 Jahre ansteigen las-
sen. Aber nicht nur der Anteil der Senioren, sondern 
auch jener der sogenannten alten Alten  und damit 
gleichzeitig Pflegebedrftigeren  wird wachsen. 
2050 drften in China 100 Millionen ber 80-Jhrige 
leben. Das sind mehr, als heute auf dem gesamten 
Erdball zu finden sind. 

Viele 
Chinesen 
sorgen 
deshalb 
bereits 
privat 
fr 
Krankheit 
und 
Alter 
vor. 
So sind Critical Illness-
Policen, die finanzielle Vorsorge im Fall einer schwe-
ren Krankheit bieten, heute eine gngige Zusatz-
versicherung zu Sparprodukten. Es ist fr jeden 
oUensichtlich, dass weder Familien noch der Staat 
die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft 
allein auUangen werden knnen, erklrt Zhang, 
und das gilt nicht nur fr China, sondern auch fr 
andere Gesellschaften Asiens. Fr Mrkte wie 
Japan, Sdkorea und Singapur hat Munich Re daher 
hnliche Pflegeversicherungslsungen entworfen. 

Der 
gewaltigste 
Umschwung 
deutet 
sich 
jedoch 
in 
China 
an. 
In einem Land, in dem nur ein Bruch-
teil der Bevlkerung auf eine verlssliche staatliche 
Rente zhlen kann und die Institution des Altersheims 
quasi unbekannt ist, lebt heute die Mehrheit der 
Senioren mit und von der Frsorge ihrer Kinder oder 
anderer Angehriger. Dieses informelle Altersversor-
gungssystem gert jedoch zusehends ins Wanken, 
weil die Familien kleiner werden. Zudem leben viele 
Kinder heute nicht mehr gemeinsam mit ihren Eltern, 
sondern fernab in den boomenden Millionenstdten. 
Wir nennen es das 4-2-1-Problem, erklrt Zhang. 
In vielen Familien msste heute ein Kind fr zwei 
Eltern und vier Groeltern sorgen. Und natrlich ist 
den meisten bewusst, dass das nicht funktionieren 
kann. 

Fraglich 
ist 
nicht 
mehr, 
ob der Markt fr Pflege-und 
Rentenversicherungen in China anspringt. Die Frage 
ist nur noch, wann, in welcher Geschwindigkeit und 
mit welcher Wucht er es tut. // 


China 
ist 
mit 
rund 
1,3 
Milliarden 
Einwohnern 
das bevlkerungsreichste Land der Erde. In seiner Geschichte waren berbevl-
kerung und die damit verbundenen Probleme die Ursachen fr tiefe politische und wirtschaftliche Krisen und Hungersnte. 
Die Volksrepublik geht deshalb mit der sogenannten Ein-Kind-Politik Wege, die weltweit einzigartig sind. Durch diese Bevlke-
rungspolitik und die steigende Lebenserwartung wird der Altersdurchschnitt in den kommenden Jahrzehnten allerdings deutlich 
ansteigen. Zugleich sinkt der Anteil der Erwerbsttigen an der Gesamtbevlkerung. 

WEITER 
DENKEN 
MUNICH RE 2010 


Wir sind der langfristige Partner unserer Investoren. 


Eine starke Kapitalbasis und eine klare Positionierung 
machen uns schlagkrftig und lassen uns in einem 
dynamischen Markt profitabel wachsen. 


Unser integriertes Geschftsmodell aus Erst- und 
Rckversicherung ermglicht es uns, fr unsere Kunden 
mageschneiderte Lsungen zu erarbeiten und 
erfolgreich im Markt zu platzieren. 

Dank ihres Risikowissens und ihrer Innovationskraft 
schaffen unsere hochqualifizierten und leistungsorientierten 
Mitarbeiter nachhaltig Wert. 



Wie 
werden 
wir 
morgen 
leben? 
Ganz 
hnlich? 
Oder 
ganz 
anders? 
Antworten 
im 
beiliegenden 
Supplement 
und 
im 
Internet: 


www.report2010.munichre.com 



AN DIE AKTIONRE 
++ STRATEGIE 

Die Strategie 

// Integriertes Geschftsmodell bewhrt sich 
// ERGO mit neuem Markenversprechen 
// Innovative Lsungen in der Rckversicherung 
// Im Wachstumsmarkt Gesundheit gut positioniert 

Profitables 
Wachstum 
auf 
solidem 
Fundament 


Wir verfolgen ein integriertes Geschftsmodell mit den drei Sulen Erstversicherung, 
Rckversicherung und Munich Health fr den internationalen Gesundheitsmarkt. 
Diese Aufstellung erlaubt es uns, die gesamte Wertschpfungskette der Versicherungs-
branche abzubilden. Davon profitieren unsere Kunden, denn wir knnen ihnen Lsun-
gen anbieten, die sich auf die ganze Breite unseres Wissens sttzen. Als Gruppe sind 
wir unabhngiger von Zyklen in einzelnen Branchen und regionalen Mrkten. Dies ver-
mindert unseren Risikokapitalbedarf und senkt die Kapitalkosten. Noch weit strker 
wirkt insoweit die Unabhngigkeit der sehr unterschiedlichen Risiken, die wir in unsere 
Bcher nehmen; diese Diversifikation ist wesentlich fr unseren Erfolg. 

Unser Geschftsmodell wird getragen von einem konzernweiten Risikomanagement, 
einer an der Struktur unserer Verbindlichkeiten orientierten Kapitalanlagepolitik sowie 
einem aktiven Kapitalmanagement. Das Risikomanagement bercksichtigt weit mehr 
als nur die Risiken aus dem Versicherungsgeschft: Es bezieht die Kapitalanlagen ein 
und bildet auch die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Risiken ab. Es ist 
gruppenweit tief verankert und wird aktiv gelebt. Die Auswahl der Kapitalanlagen 
bercksichtigt die Flligkeiten und Whrungen der versicherungstechnischen 
Verbindlichkeiten. So reduzieren wir Wiederanlage- und Whrungsrisiken. Unser aktives 
Kapitalmanagement stellt sicher, dass die Kapitalausstattung von Munich Re zu jedem 
Zeitpunkt angemessen ist. Unser aus konomischer Sicht, also marktkonsistent, gerech-
netes Eigenkapital deckt den Bedarf, der sich aus unserem internen Risikomodell ergibt, 
und bercksichtigt die Anforderungen von Aufsichtsbehrden und Ratingagenturen. 
Nicht bentigtes Kapital geben wir in Form von Dividenden und ber Aktienrckkufe an 
unsere Aktionre zurck. Unsere wichtigste Kennzi]er ist die Rendite auf das risiko-
adjustierte Kapital (RoRaC). Der RoRaC setzt den Gewinn in Relation zum erforderlichen 
Risikokapital und erlaubt so eine an der konomischen Wertscha]ung ausgerichtete 
Steuerung aller Aktivitten im Konzern. 

In der Erstversicherung streben wir fr ERGO einen festen Platz unter den erfolg-
reichen international ttigen Versicherungsgruppen an. Bei Profitabilitt und Kunden-
zufriedenheit will ERGO Bestnoten erzielen. Versichern heit verstehen  mit diesem 
Anspruch ist ERGO im Rahmen der neuen Markenstrategie angetreten, der Versicherer 
mit einem besonders ausgeprgten Kundenverstndnis zu werden. ERGO arbeitet 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


AN DIE AKTIONRE 
++ STRATEGIE 

konsequent an einer klaren Kommunikation mit den Kunden und bittet diese aktiv um 
Feedback und Anregungen. Ein eigener Kundenanwalt sorgt ab diesem Jahr dafr, dass 
die Kundenperspektive in allen Unternehmensbereichen fest verankert ist. Damit will 
sich ERGO positiv von Wettbewerbern abgrenzen und ihre Leistungen gegenber den 
Kunden kontinuierlich verbessern. Dies gilt fr alle Mrkte, in denen ERGO ttig ist  
fr Deutschland wie auch fr zahlreiche Auslandsmrkte. Etwa ein Viertel der Beitrags-
einnahmen erzielt ERGO auerhalb des Heimatmarkts, der Anteil beim Neugeschft 
betrgt bereits die Hlfte. Auerhalb Deutschlands will ERGO vor allem in den aufstre-
benden Mrkten Asiens und Osteuropas prsent sein. 

In der Rckversicherung haben wir im abgelaufenen Jahr unser Leistungsversprechen 
gegenber unseren Kunden strker fokussiert. Angesichts bedeutender Vernderungen 
im Versicherungsgeschft steigen auch die Bedrfnisse unserer Kunden nach sach-
kundigen Antworten auf immer komplexere Fragen. Ganz in diesem Sinne arbeiten wir 
intensiv an innovativen Lsungen, mit denen oft auch die Grenzen der Versicherbarkeit 
erweitert werden. Eine immer vernetztere Welt und neu entstehende Risiken fhren zu 
Szenarien, fr die traditionelle Rckversicherungsprodukte keine Lsungen bieten. Im 
Dialog mit Kunden und der Fachwelt erkennen unsere Mitarbeiter diesen neuen Versi-
cherungsbedarf. Indem sie ihr Risikowissen und ihre Marktkenntnisse bndeln, knnen 
sie Lsungen erarbeiten. Ein gutes Beispiel ist das Deckungskonzept zur Absicherung 
von lbohrarbeiten auf hoher See, das wir nach der Explosion der Deepwater Horizon 
vorgestellt haben. Solche Ereignisse, die immense Schden durch lverschmutzung 
zur Folge haben, konnten bisher nicht ausreichend abgesichert werden. Unser Vorsto 
wurde von der breiten ]entlichkeit ebenso wie von Versicherern und Maklern gut 
aufgenommen. 

Weitere Beispiele fr innovative Produktentwicklungen sind Garantieversicherungen 
im Bereich der erneuerbaren Energien. Ein von Munich Re entwickeltes Deckungs-
konzept fr Hersteller von Photovoltaikmodulen ist bereits zum Marktstandard gewor-
den. Erst krzlich haben wir die erste vergleichbare Deckung fr Windkraftwerke auf 
den Markt gebracht. Bei beiden Versicherungen bernimmt Munich Re das finanzielle 
Risiko, das sich aus den Garantiezusagen der Hersteller solcher Anlagen gegenber 
Investoren und Betreibern ergibt. Dies verscha]t den Herstellern greren finanziellen 
Spielraum und erhht die Investitionssicherheit fr den Kufer. Mit diesen Lsungen 
erschliet sich Munich Re attraktives Neugeschft und ermglicht durch den Risiko-
transfer die wirtschaftliche Nutzung erneuerbarer Energien. 

Der internationale Gesundheitsmarkt wird auch weiterhin berdurchschnittlich stark 
wachsen. Die zunehmende Alterung ganzer Gesellschaften und der medizinische 
Fortschritt fhren zu steigenden Heil- und Pflegekosten. Dies bringt die sozialen Siche-
rungssysteme zahlreicher Lnder an die Grenzen ihrer Leistungsfhigkeit. In Schwellen- 
und Entwicklungslndern wiederum fehlen oft noch die Basisversorgung und -finanzie-
rung. Beides scha]t eine grere Nachfrage nach privaten Angeboten. Wir erschlieen 
dieses Wachstumspotenzial in unserem Geschftsfeld Munich Health und positionieren 
uns auf den Mrkten, wo wir den grten Mehrwert scha]en knnen. 

Im Jahr 2011 werden wir unsere Aktivitten im internationalen Gesundheitsgeschft 
weiter konsolidieren und vor allem die Initiativen zgig vorantreiben, die bereits 
erfolgreich sind. Mit dem Kauf der Windsor Health Group haben wir die Position von 
Munich Health im Medicare-Geschft in den USA, dem grten Gesundheitsmarkt 
weltweit, gestrkt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten haben wir erfolgreich einen 
Krankenversicherer mit aufgebaut, dieses Geschftsmodell bertragen wir jetzt auf 
benachbarte Regionen. 

2010 war fr viele ein sehr turbulentes Jahr. Unsere Gruppe hat es erfolgreich abge-
schlossen. Wir befanden uns nicht im Krisenmodus, sondern konnten vielmehr unsere 
Chancen wahrnehmen und unser Geschft profitabel ausbauen. Im laufenden Jahr 
werden wir unsere Strategie konsequent weiter verfolgen. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. MUNICH RE 

nderungen der Segmentierung (ab 2010) 
Munich Re 
Rckversicherung 
Leben 
Rckversicherung 
Schaden/Unfall 
Erstversicherung 
Leben 
Erstversicherung 
Gesundheit1 
Erstversicherung 
Schaden/Unfall 
Munich Health2 Assetmanagement 
a Krankenversicherungsgeschft in Deutschland sowie Reiseversicherungsgeschftb 
c Weltweites Krankenrckversicherungsgeschft sowie Krankenerstversicherungsgeschft auerhalb Deutschlandsb 
Sechs Ressorts befassen 
sich mit dem Geschft in der 
Rckversicherung 

Dieser Lagebericht fasst die Geschftsttigkeit der Gruppe zusammen, und zwar 
anhand ihrer Segmente Rckversicherung, Erstversicherung, Munich Health und 
Assetmanagement, nicht nach ihrer gesellschaftsrechtlichen Struktur oder ihren 
Beteiligungsverhltnissen. 

Rckversicherung 

Die Rckversicherung betreibt die Lebens- sowie die Schaden- und Unfallrckversiche-
rung, wobei Letztere weiter in die Zweige Haftpflicht, Unfall, Kraftfahrt, Transport, Luft-
fahrt, Raumfahrt, Feuer, Technische Versicherung, Kreditversicherung und Sonstige 
unterteilt werden kann. Unter Sonstige sind die brigen Versicherungszweige der Scha-
denversicherung subsumiert, nmlich Einbruchdiebstahl-, Glas-, Hagel- inklusive Agro-, 
Leitungswasser-, Sonderrisiken-, Sturm-, Tier-, Verbundene Hausrat- und Verbundene 
Gebudeversicherung sowie Vertrauensschadenversicherung. Ferner erfassen wir in 
der Rckversicherung unsere spezialisierten Erstversicherungsaktivitten, soweit sie 
von der Rckversicherungsorganisation gesteuert werden, sowie sogenannte Managing 
General Agencies (MGA). Zum berwiegenden Teil werden sie derzeit als Risk Solutions 
unter die Marke Munich Re transferiert. 

Die Rckversicherung ist in sechs Ressorts unterteilt. 

Unser weltweites Geschft in der Lebensrckversicherung wird im Ressort Life 
gezeichnet. 

Das Ressort Europe and Latin America ist fr das Schaden- und Unfallgeschft unserer 
Kunden aus Europa (auer Deutschland) sowie aus Lateinamerika und der Karibik 
zustndig. 

Das Ressort Germany, Asia Pacific and Africa betreibt das Schaden- und Unfallge-
schft mit unseren Kunden in Deutschland sowie in Afrika, Asien, Australien und der 
pazifischen Inselwelt. 

Das Ressort Special and Financial Risks betreut die Sparten Kreditrisiken, Luft- und 
Raumfahrt, Agro-, Unternehmer- und Sonderrisiken sowie das Alternative-Markets-
Geschft. Die Verbriefung von Versicherungsrisiken und den Risikotransfer auf den 
Kapitalmarkt bernimmt der Bereich Risk Trading. Zudem sorgt das Ressort fr unsere 
eigene Rckversicherung (Retrozession). 

Das Ressort Global Clients and North America pflegt unsere Geschftsverbindungen zu 
groen international ttigen Versicherungsgruppen, den Global Clients, und zu global 
agierenden Lloyds-Syndikaten sowie Bermuda-Gesellschaften. Ferner bndelt es unser 
Knowhow auf dem nordamerikanischen Markt. Es ist zustndig fr die dort angesiedel-
ten Tochtergesellschaften, unter anderem Munich Reinsurance America, Munich Rein-
surance Company of Canada, American Modern Insurance Group (AMIG) und Hartford 
Steam Boiler Group (HSB Group). Hinzu kommt weltweites Geschft in Spezialsparten 
wie der Arbeiterunfall- und der Transportversicherung. Auch die Steuerung des Watkins-
Syndikats ist in diesem Ressort angesiedelt. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. MUNICH RE 

Die Rckversicherung im berblick1 

Ressort 
Ausgewhlte Tochtergesellschaften und Branches auerhalb Deutschlands2 

Life 
American Modern Life Insurance Company, Amelia, Ohio 
Munich American Reassurance Company, Atlanta, Georgia 
Munich Re Japan Services K.K., Tokyo 
Munich Reinsurance Company Canadian Life Branch, Toronto 
Munich Reinsurance Company Life Reinsurance Eastern 

Europe/Central Asia, Moskau 
Munich Reinsurance Company of Australasia Limited  

New Zealand Branch, Auckland 
Munich Reinsurance Company of Australasia Ltd, Sydney 
Munich Reinsurance Company UK Life Branch, London 
Southern Pioneer Life Insurance Company, Jonesboro, Arkansas 

Europe and Latin America 
Bell & Clements (London) Ltd, London 

Mnchener Rck do Brasil Resseguradora S.A., So Paulo3 

Mnchener Rckversicherungs-Gesellschaft A.G. Sucursal 

Espaa y Portugal, Madrid3 

Mnchener Rckversicherungs-Gesellschaft AG in Mnchen 

Rappresentanza Generale per lItalia, Mailand3 

Munich Re France Branch, Paris 

Munich Reinsurance Company UK General Branch, London 

Germany, Asia Pacific 
and Africa 
Great Lakes Australia Branch, Sydney 

Great Lakes Reinsurance (UK) PLC New Zealand Branch, Auckland 

Mnchener Rckversicherungs-Gesellschaft Australian Branch, Sydney 

Munich Holdings of Australasia Pty. Ltd., Sydney 

Munich Mauritius Reinsurance Co. Ltd., Port Louis 

Munich Re Retakaful Malaysia Branch, Kuala Lumpur 

Munich Reinsurance Company Beijing Branch, Beijing3 

Munich Reinsurance Company Hong Kong Branch, Hong Kong3 

Munich Reinsurance Company Korea Branch, Seoul3 

Munich Reinsurance Company Malaysia Branch, Kuala Lumpur 

Munich Reinsurance Company New Zealand Branch, Auckland 

Munich Reinsurance Company of Africa Ltd., Johannesburg 

Munich Reinsurance Company Singapore Branch, Singapore3 

Special and Financial Risks 
Great Lakes Reinsurance (UK) Plc., London3 
Great Lakes Switzerland Branch, Zrich 
Munich Re of Malta p.l.c., Floriana3 
New Reinsurance Company Ltd., Zrich3 

Global Clients and 
American Alternative Insurance Corporation, Wilmington, Delaware3 

North America 
American Family Home Insurance Company, Jacksonville, Florida 
American Modern Home Insurance Company, Amelia, Ohio 
American Modern Insurance Company of Florida, Inc., Jacksonville, Florida 
American Modern Insurance Group, Inc., Amelia, Ohio 
American Modern Select Insurance Company, Amelia, Ohio 
American Modern Surplus Lines Insurance Company, Amelia, Ohio 
American Southern Home Insurance Company, Jacksonville, Florida 
American Western Home Insurance Company, Oklahoma City, Oklahoma 
Beaufort Underwriting Agency Ltd., London 
First Marine Insurance Company, Amelia, Ohio 
Global Standards, LLC, Wilmington, Delaware 
Groves, John & Westrup Limited, London 
HSB Engineering Insurance Limited, London 
HSB Group, Inc., Hartford, Connecticut 
HSB Solomon Associates LLC, Wilmington, Delaware 
HSB Professional Loss Control, Inc., Tennessee 
MSP Underwriting Ltd., London 
Munich Re Capital Limited, London 
Munich Re Holding Company (UK) Ltd., London 
Munich Reinsurance America, Inc., Wilmington, Delaware3 
Munich Reinsurance Company of Canada, Toronto 

N.M.U. Group Limited, London 
MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. MUNICH RE 

Roanoke Companies Inc., Schaumburg, Illinois 

Temple Insurance Company, Toronto 

The Boiler Inspection and Insurance Company of Canada, Toronto 

The Hartford Steam Boiler Inspection and Insurance Company of Connecticut, 
Hartford, Connecticut 

The Hartford Steam Boiler Inspection and Insurance Company, 
Hartford, Connecticut 

The Princeton Excess and Surplus Lines Insurance Company, Wilmington, Delaware 

The Midland Company, Cincinnati, Ohio 

Watkins Syndicate Hong Kong Limited, Hongkong 

Watkins Syndicate Middle East Limited, Dubai 

Watkins Syndicate Singapore Pte. Limited, Singapur 

a Die vollstndige Liste zum Anteilsbesitz finden Sie im Konzernanhang auf Seite cz{ |. 
c Nur Tochtergesellschaften auerhalb Deutschlands mit einem Eigenkapital von in der Regel mehr als } Millionen ~ sind aufgefhrt. 
 Einheiten. die auch Geschfte in Munich Health betreiben und der Rckversicherung daher anteilig zugeordnet werden. 


Kundenversprechen hebt ERGO 
von Wettbewerbern ab 

Das Ressort Corporate Underwriting nimmt  ohne direkte operative Geschftsverant-
wortung  eine wichtige Funktion fr unser Geschft in der Schaden- und Unfallrck-
versicherung wahr: Seine Mitarbeiter klren Grundsatzfragen der Zeichnungspolitik, 
sind verantwortlich fr die Qualittssicherung und integrieren mathematische Verfah-
ren in die Geschftsprozesse. Auf der Schadenseite wird diese Funktion komplementr 
von Corporate Claims wahrgenommen 

Erstversicherung 

Der zweite Pfeiler von Munich Re ist die Erstversicherung, die bei ERGO gebndelt ist. 
Mit Ausnahme der Kreditversicherung bieten wir in der Erstversicherung Produkte aus 
allen wesentlichen Versicherungssparten an. 2009 erhhte Munich Re ihren Anteil an 
ERGO von zuvor knapp unter 95 % um weitere fast 5 % und bot den brigen Aktionren 
2010 im Rahmen eines sogenannten Squeeze-out-Verfahrens eine Barabfindung an. 
Dieses Angebot in Hhe von 97,72  je Aktie wurde auf der ERGO Hauptversammlung 
vom 12. Mai 2010 angenommen. Dies ermglicht eine deutliche Vereinfachung der 
Beteiligungsstrukturen, spart Kosten und stellt einen konsequenten Schritt im Rahmen 
unserer Strategie eines integrierten Versicherungskonzerns dar. 

ERGO setzte im Berichtsjahr ihre neue Markenstrategie um und bietet seit dem Sommer 
2010 Lebens- sowie Schaden- und Unfallversicherungen in Deutschland unter eigenem 
Namen an. Die Marken Hamburg-Mannheimer und Victoria wurden vom Markt genom-
men. Bereits im Februar 2010 wurde der Direktversicherer der Gruppe, die Karstadt-
Quelle Versicherungen, in ERGO Direkt Versicherungen umbenannt. Dieser klare Fokus 
auf die Marke ERGO macht das Rundumangebot der Erstversicherung besser sichtbar. 
Mit ihrem Kundenversprechen Versichern heit verstehen hebt ERGO sich von den 
Wettbewerbern ab; es steht fr das Selbstverstndnis und das Ziel, sich konsequent an 
den Bedrfnissen der Menschen auszurichten. Gleichzeitig hat ERGO das Profil ihrer 
Spezialistenmarken geschrft. Im Oktober 2010 wurde die Krankenversicherung unter 
der Marke DKV, die Rechtsschutzversicherung unter der Marke D.A.S. zusammenge-
fhrt. Die Marke ERV, die europaweit zu den fhrenden Anbietern zhlt, steht weiter fr 
die Reiseversicherung. 

Im internationalen Geschft ist die Gruppe bereits auf vielen Mrkten mit der Marke 
ERGO aktiv und wird sie in Zukunft dort noch konsequenter positionieren. Die trki-
sche ERGOISVIRE Sigorta, eine der groen Auslandsgesellschaften, heit seit dem 
Frhjahr 2010 nur noch ERGO Sigorta. Weitere groe Auslandsgesellschaften sind der 
polnische Schaden- und Unfallversicherer ERGO Hestia sowie ERGO Austria. Zustz-
lich zu vielen europischen Mrkten ist ERGO in Indien, Sdkorea und China prsent 
und will weitere ausgewhlte Mrkte in Asien erschlieen. Seit Kurzem ist ERGO mit 
der D.A.S. Kanada auch auf dem amerikanischen Markt vertreten. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. MUNICH RE 

Die Erstversicherung im berblick1 

Segment 
Ausgewhlte Tochtergesellschaften2 

Leben 
Bank Austria Creditanstalt Versicherung AG, Wien 

ERGO Direkt Lebensversicherung AG, Frth 

ERGO Lebensversicherung AG, Hamburg 

ERGO Life N.V., Brssel 

ERGO Previdenza S.p.A., Mailand 

Hamburg-Mannheimer Pensionskasse AG, Hamburg 

San Marino Life Impresa sammarinese di assicurazione sulla vita S.p.A., San Marino 

Sopockie Towarzystwo Ubezpieczen na Zycie Ergo Hestia Spolka Akcyjna, Sopot 

VICTORIA Lebensversicherung Aktiengesellschaft, Dsseldorf 

VICTORIA Pensionskasse AG, Dsseldorf 

VICTORIA-VOLKSBANKEN Versicherungsaktiengesellschaft, Wien 

Vorsorge Lebensversicherung AG, Dsseldorf 

Vorsorge Luxemburg Lebensversicherung S.A., Munsbach 

Gesundheit 
DKV Deutsche Krankenversicherung AG, Kln 
ERGO Direkt Krankenversicherung AG, Frth 
EUROPISCHE Reiseversicherung AG, Mnchen 
Europaeiske Rejseforsikring A/S, Kopenhagen 

Schaden/Unfall 
D.A.S. Deutscher Automobil Schutz Allgemeine Rechtsschutz-
Versicherungs-Aktiengesellschaft, Mnchen 

D.A.S. sterreichische Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-
Aktiengesellschaft, Wien 
D.A.S. Socit anonyme belge dassurances de Protection Juridique, Brssel 
DAS Legal Expenses Insurance Company Limited, Bristol 
DAS Nederlandse Rechtsbijstand Verzekeringmaatschappij N.V., Amsterdam 
ERGO Assicurazioni S.p.A., Mailand 
ERGO Daum Direct General Insurance Co. Ltd., Seoul 
ERGO Direkt Versicherung AG, Frth 
ERGO RUSS Versicherung AG, St. Petersburg 
ERGO SIGORTA A.S., Istanbul 
ERGO Versicherung AG, Dsseldorf 
MTU Moje Towarzystwo Ubezpieczeniowe S. A., Sopot 
Sopockie Towarzystwo Ubezpieczen Ergo Hestia Spolka Akcyjna, Sopot 
VICTORIA General Insurance Company S.A., Athen 
VICTORIA-Seguros S.A., Lissabon 
a Die vollstndige Liste zum Anteilsbesitz finden Sie im Konzernanhang auf Seite cz{ |b 
c Nur Tochtergesellschaften mit einem Prmienvolumen von mehr als }. Millionen ~ sind aufgefhrtb 

Munich Health 
bndelt internationales 
Gesundheitsgeschft 

Zu den vielfltigen Vertriebskanlen von ERGO gehren neben den schlagkrftigen 
eigenen Vertriebsorganisationen und dem Direktvertrieb auch der Maklervertrieb und 
Vertriebskooperationen wie die umfassende Kooperation mit der UniCredit Group. 

Munich Health 

Der weltweite Gesundheitsmarkt ist einer der wachstumsstrksten Wirtschaftszweige. 
Dies gilt gleichermaen fr den Versorgungs- und den Versicherungsbereich. Um die 
damit verbundenen Chancen zu nutzen, hat Munich Re 2008 die Krankenrckversiche-
rung weltweit und die Krankenerstversicherung auerhalb Deutschlands zusammen-
gefhrt und 2009 unter der Marke Munich Health gebndelt. Munich Health deckt 
weite Teile der Wertschpfungskette im Gesundheitsbereich ab und wird seit 2010 als 
eigenstndiges Segment ausgewiesen. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. MUNICH RE 

Munich Health im berblick1 

Gesellschaften, die Munich Health vollstndig zugeordnet werden 

Apollo Munich Health Insurance Co. Ltd., Hyderabad 
DAMAN  National Health Insurance Company, Abu Dhabi 
DKV Belgium S.A., Brssel 
DKV Globality S.A, Luxemburg 
DKV Luxembourg S.A, Luxemburg 
DKV Seguros y Reaseguros, Sociedad Annima Espaola, Saragossa 
ERGO Generales Seguros y reaseguros, S.A., Madrid 
ERGO Vida Seguros y Reaseguros, Sociedad Annima Espaola, Saragossa 
Marina Salud S.A., Alicante 
MedNet Holding GmbH, Mnchen 
Munich Health Holding AG, Mnchen 
Munich Health North America, Inc., Wilmington, Delaware 
Munich Re Stop Loss, Inc., Wilmington, Delaware 
Sterling Life Insurance Company, Bellingham, Washington 
Unin Mdica la Fuencisla, S.A., Compaa de Seguros, Saragossa 

Gesellschaften, die Geschfte in mehreren Segmenten betreiben und Munich Health anteilig zugeordnet werden 

American Alternative Insurance Corporation, Wilmington, Delaware 
Great Lakes Reinsurance (UK) Plc., London 
Mnchener Rck do Brasil Reseguradora S.A., So Paulo 
Mnchener Rckversicherungs-Gesellschaft AG, Mnchen 
Munich Re of Malta p.l.c., Floriana 
Munich Reinsurance America, Inc., Wilmington, Delaware 
New Reinsurance Company Ltd., Zrich 

1 
Nur Konzerngesellschaften mit einem Eigenkapital von in der Regel mehr als } Millionen ~ sind aufgefhrt. die vollstndige Liste zum Anteilsbesitz finden Sie im 
Konzernanhang auf Seite cz{ |b 

Assetmanagement 

MEAG bndelt die Kapitalanlageaktivitten von Munich Re. Darber hinaus bietet sie 
ihr umfassendes Knowhow externen institutionellen Anlegern und Privatkunden an. 

Assetmanagement im berblick 

MEAG Cash Management GmbH. Mnchen 
MEAG Hong Kong Ltdb. Hongkong 
MEAG Luxemburg Sb rblb. Luxemburg 
MEAG MUNICH ERGO AssetManagement GmbH. Mnchen 
MEAG MUNICH ERGO Kapitalanlagegesellschaft mbH. Mnchen 
MEAG New York Corporation. New York 
MEAG Property Management GmbH. Mnchen 

AB D EB D 
MEAG MUNICH ERGO AssetManagement GmbH 
FBB D 
MEAG MUNICH ERGO Kapitalanlagegesellschaft mbH 
Mnchener Rck AG ERGO Versicherungsgruppe AG 
MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


Ermittlung des Wertbeitrags 

KONZERNLAGEBERICHT 
.. MUNICH RE 

Wichtige 
Instrumente 
der 
Unternehmenssteuerung 


Wertorientierte Unternehmensfhrung  die Steuerungsphilosophie 
von Munich Re 

Ziel von Munich Re ist es, Risiken in all ihren Facetten zu erfassen, zu bewerten, zu 
diversifizieren und so nachhaltig Wert fr ihre Aktionre, Kunden und Mitarbeiter zu 
scha|en. Den Brsenkurs der Mnchener-Rck-Aktie nachhaltig zu steigern ist ma-
gebliche Richtschnur unseres unternehmerischen Denkens und Handelns. Diesem Ziel 
dient auch unser aktives Kapitalmanagement, ber das wir auf Seite 102 f. berichten. 
Den Shareholder-Value-Gedanken leben wir vor allem dadurch, dass wir durchgehend 
wertorientierte Steuerungssysteme in der Unternehmensgruppe einsetzen und diese 
laufend weiterentwickeln. 

Den Rahmen fr jegliche Geschftsttigkeit bildet unsere Risikostrategie (siehe Seite 
117 |.), aus der wir ein dichtes Netz von Limitierungen ableiten. Neben wertbasierten 
Gren beachten wir bei der Steuerung unseres Geschfts eine Vielzahl wichtiger 
Nebenbedingungen. Diese verfolgen wir entweder als Nebenziele oder bestimmen im 
Einzelfall situationsbedingt die kurzfristige Ausrichtung einer Einheit. Dazu gehren 
Regelungen rtlicher Rechnungslegungssysteme, steuerliche Aspekte, Liquidittsan-
forderungen sowie aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen und Anforderungen von 
Ratingagenturen. 

Folgende Aspekte prgen unsere wertorientierte Unternehmensfhrung: 

// Geschftliche Aktivitten werden nicht einseitig nach ihrem Ertragspotenzial beur-
teilt, sondern auch nach dem Ausma der eingegangenen Risiken, das fr die Hhe 
der Wertscha|ung ebenfalls mageblich ist. Daher haben wir hohe Qualittsstan-
dards fr Underwriting, Pricing, Kumulkontrolle und Schadenmanagement imple-
mentiert. Erst die Rendite-Risiko-Beziehung gibt Aufschluss darber, ob eine Aktivi-
tt aus Aktionrssicht vorteilhaft ist. 

// Mit wertorientierten Steuerungsgren sichern wir die konomische Betrachtungs-
weise sowie die notwendige Vergleichbarkeit alternativer Initiativen und priorisieren 
diese. 

// Verantwortlichkeiten weisen wir klar zu und verdeutlichen Management und Mit-
arbeitern die Stellgren fr die Wertsteigerung. 
// Strategie und operative Planung werden eng miteinander verknpft. 

Alle Initiativen sind letztlich auf das oberste finanzielle Ziel ausgerichtet: den Unter-
nehmenswert nachhaltig zu steigern. 

Steuerungssystematik bercksichtigt individuelle Charakteristika 
der Segmente 

Die Schaden- und Unfallversicherung sowie die Krankenrckversicherung sind Spar-
ten, die berwiegend durch eine kurzfristige Geschftsabwicklung gekennzeichnet 
sind. Fr diese Sparten verwenden wir eine einfache Formel, um die jhrliche Wert-
scha|ung durch unser Versicherungsgeschft zu messen und auf dieser Basis unsere 
Geschftsaktivitten zu steuern und zu berwachen: 

Angepasstes Ergebnis 

 

Eigenkapitalkosten 

K 

Wertbeitrag 

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Embedded Value als 
Steuerungsgre 

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Das angepasste Ergebnis setzt sich zusammen aus dem versicherungstechnischen 
Ergebnis, das aus der Gewinn- und Verlustrechnung abgeleitet wird, dem Kapital-
anlageergebnis sowie dem brigen nicht versicherungstechnischen Ergebnis. Diese 
drei Positionen werden jeweils wertorientiert angepasst: etwa um die Belastung aus 
Groschden zu gltten, die Kapitalertrge zu normalisieren und die Schadenauf-
wendungen bei spterer Zahlung in Hhe des Barwerts zu bercksichtigen. 

Dem so angepassten Ergebnis stellen wir die Eigenkapitalkosten als Sollgre gegen-
ber. Bei deren Berechnung hat das Risikokapital, das wir mit unserem internen 
Kapitalmodell bestimmen, einen wesentlichen Einfluss. Fr das Schaden- und Unfall-
versicherungsgeschft sowie das Krankenrckversicherungsgeschft wird ein positiver 
Wertbeitrag erzielt, sofern das jeweils fr ein Kalenderjahr gemessene angepasste 
Ergebnis die Eigenkapitalkosten bersteigt. 

Die Produkte der Lebensversicherung sowie der Groteil unseres Krankenerstversiche-
rungsgeschfts sind geprgt durch ihre Langfristigkeit und den ber die Gesamtlaufzeit 
der Vertrge verteilten Ergebnisausweis. Derartige langlaufende Geschftsportfolios, 
deren Erfolg sich nicht sinnvoll in einer Einjahressicht messen lsst, bewerten wir auf 
der Grundlage der European Insurance CFO Forum Market Consistent Embedded Value 
(MCEV) Principles 1, die vom CFO-Forum in ihrer aktuellen Fassung im Oktober 2009 
ver|entlicht wurden. 

Der MCEV setzt sich zusammen aus dem im Unternehmen vorhandenen Eigenkapital 
und dem sogenannten Bestandswert. Letzterer ist der Barwert der nach finanz- und 
versicherungsmathematischen Grundstzen berechneten zuknftigen Nettoertrge aus 
dem Versicherungsbestand und den damit verbundenen Kapitalanlagen unter Berck-
sichtigung des Zeitwerts der finanziellen Optionen und Garantien sowie der explizit 
berechneten Kapitalkosten. 

Der MCEV bezieht sich dabei auf das zum Bewertungsstichtag vorhandene Portfolio. 
Von unserem Lebensrckversicherungsgeschft werden 100 % und von unserem 
Lebenserst- und langfristigen Krankenerstversicherungsgeschft mehr als 94 % abgebil-
det. Der Wert des zuknftigen Neugeschfts wird hingegen nicht bercksichtigt. Aller-
dings erfolgt die Bewertung unter der Annahme der Fortfhrung der Geschftsttigkeit, 
das heit insbesondere unter Bercksichtigung der damit verbundenen Kosten. Optio-
nen und Garantien  vor allem die der Versicherungsnehmer in der Erstversicherung  
bewerten wir explizit ber stochastische Simulationen. Im MCEV wird der Barwert aller 
Zahlungsstrme fr alle mageblichen Whrungsrume auf der Basis der Swap Rates 
und der impliziten Volatilitten zum Bewertungsstichtag 31. Dezember 2010 bestimmt. 
Die Bewertung von Vermgensgegenstnden, die auf dem Kapitalmarkt gehandelt 
werden, fut auf den zum Bewertungsstichtag beobachteten Marktwerten. 

Die Entwicklung des Versicherungsbestands modellieren wir unter Bercksichtigung 
der aktuellen Erwartungen fr Biometrie, Storno und Kosten. In der Erstversicherung 
modellieren wir die Beteiligung der Versicherungsnehmer an den berschssen 
gem der aktuellen Planung und im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften. Fr die 
jeweiligen Einzelgesellschaften verwenden wir Steuerstze und Bemessungsgrund-
lagen gem den nationalen Vorschriften; ebenso bercksichtigen wir steuerliche Ver-
lustvortrge bei der Kalkulation. Quellensteuern auf Dividenden von Konzerngesell-
schaften werden nicht erfasst. Die Kapitalkosten umfassen neben den Steuern und 
Kosten der Kapitalanlageverwaltung auch die nicht explizit modellierten Risiken des 
Geschfts und fr die Krankenerstversicherung die Beteiligung der Versicherungs-
nehmer an den Ertrgen des Eigenkapitals. 

a  Stichting CFO Forum Foundation c..b 

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Aktiva spiegeln Passiva wider 

Die nderung des MCEV innerhalb eines Jahres  ohne die E|ekte aus Whrungskurs-
schwankungen, Unternehmenskufen oder -verkufen sowie Ausschttungen bzw. 
Kapitaleinschssen  weisen wir als Embedded-Value-Gesamtergebnis aus. Bereinigt 
man dieses zustzlich um Einflsse aus nderungen der steuerlichen und kapital-
marktbezogenen Rahmenbedingungen, spricht man vom operativen Embedded-Value-
Ergebnis: Es ist das Ma fr den Erfolg der operativen Geschftsttigkeit eines Jahres. 

Die Kapitalanlagen von Munich Re steuern wir, indem wir uns stark an der Struktur 
der Passivseite der Bilanz orientieren. Als Teil unseres sogenannten Asset-Liability-
Managements ermitteln wir die konomisch neutrale Position. Dieses synthetische 
Kapitalanlageportfolio bildet  unter Einbeziehung wesentlicher Nebenbedingungen 
bei der Anlage  die Charakteristika der Verbindlichkeiten gegenber den Versiche-
rungsnehmern bestmglich ab. 

Unter Beachtung unserer eigenen Risikotragfhigkeit sowie weiterer Investorenprfe-
renzen ermitteln wir auf der Grundlage nachhaltig erwarteter Kapitalmarktrenditen in 
einem Optimierungsprozess ein Benchmarkportfolio. Unser Assetmanager MEAG ist 
dafr verantwortlich, dieses strategische Benchmarkportfolio in konkrete Vermgens-
anlagen umzusetzen; er weicht nur in einem sorgfltig definierten Rahmen ab und 
bercksichtigt dabei die Marktmeinung fr das jeweilige Geschftsjahr. Der Soll-Ren-
dite als erwartetem Ertrag aus dem Benchmarkportfolio wird die Rendite des Ist-Port-
folios gegenbergestellt. Den Erfolg unseres Assetmanagers MEAG messen wir an der 
Hhe der berrendite, die er im Vergleich zum Benchmarkportfolio unter Bercksich-
tigung des eingegangenen Risikos erzielt hat. 

Neben diesen rein finanziellen Steuerungsgren spielen auch nicht finanzielle Fakto-
ren eine Rolle, etwa Innovationen, Prozessgeschwindigkeit, Ausbildungsstand der Mit-
arbeiter sowie Kundenzufriedenheit. Langfristig kann ein Unternehmen nur erfolgreich 
sein, wenn es nachhaltig wirtschaftet und zukunftsgerichteten qualitativen Faktoren 
ebenfalls Rechnung trgt. 

Wir verknpfen Strategie und operative Planung eng miteinander, indem wir unsere 
Strategien in strukturierten bersichten darstellen (den sogenannten Scorecards) und 
aus diesen Initiativen, Messgren und Verantwortlichkeiten ableiten. Die Scorecards 
umfassen vier Dimensionen: Finanzen, Mrkte und Kunden, Prozesse sowie Mitarbei-
ter. Das unternehmerische Denken und Handeln unserer Mitarbeiter frdern wir, indem 
wir Verantwortlichkeiten eindeutig zuweisen und dadurch deutlich machen, wie viel 
der Einzelne, eine Einheit oder ein Geschftsfeld zur Wertsteigerung beitrgt. Daher 
untersttzen auch unsere Anreizsysteme fr Mitarbeiter, Fhrungskrfte und Vorstand 
die klare Ausrichtung auf die Wertscha|ung: Je hher ein Mitarbeiter oder Geschfts-
leitungsmitglied in der Managementhierarchie angesiedelt ist, desto strker hngt 
seine Vergtung vom Erfolg ab. 

Um die Wertorientierung von Munich Re, die in den internen Steuerungsinstrumenten 
umgesetzt ist, bei der externen Kommunikation ebenfalls zu betonen, verwenden wir 
als Konzernziel eine risikoadjustierte Gre; Nheres dazu im Folgenden. 

Was wir erreichen wollen  Ausgangspunkt 2010 

Trotz erheblicher Groschden konnten wir mit einem Konzernergebnis von 2,4 
(2,6) Milliarden  2010 erneut ein erfreuliches Ergebnis erzielen. Dieser Gewinn ent-
spricht einer Verzinsung des IFRS-Eigenkapitals (Return on Equity, RoE) von 10,4 
(11,8) % bezogen auf den Mittelwert der zu den Bilanz- und Quartalsstichtagen aus-
gewiesenen IFRS-Eigenkapitalbestnde. Darber hinaus konnten wir die Kapital-
anlagerendite trotz des niedrigen Zinsumfelds auf 4,5 (4,3) % leicht verbessern. Diese 
Kapitalanlagerendite wird ermittelt aus dem Verhltnis zwischen dem Kapitalanlage-

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ergebnis von 8,6 (7,9) Milliarden  und dem Mittelwert der an den Bilanz- und Quar-
talsstichtagen zu Marktwerten bewerteten Kapitalanlagebestnde von 194 (181) Milli-
arden . Unser langfristiges Renditeziel, eine risikoadjustierte Eigenkapitalrendite 
nach Steuern (Return on Risk adjusted Capital, RoRaC) von 15 % ber den gesamten 
Zyklus hinweg, haben wir trotz Erreichung unseres fr 2010 gesteckten Ergebnisziels 
von ber 2 Milliarden  unterschritten. Mit einem RoRaC von 13,5 (15,1) % erzielten wir 
in Anbetracht der Groschadenereignisse und des niedrigen Zinsniveaus dennoch ein 
beachtliches Ergebnis. 

Die Schaden-Kosten-Quote, die man auch als Combined Ratio bezeichnet, beschreibt 
das prozentuale Verhltnis der Summe aus Leistungen an Kunden (netto) und Aufwen-
dungen fr den Versicherungsbetrieb (netto) zu den verdienten Beitrgen (netto). Dies 
entspricht der Summe aus der Schadenquote und der Kostenquote. Vereinfacht ausge-
drckt: Eine Schaden-Kosten-Quote von 100 % besagt, dass Schden und Kosten genau 
den Prmieneinnahmen entsprechen. Die Leistungen an Kunden (netto) schlieen die 
bezahlten Schden, die Vernderung der Schadenrckstellung sowie einen Groteil der 
sonstigen versicherungstechnischen Aufwendungen ein. Bei den Aufwendungen nicht 
bercksichtigt werden geringfgige Teile der sonstigen versicherungstechnischen Auf-
wendungen, beispielsweise die deutsche Feuerschutzsteuer. Die Aufwendungen fr 
den Versicherungsbetrieb (netto) umfassen im Wesentlichen die Kosten, die beim 
Abschluss neuer Versicherungsvertrge (zum Beispiel Provisionen) und fr die laufende 
Verwaltung von Vertrgen anfallen. 

Im Rckversicherungssegment Schaden/Unfall standen 2010 den Nettoaufwendun-
gen fr Versicherungsflle von 9.904 (9.243) Millionen  sowie den Nettoaufwendun-
gen fr den Versicherungsbetrieb von 4.437 (4.125) Millionen  verdiente Nettobeitrge 
von 14.193 (13.968) Millionen  gegenber. Die Schaden-Kosten-Quote betrgt somit 
100,5 (95,3) %  dies ist ein zufriedenstellender Wert, wenn man bedenkt, dass uns 
2010 Groschden aus Naturkatastrophen in Hhe von 1.564 Millionen  bzw. 11,0 % 
der verdienten Nettobeitrge strker belasteten als im Vorjahr. 

Im Erstversicherungssegment Schaden/Unfall standen 2010 den bezahlten Schden 
und der Vernderung der Schadenrckstellung von zusammen 3.130 (2.856) Millionen 
 sowie den Nettoaufwendungen fr den Versicherungsbetrieb von 1.621 (1.502) Millio-
nen  verdiente Nettobeitrge von 4.813 (4.568) Millionen  gegenber. Die Schaden-
Kosten-Quote in der Erstversicherung liegt mit 96,8 (93,2) % zwar ber dem Vorjahr, 
doch nach wie vor auf einem guten Niveau. 

Bei der Interpretation der Schaden-Kosten-Quote sind die besonderen Umstnde des 
einzelnen Versicherungszweigs zu bercksichtigen. Von erheblicher Bedeutung ist 
unter anderem, wie sich das Portfolio zusammensetzt. So sind beispielsweise folgende 
Zusammenhnge wichtig: 
// Je strker die Schadenbelastung im Zeitablauf schwankt, desto grer ist das Risiko 

und desto hher mssen die Beitrge sein, die erforderlich sind, um das Risiko zu 
decken. Dies bedeutet, dass die Schadenquoten in guten Jahren niedrig sind und 
ebenso die durchschnittlichen Schadenquoten, die dem Rckversicherer eine ange-
messene Vergtung fr die bernahme des Risikos gewhren. Das gilt besonders fr 
die Exponierung gegenber seltenen, aber sehr schweren Naturkatastrophen. 

// Bedeutsam ist die Zeitspanne zwischen dem Eingang der Beitrge und der Schaden-
zahlung. Je lnger diese Zeitrume sind, desto lnger knnen die eingenommenen 
Prmien auf dem Kapitalmarkt angelegt werden. So stehen hohen Schaden-Kosten-
Quoten in Sparten mit einer langen Schadenabwicklung (zum Beispiel Haftpflicht) 
regelmig hhere Ergebnisse aus Kapitalanlagen gegenber, mit denen die Scha-
denrckstellungen bedeckt sind. Diese Ertrge spiegeln sich in der Schaden-Kosten-
Quote nicht wider. 

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Deshalb mchten wir die Schaden-Kosten-Quote zwar so niedrig wie mglich halten; 
isoliert betrachtet ist sie fr uns jedoch keine hinreichend aussagefhige Zielgre. 

Mageblich ist stattdessen die konomische Wertscha|ung, die sich mit der Schaden-
Kosten-Quote nicht sinnvoll abbilden lsst. Diese verfolgen wir intern durch die deutlich 
aussagekrftigere Steuerungsgre Wertbeitrag. Ihr Merkmal ist, dass die Wertschaf-
fung nicht nur auf der Basis aktueller und prognostizierter Gewinne, sondern auch unter 
Bercksichtigung der Hhe der dabei eingegangenen Risiken zu messen ist. Fr die 
Betrachtung der Gesamtgruppe orientieren wir deshalb unsere Ziele  gewissermaen 
als verbindendes Element  an der risikoadjustierten Rendite. Sie ist zwar keine direkte 
und unmittelbare Messgre, aber dennoch ein aussagekrftiger Indikator fr die Wert-
scha|ung von Munich Re. 

Risikoorientiertes Konzern-Renditeziel fr 2011 

Die nach wie vor bestehenden Unsicherheiten, mgliche Nach- und Folgewirkungen 
der Finanz- und Wirtschaftskrise abzuschtzen, erschweren es weiterhin, Leitlinien fr 
den knftigen unternehmerischen Erfolg festzulegen. So sind die von uns fr das Jahr 
2011 gesetzten Ziele vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheiten als ehrgei-
zig zu betrachten. Dabei bauen wir erneut mit dem RoRaC auf einer risikoorientierten 
Zielgre auf, mit der wir seit 2006 in der externen Kommunikation arbeiten. Um sie 
zu bestimmen, setzen wir den erzielten oder angestrebten und in Euro ausgedrckten 
Gewinn in Relation zum erforderlichen Risikokapital. Dessen Hhe ermitteln wir mit 
unserem internen Risikomodell und ver|entlichen das Ergebnis einmal jhrlich. Erlu-
terungen zum internen Risikomodell finden Sie auf Seite 126 |. Damit orientieren wir 
uns an den konomischen Standards, die teilweise schon die aktuellen, jedenfalls aber 
die knftigen Anforderungen von Aufsichtsbehrden und Ratingagenturen stark prgen. 

Der RoRaC ist wie folgt definiert: 

Konzernergebnis  Zinssatz . .a  Steuersatz. . zustzlich vorhandenes konomisches Eigenkapital 

RoRaC . 

Risikokapital 

Der Zhler der Formel besteht aus dem ver|entlichten IFRS-Konzernergebnis, berei-
nigt um Nachsteuerertrge (Zinssatz x [1  Steuersatz]), die  bei gegebener Risiko-
toleranz  auf Kapital generiert werden, das nicht unter Risiko steht. Als Bezugsgre 
fr die Bereinigung dient das Kapital, das ber das notwendige Risikokapital hinaus-
geht, das sogenannte zustzlich vorhandene konomische Eigenkapital. Wie man es 
bestimmt, erlutern wir auf Seite 133. Es ist teilweise fr Rating- und Solvenzzwecke 
sowie fr profitables Wachstum erforderlich, soll jedoch durch unser aktives Kapital-
management knapp gehalten werden. Denn das zustzlich vorhandene konomische 
Eigenkapital wird in der hier vorgestellten Systematik nur risikolos verzinst. Der Grund: 
Smtliche Risikokomponenten der Kapitalanlagen und der Versicherungstechnik wer-
den durch das interne Risikomodell mit Risikokapital hinterlegt und sind deshalb mit 
Renditeanforderungen verbunden. Zwar orientieren wir uns an der risikoadjustierten 
Rendite als Zielgre. Dennoch streben wir darber hinaus an, dass die Verzinsung auf 
das uns berlassene gesamte Kapital den berechtigten hohen Erwartungen unserer 
Investoren entspricht. 

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Wie hoch soll das RoRaC-Ziel gesteckt werden? 

An unserem langfristigen Ziel von 15 % RoRaC nach Steuern ber den Zyklus der Versi-
cherungs- und Zinsmrkte hinweg halten wir zunchst fest. Es ist jedoch angesichts 
der gegenwrtig noch immer niedrigen Zinsen nur schwer zu erreichen. Sobald die 
Anforderungen von Solvency II und den neuen IFRS-Rechnungslegungsstandards fr 
Versicherungsvertrge und Finanzinstrumente feststehen, wollen wir unsere Zielmess-
gren an den neuen Kennzahlen dieser dann stark konomisch geprgten Welt orien-
tieren. Fr 2011 streben wir ein Konzernergebnis von etwa 2,4 Milliarden  an. Dieses 
Ziel ist allerdings im Hinblick auf die Groschadenbelastung in den ersten zwei Mona-
ten nur erreichbar, wenn die zufallsbedingten Groschden im weiteren Jahresverlauf 
unter unseren Erwartungen bleiben. 

Welche Annahmen legen wir zugrunde? 

Wir gehen in der Erst- wie in der Rckversicherung von einem statistisch erwartbaren 
Schadenverlauf aus. Solange sich die Zusammensetzung unserer Geschftsportfolios 
nicht signifikant verschiebt, gehen wir in der Schaden- und Unfallrckversicherung 
ber den Marktzyklus hinweg von einer Schaden-Kosten-Quote von ca. 97 % der ver-
dienten Nettobeitrge aus, bei einer durchschnittlichen Groschadenbelastung aus 
Naturkatastrophen von 6,5 %. Da uns schon bis Ende Februar 2011 Groschden wie 
die berschwemmungen bei Brisbane und  ebenfalls in Australien  der Sturm Yasi 
sowie das Erdbeben in Neuseeland getro|en haben, werden wir unsere Zielmarke nur 
erreichen, wenn die zufallsbedingten Groschden im weiteren Jahresverlauf unter 
unseren Erwartungen bleiben. In der Schaden- und Unfallerstversicherung sollte die 
Schaden-Kosten-Quote auf einem guten Niveau von unter 95 % liegen. 

Embedded Value als zustzliche Steuerungsgre 

Im Lebensversicherungs- sowie im deutschen Krankenerstversicherungsgeschft 
bildet der MCEV eines der Fundamente unserer wertorientierten Steuerung. 

Unsere Ziele ambitioniert, aber erreichbar 

Bei der Auswahl geeigneter Zielgren sind gegenlufige Aspekte zu bercksich- 
tigen und abzuwgen: Einerseits sollten sie nicht zu komplex sein, damit die Ziele fr 
An leger, Mitarbeiter und |entlichkeit noch verstndlich sind. Andererseits liegt die 
Herausforderung darin, nicht zu sehr zu vereinfachen, die konomischen Realitten 
so gut wie mglich abzubilden und das gesamte Unternehmen dadurch auf nachhal-
tige Wertscha|ung auszurichten. Wie die Beschreibung bereits verdeutlicht hat, sind 
die Zusammenhnge vielschichtig, da ein Nebeneinander verschiedener Messgren 
unvermeidbar ist. 

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.. GESCHFTSVERLAUF 

Wichtige Kennzahlen1 
JC<C JCCA JCC@ JCCK JCCL 
Gebuchte Bruttobeitrge Mrdnop kjqj kcqk ieqm ieqi ieqk 
Schaden-Kosten-Quote 
Rckversicherung Schaden/Unfall g cbbqj djqi ddqk dhqk daqh 
Erstversicherung Schaden/Unfall g dhqm diqa dbqd diqk dbqm 
Munich Healtha g ddqe ddqk 
Versicherungstechnisches Ergebnis Mionop cndhj aneke anejh 
Ergebnis aus Kapitalanlagen Mionop mnhka enmmi jndch dnaji mndea 
Nicht versicherungstechnisches Ergebnis Mionop anbci cndek cnbem 
Operatives Ergebnis Mionop indem kneac inmik jnjei jnmee 
Konzernergebnis Mionop ankib anjhk cnjed indai injcd 
Kapitalanlagen Mrdnop cdiqc cmaqa cekqd cehqa cehqd 
Versicherungstechnische Rckstellungen rnettos Mrdnop cecqc chiqd cjeqc cjaqk cjiqd 
Eigenkapital Mrdnop aiqb aaqi acqc ajqi ahqi 
c Vorjahreswerte angepasst aufgrund des Ausweises von Munich Health als eigenes Segmentq siehe Abschnitt Bilanzierung und Bewertungn 
a Ohne nach Art der Lebensversicherung betriebenes Krankenversicherungsgeschftn 

Am Anstieg der Bruttobeitrge waren WhrungskurseJekte sowie organisches 
Wachstum gleichermaen beteiligt. Wegen der hohen Schadenbelastung lag die 
Schaden-Kosten-Quote in der Rck- wie in der Erstversicherung deutlich ber dem 
Vorjahresniveau. Dass wir dennoch ein hnlich gutes Konzernergebnis wie im Vorjahr 
erreichten, ist dem sehr erfreulichen Kapitalanlageergebnis und einer niedrigeren 
Steuerquote zu verdanken. 

Konzernumsatz 1 

abcb 
ceg ikg 
;<> 
ckg cag cag 
?@> <<> 
abbd 
chg ijg cjg 
;<> 
cig cag 
BC> A> 

bg abg kbg hbg mbg cbbg 
Rckversicherung8 Leben Schaden/Unfall Erstversicherung8 Leben Gesundheit Schaden/Unfall Munich Health 
1 Nach Eliminierung segmentbergreifender konzerninterner Geschftsvorflle. 

Bei der Berichterstattung ber die einzelnen Geschftsbereiche gilt: Volumina und 
Erfolge aus Geschften innerhalb eines Segments werden eliminiert; Zahlen, die sich 
aus Geschften mit Unternehmen anderer Segmente herleiten (zum Beispiel aus 
konzerninternen Rckversicherungsabgaben von Erstversicherern an Rckversicherer), 
sind in den Daten enthalten. 

Unsere Kapitalanlagen, die zur Bedeckung unserer versicherungstechnischen Rck-
stellungen und anderer Verbindlichkeiten dienen, werden nicht durchgehend getrennt 
nach Geschftsfeldern verwaltet. Somit ist eine Aufteilung der Kapitalanlageergebnisse 
und Kapitalanlagebestnde von Rckversicherungsgesellschaften, die Leben-, Kranken- 
sowie Schaden- und Unfallrckversicherung betreiben und damit nicht eindeutig einem 
Segment direkt zugeordnet werden knnen, erforderlich. Wo wir als Rckversicherer 
die versicherungstechnischen Rckstellungen bei unseren Kunden besichern, weisen 
wir die daraus resultierenden Depotforderungen mit den zugehrigen Zinsen selbstver-
stndlich przise mit den Originalbetrgen dem jeweiligen Segment zu. Dasselbe gilt 

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.. GESCHFTSVERLAUF 

fr Bestnde und Ertrge aus Rckversicherungsdeckungen fr fondsgebundene 
Rentenversicherungen mit variablen Garantien (sogenannte GMxB). Fr alle brigen 
Bestnde und Ertrge nehmen wir eine zwangslufig unvollkommene geschlsselte 
Verteilung vor. Hier haben wir unsere Methode weiterentwickelt: Bis 2009 haben wir 
Kapitalanlagebestnde und Kapitalanlageergebnisse der Rckversicherungsgesell-
schaften mit Ausnahme der Mnchener Rck AG nach Hhe der Rckstellungen sor-
tiert. Bei der Aufteilung des Kapitalanlageergebnisses der Mnchener Rck AG wurde 
der nach direkter Zuordnung verbleibende Rest nach Hhe der Beitrge verteilt. Ab 
2010 teilen wir Kapitalanlageergebnis und Kapitalanlagebestand anhand eines Schls-
sels, der auf den versicherungstechnischen Rckstellungen basiert, auf. Die Werte des 
Vorjahres wurden entsprechend angepasst. 

Konzernergebnis 
JC<C Vorjahr Vernderung 
Mionop Mionop g 
Rckversicherung anbdd anjeh cmqj 
Erstversicherung hjh ihe emqe 
Munich Health hi ae ciiqi 
Assetmanagement ie cd dkqe 
Konsolidierung kaj kaj  
Gesamt JPB?C JP;LB ;RJ 
Die Rckversicherung war im Berichtszeitraum geprgt von hohen Belastungen aus 
Groschden, was zu einem Rckgang des Ergebnisses fhrte. Nhere Erluterungen 
zum Geschftsverlauf der Rckversicherung finden Sie auf Seite 75 J. 

Trotz Abschreibungen auf Geschfts- oder Firmenwerte in Hhe von 109 Millionen  
erzielte die Erstversicherung ein hheres Konzernergebnis, was dem besseren 
Kapitalanlageergebnis zu verdanken ist. ber die Erstversicherung berichten wir auf 
Seite 87 J. 

Das Segment Munich Health konnte im Berichtsjahr ein hheres Konzernergebnis 
beisteuern. Das Segment umfasst die weltweite Krankenrckversicherung sowie die 
Krankenerstversicherung auerhalb Deutschlands und wird 2010 erstmalig als eigen-
stndiges Segment nach IFRS 8 ausgewiesen. Sein Geschft wurde bisher berwie-
gend in den Segmenten Rckversicherung Leben/Gesundheit und Erstversicherung 
Gesundheit ausgewiesen. Das Geschft des Segments Rckversicherung Leben/ 
Gesundheit ohne Munich Health wird nunmehr in dem neu hinzugekommenen Seg-
ment Rckversicherung Leben abgebildet. Im Erstversicherungssegment Gesundheit 
verbleiben das Krankenerstversicherungsgeschft in Deutschland sowie das Reise-
versicherungsgeschft. Die Werte des Vorjahres wurden entsprechend angepasst. 
Erluterungen zum Geschftsverlauf von Munich Health finden Sie auf Seite 92 f. 

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.. GESCHFTSVERLAUF 

JC<C 
abbd 
abbm 
abbe 
abbh 
LKRL 
hjqc 
hcqh 
jmqc 
jeqi 
Anteil des Auslandsgeschfts am Umsatz< 
J?RA> 
A@RL> 
diqkg 
aaqag 
dkqhg 
maqag 
ceqmg 
mbqhg 
cdqkg 
maqdg 
ceqcg 
A?R@> 
bg abg kbg hbg mbg cbbg Gesamt 


Rckversicherung 
Erstversicherung 
Munich Health 
c Nach Eliminierung segmentbergreifender konzerninterner Geschftsvorfllen 

Whrend wir in der Rckversicherung und bei Munich Health weltweit ttig sind, er-
wirtschaften wir in der Erstversicherung den Groteil des Umsatzes im Inland. Der 
Auslandsanteil in der Erstversicherung stieg dank des organischen Wachstums sowie 
positiver WechselkurseJekte weiter an. 

Der Steueraufwand war mit 692 (1.264) Millionen  niedriger als im Vorjahr. Die 
Steuerquote liegt mit 22,2 (33,0) % erheblich unterhalb der in Deutschland blicher-
weise anzutreJenden Steuerbelastung. Verantwortlich fr die niedrige Konzernsteuer-
belastung sind neben Konzernteilen, die einer vergleichsweise geringeren nominellen 
Belastung unterliegen, die in den USA erzielten Konzernergebnisse. Ein Groteil der 
dortigen positiven Ergebnisse konnte mit vorhandenen steuerlichen Verlustvortrgen 
verrechnet werden, auf welche bisher noch keine aktiven latenten Steuern gebildet 
wurden. Die Ergebnisse sind daher weder mit laufenden noch mit latenten Steuern 
belastet. 

Der Rckgang der Steuerquote gegenber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf einen 
hheren Anteil der Gewinne aus den USA am Konzernergebnis zurckzufhren. 
Darber hinaus war die Steuerquote des vergangenen Jahres durch Steuernachzahlungen 
fr das Vorjahr erhht. 

Whrungseinflsse 

Whrungskursschwankungen wirken sich auf unseren Konzernabschluss aus. Die 
erfolgsneutrale Umrechnung der Abschlsse unserer auslndischen Tochterunterneh-
men in die Konzernberichtswhrung Euro schlgt sich in der Rcklage aus der Wh-
rungsumrechnung nieder und beeinflusst somit die Hhe des Konzerneigenkapitals. 
Grundstzlich erhhen steigende Fremdwhrungskurse das Konzerneigenkapital, 
fallende Fremdwhrungskurse verringern es. 

Dagegen werden UmrechnungsdiJerenzen in den Einzelabschlssen unserer Tochter-
unternehmen berwiegend erfolgswirksam ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um 
die Umrechnung von Fremdwhrungspositionen in die jeweilige funktionale Whrung, 
das heit die Whrung, in welcher der Einzelabschluss erstellt wird. Eine berdeckung1 
in einer bestimmten Fremdwhrung fhrt bei steigenden Fremdwhrungskursen im 

c Bilanzielle berdeckung liegt vorq wenn mehr Aktiva als Passiva in einer bestimmten Fremdwhrung gehalten werdenn 

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KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

Saldo zu einem positiven Ergebnisbeitrag, eine fallende Fremdwhrung verursacht im 
Saldo einen negativen Ergebnisbeitrag. Bei einer Unterdeckung ergeben sich gegen-
lufige EJekte. Im Rahmen des Konzernabschlusses erfassen wir diese Umrechnungs-
diJerenzen im sonstigen nicht operativen Ergebnis. 

Darber hinaus spiegeln sich EJekte aus Whrungsschwankungen bei Perioden-
vergleichen in allen anderen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung wider. So 
steigen beispielsweise die in die Konzernberichtswhrung Euro umgerechneten 
gebuchten Bruttobeitrge, sofern deren Originalwhrung gegenber dem Euro und 
der Vorperiode aufgewertet hat. Fallende Fremdwhrungskurse wirken sich umge-
kehrt aus. 

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 

Zum 1. Januar 2011 erwarben wir 100 % der Anteile des US-Medicare-Anbieters 
Windsor Health Group (Windsor). Der Kaufpreis betrug 131 Millionen US$ (98 Millio-
nen ); nhere Informationen finden Sie im Konzernanhang unter (53) Ereignisse 
nach dem Bilanzstichtag. 

Ebenfalls zum 1. Januar 2011 erwarben wir 100 % der stimmberechtigten Anteile an 
elf Windpark-Gesellschaften. Der vorlufige Kaufpreis betrgt 40,5 Millionen ; 
nhere Informationen finden Sie im Konzernanhang unter (53) Ereignisse nach dem 
Bilanzstichtag. 

In China wird ERGO mit der Shandong State-owned Assets Investment Holding 
Company (SSAIH) ein Joint Venture grnden, das in der Provinz Shandong vor allem 
Lebensversicherungen fr Privatkunden anbieten soll. Wir und SSAIH werden jeweils 
die Hlfte der Anteile am geplanten Joint Venture halten. Laut Gesellschaftsvertrag 
zahlen wir fr unseren Anteil am Grundkapital der Gesellschaft 300 Millionen RMB 
(34 Millionen ). Der Aufbau des Unternehmens wird beginnen, sobald die Aufsichts-
behrde ihre Genehmigung erteilt hat. Der Gesellschaftsname soll ERGO China Life 
Insurance Co., Ltd. lauten. 

Die berschwemmungen als Folge extremer Niederschlge in Australien hielten ber 
den Jahreswechsel hinaus an. Ferner wurde Australien im Februar 2011 von dem Zyklon 
Yasi getroJen. Fr 2011 rechnen wir derzeit fr Munich Re mit einer Schadenbelastung 
nach Retrozession in Hhe eines niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionen-Euro-
Betrags aus diesen Ereignissen. Zudem ereignete sich am 22. Februar 2011 ein schwe-
res Erdbeben der Magnitude 6,3 nahe der Stadt Christchurch in Neuseeland; Munich 
Re ist exponiert. 

Aus dem Aktienrckkaufprogramm, das der Vorstand der Mnchener Rck AG am 

7. Mai 2010 beschlossen hat, haben wir nach dem Bilanzstichtag bis 25. Februar 2011 
weitere 1,7 Millionen Aktien der Mnchener Rck AG im Wert von 195 Millionen  
zurckgekauft. 
MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

Rckversicherung 


// Anstieg der Beitragseinnahmen um 8,4% auf 23,6 Milliarden , vor allem durch 
grovolumige Transaktionen 

// Schaden-Kosten-Quote bei 100,5%, zufriedenstellender Wert in Anbetracht 
deutlich hherer Groschadenbelastung 

// Kapitalanlageergebnis von 3,4 Milliarden  

// Zufriedenstellendes Konzernergebnis bei 2,1 Milliarden  

Wichtige Kennzahlen 
JC<C JCCA JCC@ JCCK JCCL 
Gebuchte Bruttobeitrge 
Leben Mionop endbc hnedh 
Leben/Gesundheit Mionop encib enadi enhhj 
Schaden/Unfall Mionop cjnebc ckndme ckneid cknaak cknjjc 
Schadenquote 
Gesundheit c g ehqb eaqb hmqj 
Schaden/Unfall g hdqi hjqm hdqh heqd hkqe 
davon. Naturkatastrophena g-Punkte ccqb cqk hqa kqe cqb 
Kostenquote 
Gesundheitc g aiqc ahqk aeqm 
Schaden/Unfall g icqa adqj adqm amqj aeqd 
Schaden-Kosten-Quote 
Gesundheitc g ddqc dmqk dhqi 
Schaden/Unfall g cbbqj djqi ddqk dhqk daqh 
Operatives Ergebnis? 
Leben Mionop kik ecm 
Leben/Gesundheit Mionop dib 
Schaden/Unfall Mionop anjbd inimc anmda 
Konzernergebnis 
Leben Mionop adi khj 
Leben/Gesundheit Mionop ebj eck jhc 
Schaden/Unfall Mionop cnmbh anccc cnhdj anjmh ancik 
c Ohne nach Art der Lebensversicherung betriebenes Krankenversicherungsgeschft. 
a abbh bis abbe angepasst aufgrund von Methodennderung. 
i Nicht verfgbar fr die Geschftsjahre abbh bis abbe aufgrund Erstanwendung IFRS m im Geschftsjahr abbd. 


Munich Re ist in nahezu allen Zweigen der Rckversicherung ttig. Wir bieten die ge-
samte Produktpalette an, von der traditionellen Rckversicherung bis zu innovativen 
Lsungen fr die Risikobernahme. Dabei setzen wir unser umfassendes Risikowissen 
verstrkt ein, um fr unsere Kunden individuelle Lsungen bei vielschichtigen Frage-
stellungen zu entwickeln. 

Vertrieb 

Als Rckversicherer zeichnen wir unser Geschft sowohl im direkten Kontakt mit den 
Erstversicherern als auch ber Makler. Neben dem traditionellen Rckversicherungs-
geschft beteiligen wir uns auch als Risk Solutions am Erstversicherungsgeschft von 
Industriekunden, an Versicherungspools, Public Private Partnerships sowie Geschft in 
spezialisierten Nischensegmenten. Entscheidender Erfolgsfaktor ist immer unsere 
Risikoexpertise. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


Umsatzplus von 8,4% 

KONZERNLAGEBERICHT 
.. GESCHFTSVERLAUF 

Ergebnis 

Das Rckversicherungsgeschft von Munich Re war 2010 geprgt von hohen Belastun-
gen aus Groschden. Die Gesamtbelastung durch Groschden lag ber den Erwar-
tungen und den mehrjhrigen Durchschnittswerten  sie betrug 2.228 (1.157) Millionen 
; 11,0 (1,4) Prozentpunkte der Schaden-Kosten-Quote stammen aus Naturkatastro-
phen. Das Konzernergebnis sank um 18,5 % auf 2,1 (2,6) Milliarden . Bei der Kapital-
anlage erzielten wir ein gutes Resultat von 3.436 (3.796) Millionen . Ausschlaggebend 
war, dass wir Gewinne aus der Veruerung von Kapitalanlagen realisierten. Das ope-
rative Ergebnis fr die Rckversicherung, in das auch das Kapitalanlageergebnis ein-
fliet, ging um 28,2 % auf 2,9 (4,1) Milliarden  zurck. Das versicherungstechnische 
Ergebnis belief sich auf 1,3 (1,9) Milliarden . 

Umsatz 

Mit 23,6 (21,8) Milliarden  verzeichneten wir 2010 gestiegene Beitragseinnahmen 
(8,4 %), bei unvernderten Wechselkursen wren sie um 1,5 % geklettert. Rund 19 Milliar-
den  oder 81 % der Beitrge wurden in Fremdwhrung gezeichnet, davon 37 % in US-Dol-
lar und 12 % in Kanadischen Dollar. 19 % unseres Umsatzes generierten wir in Euro. 

Nach wie vor verfolgten wir konsequent unsere Zeichnungspolitik, die von risikoadqua-
ten Preisen und Bedingungen bestimmt ist. Aufgrund der hohen Marktkapazitt, der 
wirtschaftsbedingt keine ausreichend steigende Nachfrage gegenberstand, waren die 
Preise auf den Rckversicherungsmrkten, soweit keine Schadenbelastungen vorlagen, 
generell unter moderatem Druck. Die Preise in unseren Portfolios konnten aufgrund 
unseres aktiven Zyklusmanagements hingegen 2010 stabil gehalten werden. Zudem 
legten wir bei den Beitrgen durch grovolumige Transaktionen in der Lebensrckver-
sicherung zu. 

Bruttobeitrge nach Ressorts 

<J \<J]> Special and 
Financial Risks 



?? \?<]> Life 


<B \<?]> Germanyq Asia 
Pacific and Africa 


<; \<L]> Europe and Latin JL \J@]> Global Clients and 
America 

North America 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


16,3% Plus beim Umsatz 

KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

Leben 


// Umsatzsteigerung um 16,3% 
// Market Consistent Embedded Value (MCEV) bei 8.284 Millionen  


Die Bewertung der Lebensrckversicherungsvertrge erfolgt auf Basis der MCEV 
Principles. Der MCEV setzt sich zusammen aus dem im Unternehmen vorhandenen 
Eigenkapital und dem sogenannten Bestandswert. Dieser ist der Barwert der nach 
finanz- und versicherungsmathematischen Grundstzen berechneten zuknftigen 
Nettoertrge aus dem Versicherungsbestand und den damit verbundenen Kapitalanlagen 
unter Bercksichtigung des Zeitwerts der finanziellen Optionen und Garantien 
sowie der explizit berechneten Kapitalkosten (siehe auch Seite 55 f.). 


Der MCEV des gesamten Lebensrckversicherungsgeschfts erhhte sich im abgelaufenen 
Geschftsjahr auf 8.284 (6.773) Millionen . Zu den Gesamtertrgen von 1.018 


(1.616) Millionen  trugen das Bestandsgeschft sowie 2010 gezeichnetes Neugeschft 
je etwa hlftig bei. Der Neugeschftswert von 475 (562) Millionen  setzt sich zusam-
men sowohl aus nachhaltigem Neugeschft in verschiedenen Mrkten als auch aus 
einigen groen Geschftsblcken. Eine Darstellung des MCEV ist auf der Internetseite 
von Munich Re verfgbar. 
Mit einem Bruttobeitragsvolumen von 7.901 Millionen  stieg der Umsatz in der 
Lebensrckversicherung im Vergleich zum Vorjahr um 16,3 %. Der wesentliche Motor 
fr dieses Plus: eine Reihe grovolumiger Vertrge, bei denen Lebensrckversicherung 
primr als Kapitalersatz fungiert. Diese vorwiegend im Jahr 2009 mit Kunden in Nord-
amerika, Asien und Kontinentaleuropa gettigten Abschlsse fhrten 2010 zu einer 
weiteren Umsatzsteigerung. Gegenlufig wirkten die Folgen der weltweiten Rezession, 
die teilweise die Geschftsentwicklung bei unseren Kunden belasteten und damit auch 
die zur Verfgung stehenden Geschftsvolumina in der Rckversicherung reduzierten. 

Grundlegende Wachstumsimpulse fr unser zuknftiges Neugeschft erwarten wir 
aus den anhaltenden Privatisierungstendenzen bei der Alters-, Pflege- und Berufsun-
fhigkeitsvorsorge sowie der dynamischen Entwicklung der Versicherungsmrkte in 
Asien. Weiter steigenden Bedarf sehen wir auch beim Management von Kapitalanlage-
risiken in Lebensversicherungsprodukten. So haben wir die Infrastruktur geschaJen, 
um unseren Kunden umfassende Lsungskonzepte bei der Absicherung von kapital-
marktabhngigen Optionen und Garantien anbieten zu knnen. Schlielich bauen wir 
sukzessive die Dienstleistungspalette fr unsere Kunden aus, um darber Zugang zu 
profitabler Rckversicherung zu erhalten. Besondere Bedeutung haben Beratungsleis-
tungen und Produkte zur EJizienzsteigerung bei den Kernprozessen unserer Kunden. 
In diesem Bereich bieten wir ber unsere Tochtergesellschaft Allfinanz modernste 
internetbasierte Software-Lsungen zur Automatisierung der Risikoprfung und der 
Policierung in der Lebensversicherung an. 

In einzelnen wichtigen Mrkten stellt sich die Situation wie folgt dar: 

Ein wichtiger Bestandteil unseres Lebensrckversicherungsgeschfts in Deutschland 
ist die Deckung des Berufsunfhigkeitsrisikos. In diesem Segment galt es, die Auswir-
kungen der Finanzkrise besonders genau zu beobachten. Aufgrund unseres Markt- und 
Produktwissens waren wir in der Lage, unsere Kunden insbesondere bei der Entwick-
lung zukunftsfhiger Produktkonzepte zu untersttzen. Durch Beratung der Kunden 
beim Schadenmanagement sowie dank der zwischenzeitlich sprbaren konjunkturellen 
Erholung war der Schadenverlauf nicht auerordentlich belastet. Im brigen fhrte die 
bereits im Jahr 2009 durchgefhrte Bereinigung der konzerninternen Rckversicherung 
2010 zu einem Rckgang der Beitragseinnahmen im Rckversicherungssegment um 
ca. 0,3 Milliarden . 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

In den USA steigerte unsere Tochtergesellschaft Munich American Reassurance Com-
pany ihre Bruttoprmie auf 1,7 (1,5) Milliarden . Damit konnte sie ihre Position unter 
den fhrenden Lebensrckversicherungsunternehmen behaupten. Trotz des intensiven 
Wettbewerbs sehen wir gute Chancen, im Bereich der Todesfalldeckungen profitabel 
zu wachsen, indem wir unseren Kunden auf deren Bedrfnisse zugeschnittene Rck-
versicherungskapazitt anbieten. Das versicherungstechnische Ergebnis blieb hinter 
den Erwartungen zurck. Whrend wir in unserem Kerngeschft, der Deckung von 
Sterblichkeitsrisiken, einen gnstigen Schadenverlauf verzeichneten, erwarten wir in 
der Zukunft einen Anstieg bei den Leistungen bei Pflegeversicherungen. Fr eine Er-
hhung der Reserven einschlielich Wertberichtigungen auf fr dieses Geschft akti-
vierte Abschlusskosten waren deshalb ca. 315 Millionen  aufzuwenden. 

In Kanada konnte Munich Re, Toronto (Life) auch 2010 Prmien und Ergebnis ausbauen. 
Sie hat in allen Sparten ihrer Geschftsttigkeit (Leben, Invaliditt, Gesundheit, Critical 
Illness und Pflegeversicherung) eine fhrende Marktposition. Die Beitragseinnahmen 
stiegen auf 2,2 (1,6) Milliarden , dies vor allem aufgrund grovolumiger Geschftsab-
schlsse aus dem Vorjahr, fr die erstmals im Jahr 2010 der volle Jahresumsatz ausge-
wiesen wird. Zum herausragenden Ergebnis trug besonders der positive Schadenverlauf 
im Einzellebensgeschft bei. Aufgrund der Marktstellung befindet sich unsere kanadi-
sche Niederlassung in einer ausgezeichneten Position, die Dynamik in der Geschfts- 
und Ergebnisentwicklung auch fr 2011 aufrechtzuerhalten. 

Mit knapp 1,0 (0,6) Milliarden  Beitragseinnahmen entwickelten sich die asiatischen 
Lebensversicherungsmrkte 2010 zu einem Haupttreiber bei Umsatz und Ergebnis 
unseres Lebensrckversicherungsgeschfts. Wir fhrten zukunftsweisende Produkt-
konzepte im Segment Living Benefits sowie andere auf die Kundenbedrfnisse zuge-
schnittene Beratungsleistungen ein. Dadurch konnten wir die Geschftsentwicklung 
bei unseren Kunden sprbar frdern und ber Rckversicherung daran partizipieren. 
Zudem haben wir gerade in Asien Erfolg mit Transaktionen, die primr auf eine Str-
kung der Solvenz unserer Kunden abzielen. Durch globalen Knowhow-Transfer knnen 
wir in den sich entwickelnden Mrkten einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Auch 2010 
erhhten wir unser Engagement in der Region weiter. Im Juli wandelten wir unsere 
Reprsentanz in Tokio in eine Niederlassung um. Damit knnen wir an den besonderen 
Geschftsmglichkeiten, die sich aus dem Strukturwandel der japanischen Lebensver-
sicherung ergeben, als Rckversicherer noch erfolgreicher teilhaben. 

Der Wettbewerb auf dem britischen Lebensversicherungsmarkt ist weiterhin sehr 
intensiv. Ein berangebot an Rckversicherungskapazitt fhrt zu einem anhaltenden 
Preisdruck bei reinen Todesfalldeckungen. Dabei sind wir bereit, Marktanteile aufzuge-
ben, sofern sich unsere Erwartung an einen risikoadquaten Preis nicht durchsetzen 
lsst. Im Gruppenrckversicherungsgeschft erweiterten wir unsere Produktpalette 
vor allem im Bereich der Automatisierung der Geschftsprozesse bei unseren Kunden. 
Die Geschftsaussichten in diesem Bereich bleiben auch fr 2011 gut. Zur verbesser-
ten Diversifizierung unseres Portfolios prfen wir insbesondere fr den britischen 
Markt preislich attraktive Mglichkeiten zur bernahme von Langlebigkeitsrisiken. In 
Grobritannien verzeichnete Munich Re, London (Life) insgesamt Bruttobeitragsein-
nahmen von 0,8 (0,8) Milliarden . 

In Spanien und Portugal ist unser Lebensgeschft in den vergangenen Jahren stark 
gewachsen. Zum weiteren Ausbau unserer fhrenden Position und um die Potenziale 
in Lateinamerika noch besser zu heben, verstrken wir 2011 das Team von Munich Re, 
Madrid deutlich und bertragen ihm die operative Managementverantwortung fr 
Spanien, Portugal und Lateinamerika. Dies wird unserem Geschft gerade in Lndern 
mit hohen wirtschaftlichen Zuwchsen wie Brasilien zugutekommen. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


Schaden-Kosten-Quote 
bei 100,5% 

KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

Unsere Tochtergesellschaft Munich Reinsurance Company of Australasia Ltd., ber die 
wir unser Lebensrckversicherungsgeschft in Australien und Neuseeland zeichnen, 
wies in den vergangenen Jahren starkes Wachstum auf. 2010 gelang es, die Prmien-
einnahmen bei attraktiven Gewinnmargen um weitere 45,5 % zu steigern. 

Profitables Wachstum verzeichneten wir auch auf dem afrikanischen Kontinent. 
Unsere Tochtergesellschaft Munich Reinsurance Company of Africa Ltd. erhhte ihre 
Beitragseinnahmen um 45,7 % auf 153 Millionen . Die afrikanischen Mrkte und 
besonders Sdafrika bieten weiterhin gute Chancen fr berdurchschnittliches und 
profitables Wachstum. 

Schaden 
und 
Unfall 


// Zufriedenstellendes Ergebnis von 1.806 Millionen  
// Schaden-Kosten-Quote bei 100,5% 

In der Schaden- und Unfallrckversicherung erwirtschafteten wir insgesamt ein in An-
betracht der hohen zufallsbedingten Groschadenbelastung zufriedenstellendes Ergeb-
nis. In einem weiterhin wettbewerbsintensiven Marktumfeld konnten wir dank unserer 
Kapitalstrke und unseres Risiko-Knowhows in den Vertragserneuerungen 2010 gute 
Konditionen erzielen und die Profitabilitt des Portfolios nahezu konstant halten. 

Fr die kommenden Jahre sehen wir  besonders auf den europischen und einzelnen 
asiatischen Mrkten  Wachstumspotenziale durch die Einfhrung von Solvency II: 
Da die Solvenzanforderungen steigen, drfte ebenso die Nachfrage nach Rckversiche-
rungslsungen zunehmen. Um uns auf diese Entwicklung vorzubereiten, stehen wir 
bereits in einem intensiven Dialog mit unseren Kunden und haben dafr entsprechende 
Manahmen angestoen. 

Ergebnis 

Wir erreichten 2010 ein operatives Ergebnis von 2.509 (3.381) Millionen  und ein 
zufriedenstellendes Konzernergebnis von 1.806 (2.111) Millionen . ber den Markt-
zyklus hinweg rechnet Munich Re mit einer Schadenquote von etwa 97 % der ver-
dienten Nettobeitrge, die 2010 aufgrund der hohen Groschadenbelastung mit 
100,5 (95,3) % jedoch deutlich berschritten wurde. 

Die Summe der Schden aus Naturkatastrophen lag bei 1.564 (196) Millionen . Das 
entspricht 11,0 (1,4) Prozentpunkten der verdienten Nettobeitrge und bertriJt deutlich 
die ursprnglich erwarteten 6,5 %. Das Erdbeben in Chile war der grte Einzelschaden 
des Jahres 2010 (748 Millionen ); gemessen an der Belastung von Munich Re handelte 
es sich um den drittgrten Schaden in der Firmengeschichte nach dem Anschlag auf 
das World Trade Center (2001) und dem Wirbelsturm Katrina (2005). Daneben ereigne-
ten sich weitere groe Naturkatastrophen: Hervorzuheben sind vor allem das Erdbeben 
in Neuseeland im September (339 Millionen ), die berschwemmungen in Australien 
im Dezember (267 Millionen ), zwei Hagelunwetter in Australien im Mrz (171 Millio-
nen ), Wintersturm Xynthia in Europa Ende Februar (47 Millionen ) sowie die Sch-
den durch starke Schneeflle an der amerikanischen Ostkste im Februar (30 Millionen 
). Die Hurrikan-Saison im Nordatlantik verlief dagegen eher mild. Es bildeten sich zwar 
groe Wirbelstrme; sie erreichten glcklicherweise jedoch nur selten dicht besiedelte 
Kstenregionen. 

Die von Menschen verursachten Groschden lagen 2010 mit 664 (962) Millionen  
unterhalb des Vorjahreswerts, der wegen der Finanzkrise von Ausfllen in der Kredit- 
und Kautionsversicherung geprgt war. Herausragend war die Explosion der lbohr-
plattform Deepwater Horizon im April, fr die Munich Re einen niedrigen dreistelligen 
Millionen-Euro-Betrag reserviert hat. Schden greren Ausmaes richteten darber 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

hinaus unter anderem verschiedene Medikamentenhaftpflichtflle (121 Millionen ), 
Rohrundichtigkeiten nach der Modernisierung eines Kraftwerks (51 Millionen ), die 
Explosion in einem Kraftwerk in den USA (51 Millionen ) und das Erstarren von Alumi-
nium in Leitungen einer Fabrik in Katar (47 Millionen ) an. 

Schaden-Kosten-Quote nach Schaden/Unfall-Ressorts 
g JC<C JCCA JCC@ JCCK JCCL 
Germanyq Asia Pacific and Africa cbaqj cbbqc cbhqj cbhqb dkqa 
Europe and Latin America ccbqm meqa dcqe djqb deqm 
Global Clients and North America ddqh mmqm cbcqk djqm dcqd 
Special and Financial Risks mdqa ccaqh ddqb miqm mcqc 
Die Schaden-Kosten-Quoten der einzelnen Ressorts entwickelten sich unterschiedlich: 
Das Ressort Special and Financial Risks verbesserte seine Schaden-Kosten-Quote, die 
2009 durch die Finanzkrise und Ausflle in der Warenkredit-, Kautions- und Organ-
haftpflichtversicherung stark belastet war, auf 89,2 %. 0,2 (0,4) Prozentpunkte davon 
entfallen auf den Retrozessionsschutz der gesamten Rckversicherung, der vollstndig 
im Ressort Special and Financial Risks verbucht wird. Fr die brigen Ressorts lag die 
Schaden-Kosten-Quote aufgrund der hohen Groschadenbelastung ber dem Vor-
jahresniveau. Im Ressort Germany, Asia Pacific and Africa stieg die Schaden-Kosten-
Quote aufgrund der Groschden in Australien leicht an. Das Ressort Europe and Latin 
America verzeichnete vor allem wegen des Erdbebens in Chile einen Anstieg um 
23,6 Prozentpunkte. Die Schaden-Kosten-Quote im Ressort Global Clients and North 
America kletterte auf 99,6 (88,8) %. Dies ist in Anbetracht der Groschden Erdbeben 
Chile und Deepwater Horizon ein erfreuliches Ergebnis. 

Umsatz 

Die Verhandlungen zur Erneuerung der Rckversicherungsvertrge verliefen 2010 
zufriedenstellend. Erwartungsgem war das Marktumfeld schwieriger als im Vorjahr. 
Die Kapitalmrkte haben sich schneller erholt als erwartet und damit auch die Bilanzen 
vieler Erst- und Rckversicherer. Kapazitt stand in den meisten Sparten ausreichend 
zur Verfgung. Generell zeigten die Preise einen leichten Abwrtstrend; Ausnahmen 
waren unter anderem der Autoversicherungsmarkt in Grobritannien sowie Mrkte 
und Sparten mit aktueller Groschadenbelastung. So konnten aufgrund des Erdbe-
bens in Chile die Preise von Naturgefahrendeckungen dort signifikant erhht werden; 
die wetterbedingten Schden in Australien fhrten dort zu einer Stabilisierung des 
Preisniveaus. Auch in Sparten, die 2009 von Schden betroJen waren (zum Beispiel 
Kredit, einige Naturgefahrendeckungen und OJshore-Energy-Deckungen im Golf von 
Mexiko), konnten Ratenerhhungen durchgesetzt werden. Dagegen litten die Trans-
portversicherung und die technischen Versicherungszweige unter rezessionsbeding-
ten Raten- und Volumenrckgngen. Dank unserer konsequenten Zeichnungspolitik 
gelang es uns, die Qualitt des Portfolios konstant zu halten. In Bereichen, die derzeit 
wenig Aussicht auf einen profitablen Verlauf haben, wie zum Teil das Autoversiche-
rungsgeschft in Osteuropa und Deutschland, aber auch das Kreditgeschft und aus-
gewhlte Haftpflichtsegmente in den USA, reduzierten wir folglich die Kapazitt. 
Gleichwohl konnten wir unser Beitragsvolumen um 4,8 % auf 15,7 (15,0) Milliarden  
steigern. Im Segment der komplexen Haftpflichtrisiken legten wir zu, stellten kurzfris-
tig Kapazitt bei bester Bonitt zur Verfgung und zeichneten profitables Neugeschft. 
Des Weiteren erhhte unser strkeres Engagement in Nischensegmenten die Beitrge. 

Wie im Vorjahr zeichneten wir rund ein Drittel unseres Vertragsgeschfts entweder zu 
individuellen Konditionen, die sich von denen anderer Rckversicherer abheben, oder 
als exklusive Vertrge, bei denen wir als alleiniger Rckversicherer auftreten. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

Die Wechselkursentwicklung des Euro gegenber anderen Whrungen beeinflusste 
unseren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mit 798 Millionen  positiv. 

Gebuchte Bruttobeitrge nach Schaden/Unfall-Ressorts 
Mionop JC<C JCCA JCC@ JCCK JCCL 
Germanyq Asia Pacific and Africa inahm anmih incja andce anmmc 
Europe and Latin America inkea iniem inmhm inmhc injah 
Global Clients and North America hnckb hnbjm jnbmh jnejc hnbde 
Special and Financial Risks anmca aneci anjei cnhbm cndkj 
Bruttobeitrge nach Versicherungszweigen 
Mionop JC<C JCCA JCC@ JCCK JCCL 
Haftpflicht ancca ancha anccm anaae anidk 
Unfall aem iji jbi jke eci 
Kraftfahrt anedi anacm ankkc anhki andci 
Transportq Luftfahrtq Raumfahrt cnmim cndbb cnmih cneib cnejc 
Feuer knijb kniid inddm india inehi 
Technische Versicherungen cnhjm cnjih cnkje cnamh cnaid 
Kreditversicherung ekk hia maj ecb hmm 
Sonstige Versicherungszweige cndam cnmke cnjhc cnckd cnbdb 
Gesamt <;PKC< <BPA@K <BPK?A <BPJJB <BP;;< 
Entwicklung und Ausbau auf ausgewhlten Mrkten und 
bei Tochtergesellschaften 

In Deutschland fielen die Beitragseinnahmen auf 1.303 (1.416) Millionen , zum einen 
aufgrund weiter anhaltender Rckgnge der Originalraten bei Erstversicherern sowie 
hherer Selbstbehalte unserer Zedenten; zum anderen gaben wir Geschft auf, bei dem 
risikogerechte Preise und Bedingungen nicht durchsetzbar waren. 

In der Kraftfahrtversicherung, der umsatzstrksten Branche, hielt der Druck auf das 
Ratenniveau der Erstversicherer unvermindert an. Das Beitragsvolumen in der Rck-
versicherung ging ber den Gesamtmarkt betrachtet ebenfalls zurck und die Margen 
sanken. Deshalb reduzierten wir auch 2010 unser Autoversicherungsgeschft weiter. 

In Greater China stieg das Beitragsvolumen auf 735 (423) Millionen . Wir diversifi-
zierten und optimierten unser Portfolio, indem wir bewusst auf Geschft verzichteten, 
das unserem Profitabilittsanspruch nicht gengte, neue grovolumige und gewinn-
bringende Neuvertrge in China zeichneten und unsere Kundenbasis ausdehnten. 
Zudem partizipierten wir am starken Originalwachstum. 

Trotz des kompetitiven Erst- und Rckversicherungsumfelds in Japan und Korea sowie 
der Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise stieg unser Prmienvolumen auf 578 

(554) Millionen . Ungeachtet der schwierigen konomischen Lage und des starken 
Yen konnten wir in Japan eine konstante Kapazitt bereitstellen, insbesondere fr die 
Naturgefahrendeckungen von Erdbeben und Taifunen. Zudem untersttzen wir die 
japanischen Gesellschaften bei ihrer internationalen Expansion, bei der Produktent-
wicklung und beim Ausbau ihres Risikomanagements im Hinblick auf die Einfhrung 
von neuen Solvenz- und Rechnungslegungsvorschriften (IFRS). 
MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

Die aufsichtsrechtlichen Entwicklungen in Indien lassen weiterhin eine Jnung des 
Markts fr internationale Rckversicherer erwarten. Aufgrund des mittel- und langfris-
tigen Wachstumspotenzials  auch im Bereich Rckversicherung  verfolgt Munich Re 
unter Bercksichtigung des Marktumfelds nach wie vor den Ansatz, alle strategischen 
Optionen aufrechtzuerhalten. 

In Australien und Neuseeland blieben wir Marktfhrer und erzielten im Vergleich zum 
Vorjahr ein weiteres Prmienwachstum auf 788 (555) Millionen . Das Ergebnis wird 
allerdings belastet durch die Hagelstrme und die berschwemmung in Australien 
sowie das Erdbeben in Neuseeland. Trotz der Turbulenzen auf den Finanzmrkten ist 
die Kapitalisierung australischer Versicherungsgesellschaften weiterhin sehr solide, 
sodass das Wachstumspotenzial im traditionellen Rckversicherungsgeschft auf-
grund unseres hohen Marktanteils mittelfristig begrenzt ist. 

Trotz des starken Wettbewerbs auf dem Rckversicherungsmarkt in Grobritannien 
konnten wir unser Beitragsniveau dort um 1,6 % auf 2.985 (2.937) Millionen  steigern. 
Wir gaben weiterhin strikt Geschft zu nicht risikogerechten Preisen und Bedingungen 
auf. Dennoch konnten wir dies unter anderem durch den Zuwachs im profitablen Auto-
versicherungsgeschft ber unsere Beteiligung an einem strategischen Partner mehr 
als kompensieren. Auch das Beitragsniveau unseres Erstversicherungsgeschfts ber 
unsere Managing General Agency (MGA) Bell & Clements verbesserten wir erneut 
dank organischem Wachstum bei bestehenden Kunden, neuen Produkten sowie aus-
gewhlten Beteiligungen an Nischengeschften. 

In Spanien gingen unsere Beitragseinnahmen auf 403 (448) Millionen  zurck. Dies 
beruhte einerseits auf der anhaltenden Wirtschaftskrise sowie auf der konsequenten 
Aufgabe von nicht ertragreichem Geschft. Dennoch konnten wir unsere fhrende 
Marktstellung behaupten. 

In Lateinamerika bauten wir unsere Marktfhrerschaft aus. Die Beitragseinnahmen 
kletterten auf 691 (606) Millionen . Bei sonst eher konstantem Niveau konnten die 
Raten fr Naturkatastrophendeckungen zum Teil deutlich gesteigert werden. Positiv 
wirkten unsere renditeorientierte Zeichnungspolitik sowie eine geringe Schadenbe-
lastung in der Karibik. Von dem Erdbeben in Haiti waren wir aufgrund der geringen 
Versicherungsdichte nur geringfgig betroJen. 

Der Groteil der Schden des Erdbebens in Chile betriJt den Markt Lateinamerika 
sowie unsere Niederlassungen in Madrid und London. Da wir sofort eine Schaden-
management-Task-Force vor Ort einsetzten, konnten wir unsere Kunden bei einer 
eJizienten Schadenregulierung unmittelbar untersttzen und schnell Schadenvoraus-
zahlungen leisten. Dank dieser hohen Flexibilitt und Servicebereitschaft konnten wir 
unseren Marktanteil zu deutlich hheren Preisen ausbauen. 

Unsere Tochtergesellschaft Mnchener Rck do Brasil Resseguradora S. A. konnte ihr 
Beitragsvolumen auf 163 (126) Millionen  steigern und nimmt somit auch weiterhin 
eine fhrende Stellung am Markt ein. Aufgrund geringer Schden hat sich die Schaden-
Kosten-Quote mit 83,2 % gegenber dem Vorjahr deutlich verbessert (120,1 %). 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. GESCHFTSVERLAUF 

Mnchener Rck do Brasil Resseguradora S. A. 
JC<C Vorjahr Vernderung 
g 
Gebuchte Bruttobeitrge Mion R iem ike mqd 
davon. Schaden/Unfall Mion R iij iaa kqb 
Verdiente Nettobeitrge Mion R chd cke cjqb 
davon. Schaden/Unfall Mion R ckh cic ccqj 
Schadenquote Schaden/Unfall g kdqe miqb 
Kostenquote Schaden/Unfall g iiqj ieqc 
Schaden-Kosten-Quote Schaden/Unfall g miqa cabqc 
Jahresergebnis Mion R ajqb aaqj  
Kapitalanlagen Mion R ihi aba edqe 
Im Ressort Global Clients and North America verzeichneten wir insgesamt einen 
leichten An stieg der Prmien aufgrund der Vollkonsolidierung der HSB Group. Wir 
nutzten bei ausgewhlten Produkten und bestehenden Kundenverbindungen attraktive 
Wachstumschancen, trennten uns aber wegen des Drucks auf die Rckversicherungs-
raten konsequent von nicht profitablem Geschft  darunter waren auch grovolumige 
Vertrge. Unsere Beteiligung am Lloyds-Syndikat MSP stockten wir von 73,2 % auf 
84,7 % auf. 

Im US-Geschft konnten wir sowohl in der Rckversicherung bei Munich Reinsurance 
America, Inc. als auch bei den Erstversicherungsgesellschaften AMIG und HSB Group 
erfreuliche Ergebnisse verbuchen. Nordamerika blieb 2010 weitgehend von Natur-
katastrophen verschont. Die Integration der HSB Group schlossen wir Anfang 2010 
erfolgreich ab; die Beitragseinnahmen von 643 Millionen  wurden erstmals fr ein 
ganzes Jahr vollkonsolidiert (Vorjahr: 9 Monate). Das Ergebnis war mit 122 Millionen  
wieder sehr erfreulich. Die HSB Group baut dank der Synergien mit Munich Re ihre 
internationalen Aktivitten selektiv in aussichtsreichen Mrkten weiter aus. Seit Mitte 
2010 sind die Erstversicherungsaktivitten in den USA noch strker gebndelt, da sie 
nun einer einheitlichen Leitung unterstehen. Mit strkerem Cross-Selling werden wir 
in Zukunft weitere Geschftspotenziale heben. 

Munich Reinsurance America 
JC<C Vorjahr Vernderung 
g 
Gebuchte Bruttobeitrge Mion US inhac inihb eqm 
davon. Schaden/Unfall Mion US inccc inbka aqi 
Verdiente Nettobeitrge Mion US anmmc anhee eqh 
davon. Schaden/Unfall Mion US anihk anihh bqc 
Schadenquote Schaden/Unfall g ecqb hiqk 
Kostenquote Schaden/Unfall g iiqa ibqi 
Schaden-Kosten-Quote Schaden/Unfall g cbkqa diqe 
Jahresergebnis Mion US aehqj ickqj caqc 
Kapitalanlagen Mion US cjnhcc cinkek cjqd 
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.. GESCHFTSVERLAUF 

Die Munich Reinsurance Canada Non-Life Group, die aus Munich Reinsurance 
Company of Canada und Temple Insurance Company besteht, trug trotz einiger 
Wetterereignisse erneut sehr positiv zum Ergebnis bei. Erfreulich ist auch, dass sich 
der Ausbau unserer Spezialversicherungsaktivitten ber die Temple Insurance 
Company gut entwickelt. 

Munich Reinsurance Canada Non-Life Group 
JC<C Vorjahr Vernderung 
g 
Gebuchte Bruttobeitrge Mion Kan  idd kck iqh 
Schaden/Unfall Mion Kan  idd kck iqh 
Verdiente Nettobeitrge Mion Kan  adm adj cqb 
Schaden/Unfall Mion Kan  adm adj cqb 
Schadenquote Schaden/Unfall g hbqe jeqa 
Kostenquote Schaden/Unfall g ikqh iaqd 
Schaden-Kosten-Quote Schaden/Unfall g djqi dbqc 
Jahresergebnis Mion Kan  jdqh ehqb acqh 
Kapitalanlagen Mion Kan  cnjjb cnjcb aqh 
Ein sehr erfreuliches Ergebnis erwirtschaftete erneut unsere Schweizer Tochtergesell-
schaft New Reinsurance Company Ltd. (NewRe). Sie zeichnet im traditionellen 
Geschft inzwischen ausschlielich nicht proportionale Deckungen, dabei in grerem 
Umfang Naturkatastrophengeschft. Darber hinaus fasst sie erfolgreich Fu auf dem 
Markt fr strukturierte, mageschneiderte Rckversicherungslsungen. NewRe setzte 
ihr konsequentes Zyklusmanagement fort, wobei sie das aktiv reduzierte traditionelle 
Geschft durch neu akquirierte, strukturierte Vertrge ausgleichen konnte. Das Ge-
schftsvolumen war mit 1.289 (1.518) Millionen sfr im Geschftsjahr 2010 deutlich rck-
lufig, da eine grovolumige Quotenverbindung, die aufgrund des Kapitalbedarfs des 
Kunden whrend der Kapitalmarktkrise entstanden war, planmig beendet wurde. 

New Reinsurance Company Ltd.1 
JC<C Vorjahr Vernderung 
g 
Gebuchte Bruttobeitrge Mion sfr cnamd cnjcm cjqc 
davon. Schaden/Unfall Mion sfr eba dkc ajqk 
Verdiente Nettobeitrge Mion sfr cncha cnkhj abqe 
davon. Schaden/Unfall Mion sfr jdb mme iiqj 
Schadenquote Schaden/Unfall g jeqa heqm 
Kostenquote Schaden/Unfall g ahqd acqh 
Schaden-Kosten-Quote Schaden/Unfall g mkqc mdqk 
Jahresergebnis Mion sfr cihqi abjqm iiqm 
Kapitalanlagen Mion sfr inmjm knime caqc 
c Abschluss nach nationalem Bilanzrechtn 

In der Transportversicherung entwickelten sich die Beitragseinnahmen im Vergleich 
zu 2009 rcklufig: Von den insgesamt 1,2 Milliarden  erwirtschaftete unser Londoner 
Lloyds-Syndikat Watkins 392 (361) Millionen . Die Ursache fr den Beitragsrckgang 
war das weltweit geschrumpfte Handelsvolumen infolge der Rezession. Zudem befan-
den sich die Raten in den klassischen Transportsparten, insbesondere in der Waren-
versicherung, auch 2010 unter Druck. Ebenso trennten wir uns konsequent von nicht 

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profitablem Geschft. Im naturgefahren- und groschadenexponierten Rckversiche-
rungsgeschft konnten wir 2010 Verbesserungen bei Preisen und Bedingungen erzielen. 
Fr 2011 ist aufgrund unserer unbeirrt ertragsorientierten Zeichnungspolitik in einem 
schwierigen Marktumfeld damit zu rechnen, dass die Beitrge sinken. Allerdings gehen 
wir davon aus, dass im OJshore-Energy-Bereich infolge der bekannten Exponierung von 
Naturkatastrophen und des Deepwater-Horizon-Groschadens die Raten im Original- 
und Rckversicherungsmarkt anziehen werden. Wir werden unsere Marktposition nut-
zen, um aus dieser Entwicklung werthaltiges Geschft zu generieren. Unsere Initiative 
zur Versicherung von lbohrungen im Meer zielt in dieselbe Richtung. 

Spezialsparten 

In der Agroversicherung bauten wir unsere fhrende Position weiter aus. Wir zeich-
neten berwiegend staatlich gesttzte Ernteversicherungsprogramme, einen Groteil 
davon in den USA. In enger Abstimmung mit ausgewhlten Zedenten bertragen wir 
unsere groe Erfahrung und Kompetenz in diesem Geschft auf andere Regionen mit 
hohem Ertrags- und Wachstumspotenzial. 

Auf dem Markt fr Luft- und Raumfahrtrisiken erhhte sich der Druck auf die Markt-
raten. Das Prmienvolumen stieg um 4,6 % auf 635 (607) Millionen . Im Raumfahrt-
geschft konnten wir uns dank unserer Position als Marktfhrer und aufgrund des 
Abschlusses langfristiger Vertrge dem Druck auf die Raten weitgehend entziehen. 
Zudem begnstigte eine moderate Schadenbelastung das Ergebnis. Im Luftfahrtge-
schft setzte sich der Ratenanstieg, der 2009 in einigen Teilsegmenten sichtbar war, 
trotz einer hohen Folge von Groschden im Jahr 2010 nicht fort. In Folge stieg die 
Schaden-Kosten-Quote auf 87,7 (83,4) %. 

In unserem Geschftsfeld Financial Risks ist die Kredit- und Kautionsrckversicherung 
die wichtigste Sparte. Hier sichern wir finanzielle Risiken ab, die primr mit dem welt-
weiten Waren- und Dienstleistungsverkehr verbunden sind oder durch Brgschaften 
und Garantien entstehen. Dieses Geschftsfeld ist eng an die weltweite wirtschaftliche 
Entwicklung, aber auch an regionale konomische Tendenzen gekoppelt. In den Krisen-
jahren 2008 und 2009 haben wir gemeinsam mit unseren Kunden gezielte Manahmen 
zur Risikosteuerung in den rckversicherten Portfolios sowie Prmienraten- und Bedin-
gungsverbesserungen auf der Erstversicherungsseite umgesetzt. Diese Aktivitten, 
gekoppelt mit der zgigen wirtschaftlichen Erholung, zeigten unmittelbar im Geschfts-
jahr 2010 ihre positive Wirkung, sodass wir in Kredit und Kaution die Schaden-Kosten-
Quote auf 82,4 (173,4) % senken konnten. Die Beitragseinnahmen entwickelten sich mit 
744 (632) Millionen  erwartungsgem. Fr 2011 rechnen wir, bei einer anhaltenden 
Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage, mit einer Stabilisierung der Kredit- und 
Kautionsergebnisse in der Erstversicherung auf gutem Niveau; Gleiches gilt fr unsere 
Ergebnisse in der Rckversicherung. 

Die Risk Trading Unit platziert Versicherungsrisiken auf dem Kapital- sowie dem 
Retrozessionsmarkt. Die Services dieser Einheit bieten wir primr unseren Kunden an, 
nutzen sie jedoch ebenso fr eigene Zwecke, sofern die Abgabe von Versicherungs-
risiken aus der Sicht des Risikomanagements ntzlich erscheint. 2010 wurde zum Bei-
spiel in zwei Kundentransaktionen Hurrikan-USA-Kapazitt bei Investoren platziert 
(305 Millionen US$ und 96 Millionen US$), zustzlich fhrte Munich Re Beratungs-
leistungen im Rahmen einer weiteren Kapitalmarkttransaktion (150 Millionen US$) 
durch. Daneben sicherte Munich Re im ersten Halbjahr in einer eigenen Transaktion 
die Szenarien Windsturm Europa und Hurrikan USA ab (EOS Wind, 80 Millionen 
US$). Somit war Munich Re 2010 aufgrund der Anzahl der Transaktionen einer der 
bedeutendsten Akteure auf dem Kapitalmarkt. Mittlerweile sind wir zudem einer der 
grten europischen Investoren in sogenannte Insurance-linked Securities (ILS), also 
in Verbriefungen von Versicherungsrisiken am Kapitalmarkt, und schaJten es so, 
weitere Marktopportunitten konsequent zu nutzen. 

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.. GESCHFTSVERLAUF 

Wir bieten mageschneiderte 
Lsungen fr Industrie und 
Grokunden 

Unseren Kunden im Industrie- und Groprojektgeschft bieten wir ber gruppen-
eigene Erstversicherungsgesellschaften ein breites Spektrum an Produkten, ma-
geschneiderten Lsungen und Services an, die auf unserem ausgewiesenen industrie- 
und risikospezifischen Wissen fuen. Das Geschft bearbeiten wir innerhalb der 
Einheit Corporate Insurance Partner mit Experten in Mnchen, London, Paris, New 
York, Princeton und Singapur. Unser spezialisiertes Wissen bei Identifikation und Ein-
schtzung von Risiken sowie Strukturierung von Versicherungslsungen erlaubt uns, 
in einem hoch dynamischen und globalisierten Umfeld Wert zu schaJen und uns im 
Wettbewerb zu diJerenzieren. Unser Beitragsvolumen in diesem Segment konnten wir 
leicht steigern. Die Investitionen in den weltweiten Ausbau dieser Aktivitten sowie 
Groschden wie das Erdbeben in Chile belasteten die Schaden-Kosten-Quote im 
Geschftsjahr 2010. 

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Erstversicherung 


// Gesamte Beitragseinnahmen um 5,4 % im Vergleich zum Vorjahr auf 
19,2 Milliarden  gestiegen; deutsches und internationales Geschft mit 
Beitragsplus 

// Schaden-Kosten-Quote mit 96,8 % trotz zahlreicher Naturereignisse auf 
gutem Niveau 

// Kapitalanlageergebnis von 5,6 Milliarden  

// Konzernergebnis von 656 Millionen  deutlich ber Vorjahr 

// Umsetzung neuer Markenstrategie erfolgreich abgeschlossen 

Wichtige Kennzahlen 
JC<C JCCA JCC@ JCCK JCCL 
Gesamte Beitragseinnahmenc Mrdnop cdqa cmqa cmqc cmqi ceqe 
Gebuchte Bruttobeitrge 
Leben Mionop hnkmk hnadk hnbji 
Gesundheit Mionop jnkdd jncec jnmkb 
Leben/Gesundheit Mionop ccnhke ccnhbh 
Schaden/Unfall Mionop jnkdm jncic jncbj jnhid jncke 
Schadenquote Schaden/Unfall g hiqc hbqi jmqk jmqh jjqm 
Kostenquote Schaden/Unfall g iiqe iaqd iaqj ikqm ijqb 
Schaden-Kosten-Quote Schaden/Unfall g dhqm diqa dbqd diqk dbqm 
Operatives Ergebnisa 
Leben Mionop ijj acm ijb 
Gesundheit Mionop aih ach cji 
Schaden/Unfall Mionop hem kek kmm 
Konzernergebnis 
Leben Mionop cea ae ca 
Gesundheit Mionop chj mi ch 
Leben/Gesundheit Mionop ijm icd 
Schaden/Unfall Mionop icd aje cja hah eah 
1 
Die gesamten Beitragseinnahmen der Erstversicherung setzen sich wie folgt zusammen. Im Segment Lebenserstversicherung enthalten diese ber die 
gebuchten Bruttobeitrge hinaus auch die Sparbeitrge aus fondsgebundenen Lebensversicherungen und Kapitalisierungsprodukten in bereinstimmung 
mit den statutorischen Bilanzierungsrichtlinien des Heimatlandes des Versicherersn Fr die Erstversicherungssegmente Gesundheit und Schaden/Unfall 
enthalten sie die gebuchten Bruttobeitrgen 

a Nicht verfgbar fr die Geschftsjahre abbh bis abbe aufgrund Erstanwendung IFRS m im Geschftsjahr abbdn 

In der Erstversicherung von Munich Re erfassen wir alle Aktivitten der ERGO Ver-
sicherungsgruppe (ERGO) mit Ausnahme der Krankenerstversicherung auerhalb 
Deutschlands, die Munich Health verantwortet. ERGO bearbeitet nahezu alle Zweige 
der Lebens-, Kranken- sowie der Schaden- und Unfallversicherung. Ungefhr 75 % 
der gebuchten Bruttobeitrge erwirtschaftet sie in Deutschland. Die restlichen 25 % 
stammen aus dem internationalen, hauptschlich europischen Geschft. Insgesamt 
werden rund 90 % in Euro abgewickelt. 

Vertrieb 

ERGO hat fr jeden Kunden den richtigen Vertriebsweg: ber 20.000 hauptberufliche 
selbststndige Vermittler, Mitarbeiter im Direktvertrieb, Makler und starke Koopera-
tionspartner im In- und Ausland sprechen die Kunden an. Mit der europischen Gro-
bank UniCredit Group verbindet ERGO eine weitreichende Vertriebspartnerschaft in 
Deutschland sowie in Mittel- und Osteuropa. Mit der ERV verfgt ERGO ber mehr als 

17.000 Partner aus der Touristikbranche in Deutschland, wobei Reisebros und Reise-
veranstalter zu den wichtigsten zhlen. 
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2010 im Zeichen der 
neuen Markenstrategie 

Konzernergebnis bei 
656 Millionen  

In der Erstversicherung stand das Berichtsjahr klar im Zeichen der neuen Markenstra-
tegie, die ERGO im November 2009 beschlossen hatte. Ihre Umsetzung wurde im 
Berichtsjahr erfolgreich beendet. Kern ist, den Schwerpunkt in der Lebens-, Schaden/ 
Unfall- und Direktversicherung auf die Marke ERGO zu legen und das Profil der Spezi-
alisten in Gesundheit (DKV), Rechtsschutz- (D.A.S.) und Reiseversicherung (ERV) zu 
schrfen. Dies kommt sich wandelnden Kundenbedrfnissen entgegen und wird lang-
fristig zu mehr Wachstum fhren, weil das Rundumangebot so besser sichtbar wird. 

Im ersten Quartal 2010 fiel der Startschuss mit der Umbenennung der KarstadtQuelle 
Versicherungen in ERGO Direkt Versicherungen. Im Sommer waren dann der Auftritt 
von ERGO als operative Marke mit den Eintragungen der neuen ERGO Gesellschaften in 
die Handelsregister sowie der Start der groen Werbekampagne am 18. Juli wichtige 
Meilensteine. Der Lebensversicherer Hamburg-Mannheimer Versicherungs-AG wurde in 
ERGO Lebensversicherung AG umbenannt. Der Schaden- und Unfallversicherer Victoria 
Versicherung AG heit jetzt ERGO Versicherung AG. Die Schaden- und Unfallversiche-
rer von D.A.S. und Hamburg-Mannheimer wurden auf die ERGO Versicherung AG ver-
schmolzen. Anfang Oktober fand die Umsetzung mit der Neusortierung des Markenauf-
tritts in den Geschftsfeldern Gesundheit und Rechtsschutz ihren formalen Abschluss: 
Die Victoria Krankenversicherung wurde mit der DKV und die Hamburg-Mannheimer 
Rechtsschutz-Versicherungs-AG mit der D.A.S. verschmolzen. Auch im internationalen 
Geschft gewann die Marke ERGO an Bedeutung: So wurde die ERGOISVIRE Sigorta 
umbenannt und heit nunmehr ERGO Sigorta; bei der ERGO Hestia wurde ERGO im 
neuen Markenauftritt und im Logo deutlich in den Vordergrund gerckt. 

Ergebnis 

ERGO konnte den im zweiten Quartal 2009 eingeleiteten Aufwrtstrend im abge-
laufenen Geschftsjahr besttigen. Das Konzernergebnis des Erstversicherungsseg-
ments lag mit 656 (367) Millionen  um 78,7 % ber dem Vorjahr, das aufgrund der 
Folgen der Finanzkrise schwach verlaufen war; fr den ERGO Teilkonzern machte es 
355 (173) Millionen  aus. Ein wesentlicher Grund fr das Plus war das Kapitalanlage-
ergebnis, das wir um 20,8 % gegenber dem Vorjahr steigerten: Vor allem fielen die 
Abschreibungen und Abgangsverluste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 
740 Millionen  niedriger aus. Ein weiterer positiver ErgebniseJekt in Hhe von 46 Mil-
lionen  vor Steuern und Beteiligung der Versicherungsnehmer ergab sich aus den 
Derivaten, die wir halten, um uns gegen ein andauerndes Niedrigzinsszenario abzu-
sichern. Ergebnismindernd wirkte indessen die Abschreibung des Geschfts- oder 
Firmenwerts der ERGO SIGORTA A.S., Istanbul, im zweiten Quartal von 109 Millionen . 
Mit dieser Wertberichtigung trugen wir der schwierigen Ertragssituation des trkischen 
Kraftfahrtversicherungsmarkts Rechnung. 

Auch die operative Entwicklung war zufriedenstellend: 2010 verzeichneten wir mit 1.269 

(908) Millionen  ein um 39,8 % hheres Ergebnis. Das versicherungstechnische Ergeb-
nis betrug 648 (814) Millionen . Hier machten sich schwierige Verhltnisse auf wichti-
gen Mrkten wie der Trkei, Polen oder Sdkorea bemerkbar, doch auch Naturereignisse 
wie der lange und strenge Winter sowie die berschwemmungen an Oder und Weichsel. 
Diese beeinflussten vor allem im internationalen Geschft das Schadenaufkommen in 
der Schaden- und Unfallversicherung im Vergleich zum Vorjahr mageblich. 
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Gesamte Beitragseinnahmen 
stiegen um 5,4% 

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Umsatz 

Im Geschftsjahr 2010 betrugen die gesamten Beitragseinnahmen ber alle Sparten 
19,2 (18,2) Milliarden   ein Anstieg um 5,4 %. Wachstum erzielten wir vor allem im 
internationalen Geschft: Hier machten sich zustzlich zum organischen Wachstum 
positive Wechselkursentwicklungen auf fr uns wichtigen Mrkten bemerkbar. Zwar 
kommen unsere Beitragseinnahmen in der Erstversicherung grtenteils aus dem 
Euroraum, gleichwohl beeinflussten die Wechselkursvernderungen besonders des 
polnischen Zloty unseren Umsatz positiv. In Deutschland lagen die gesamten Beitrags-
einnahmen mit 14,5 (14,0) Milliarden  um 3,6 % ber dem Vorjahresniveau. Die ge-
buchten Bruttobeitrge beliefen sich 2010 auf insgesamt 17,5 (16,6) Milliarden . Im 
Unterschied zu den gesamten Beitragseinnahmen sind in den gebuchten Bruttobeitr-
gen die Sparbeitrge in Hhe von 1,7 (1,6) Milliarden  aus fondsgebundenen Lebens-
versicherungen oder Kapitalisierungsprodukten nicht enthalten. Mit Blick auf die 
Markenumstellung in Deutschland ist das Beitragswachstum von ERGO erfreulich; 
unsere Vertriebe haben hier gute Arbeit geleistet. 

Bruttobeitrge nach Segmenten 

?< \?<]> Schaden/Unfall 


?K \?@]> Leben 


?J \?<]> Gesundheit 

MCEV bei 2.375 Millionen  

Leben 


Das Konzernergebnis in der Lebenserstversicherung machte im abgelaufenen 
Geschftsjahr, auch begnstigt durch die Wertaufholung von Zinssicherungs-
instrumenten, 172 (27) Millionen  aus. 

Die Unternehmen der Personenerstversicherung bewerten wir aufgrund der langlau-
fenden Verbindlichkeiten gem den MCEV Principles. Der MCEV setzt sich zusam-
men aus dem im Unternehmen vorhandenen Eigenkapital und dem sogenannten 
Bestandswert. Dieser ist der Barwert der nach finanz- und versicherungsmathema-
tischen Grundstzen berechneten zuknftigen Nettoertrge aus dem Versicherungs-
bestand und den damit verbundenen Kapitalanlagen unter Bercksichtigung des 
Zeitwerts der finanziellen Optionen und Garantien sowie der explizit berechneten 
Kapitalkosten (siehe auch Seite 55 f.). 

Der MCEV des Lebenserstversicherungsgeschfts ging im Geschftsjahr 2010 auf 2.375 

(3.155) Millionen  zurck. Verantwortlich ist vor allem der starke Zinsrckgang verbunden 
mit einer hohen Zinsvolatilitt. Dies stellt eine Herausforderung fr die gesamte Branche 
dar. Aufgrund langlaufender Vertrge mit Garantien fr die Versicherten fhren die strik-
ten Vorschriften einer marktkonsistenten Bewertung zum Stichtag 31. Dezember 2010 
trotz unserer Absicherungen gegen lang anhaltende Niedrigzinsphasen zu rcklufigen 
Ergebnissen. Die Gesamtertrge des MCEV lagen bei 602 (1.329) Millionen , der Neu-
geschftswert stieg auf 114 (96) Millionen . Eine ausfhrliche Darstellung des MCEV ist 
auf der Internetseite von Munich Re verfgbar. 
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Beitragswachstum von 3,6%, 
deutsches und internationales 
Geschft mit Beitragsplus 

Die gesamten Beitragseinnahmen in der Lebenserstversicherung erhhten sich 2010 
um 3,6 %. Im internationalen Geschft legten die Beitrge um 5,3 % merklich zu und 
erreichten 2,1 Milliarden . Der Anstieg ist nicht zuletzt auf die erfreuliche Entwicklung 
in Polen und Belgien zurckzufhren, wo wir Zuwchse von 131,7 % bzw. 30,3 % erziel-
ten. In Polen verdanken wir das hohe Plus vor allem unseren Bankkooperationen. Im 
Inland verzeichneten wir seit Jahresbeginn ein Beitragsaufkommen von 6,0 (5,9) Milli-
arden , das ist ein Anstieg von 3,0 %. Die gebuchten Bruttobeitrge im In- und Aus-
land kletterten um 3,0 %. 

Neugeschft Lebensversicherung 
JC<C Vorjahr Vernderung 
Mionop Mionop g 
Deutschland 
Laufende Beitrge iic ikb aqh 
Einmalbeitrge cnhbd cnahb aeqe 
Gesamt <PABC <PLCC J<R? 
Jahresbeitragsquivalentc kda khh jqh 
International 
Laufende Beitrge cmb chj dqc 
Einmalbeitrge mbb eim mqk 
Gesamt A@C AC? @R; 
Jahresbeitragsquivalentc ahb aid mqm 

c Das Jahresbeitragsquivalent entspricht dem laufenden Beitrag zuzglich cbg der Einmalbeitrgen 

MCEV bei 1.733 Millionen  

Das deutsche Neugeschft verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr  der Neuzu-
gang beziJerte sich auf 1,9 Milliarden   und war damit um 21,3 % hher als im Vorjah-
reszeitraum. Dies ist vor allem auf das Einmalbeitragsgeschft zurckzufhren; hier 
konnten wir gerade bei klassischen Rentenversicherungen zweistellige Zuwachsraten 
verbuchen. Dennoch haben wir beim Vertrieb dieser Produkte zurckhaltend agiert 
und Geschft unter strikten Risiko- und Ertragsgesichtspunkten gezeichnet. Ange-
sichts des wirtschaftlichen Umfelds scheuen sich die Kunden jedoch nach wie vor, 
langfristige Vertragsbindungen mit laufenden Beitragszahlungen fr die Altersvor-
sorge einzugehen. Gemessen in der international gebruchlicheren Gre Jahresbei-
tragsquivalent (Annual Premium Equivalent  APE) lag unser inlndisches Neuge-
schft um 5,6 % ber dem Vorjahr. Das internationale Neugeschft stieg um 8,5 % auf 
980 Millionen . In APE gemessen erreichte es ein Plus von 8,8 %. 

Gesundheit 

Im Erstversicherungssegment Gesundheit stieg das Konzernergebnis 2010 auf 165 

(83) Millionen . Der MCEV betrug zum Ende des Geschftsjahres 1.733 (1.971) Millio-
nen . Da in diesem Geschft nur kurzfristige Zinsgarantien gegeben werden, machte 
sich das Zinsumfeld nicht so stark bemerkbar wie in der Lebensversicherung. Die 
Gesamtertrge des MCEV sanken gleichwohl auf 122 (168) Millionen . Der Neuge-
schftswert verminderte sich auf 28 (36) Millionen . 
Durch die jngste Gesundheitsreform haben sich die Bedingungen in der deutschen 
Krankenvollversicherung seit dem 1. Januar 2009 gendert. Insbesondere hat sich der 
Einfluss des Versicherungsnehmerverhaltens erhht, weil den Versicherungsnehmern 
das Recht zum Wechsel des Anbieters unter teilweiser Mitnahme der Alterungsrck-
stellungen eingerumt und eine Leistungspflicht gegenber Nichtzahlern ohne Kndi-
gungsmglichkeit eingefhrt wurde. Dies wird im MCEV-Modell auf Basis derzeitiger 
Erfahrungen bercksichtigt, das knftige Kundenverhalten ist jedoch noch schwer ein-

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Beitragseinnahmen legten 
um 6,3% zu 

Schaden-Kosten-Quote 
bei guten 96,8% 

zuschtzen. Genderte Annahmen aufgrund zuknftiger Erfahrungen knnten unsere 
MCEV-Zahlen erheblich beeinflussen. Die Diskussionen zum deutschen Gesundheits-
system halten an, auch eventuell bevorstehende gesetzliche nderungen knnten zu 
erheblichen Vernderungen in unseren MCEV-Zahlen fhren. 

Die Beitrge im Segment Gesundheit kletterten seit Jahresbeginn um 6,3 % auf 
5,5 (5,2) Milliarden . Das Geschft mit Ergnzungsversicherungen wuchs um 6,0 %, 
die Beitragseinnahmen in der Krankheitskostenvollversicherung erhhten sich um 
6,9 %: Hier machte sich bemerkbar, dass wir die Tarifbeitrge zum Jahresbeginn 2010 
sprbar anheben mussten, weil die Leistungen im Gesundheitswesen allgemein 
immer teurer werden. Auch der Abschluss eines Grovertrags im Vorjahr wirkte sich 
im Berichtsjahr beitragssteigernd aus. Beim Neugeschft konnten wir ein deutliches 
Wachstum von 21,1 % auf 299 (247) Millionen  erzielen, das einerseits auf den 
Abschluss des erwhnten Grovertrags in der Vollversicherung zurckzufhren ist, 
andererseits auf eine Steigerung in der Ergnzungsversicherung. Hier konnten wir 
Wachstum erzielen, indem wir neue Produkte einfhrten. In unserem Geschftsfeld 
Reiseversicherung, das im Segment Gesundheit ausgewiesen wird, verzeichneten wir 
2010 um 10,3 % gestiegene Beitragseinnahmen. Nach dem schwierigen Jahr 2009 
deuten wir das als Zeichen, dass sich der Reisebereich erholt. 

Schaden 
und 
Unfall 


Das Konzernergebnis in der Schaden- und Unfallerstversicherung belief sich auf 319 

(257) Millionen ; die Schaden-Kosten-Quote lag 2010 mit 96,8 (93,2) % zwar ber 
dem Vorjahr, doch nach wie vor auf einem guten Niveau. Marktweite Probleme in wich-
tigen Lndern wie der Trkei, Polen oder Sdkorea sowie Naturereignisse wie der 
lange, strenge Winter und berschwemmungsschden erhhten im internationalen 
Geschft das Schadenaufkommen deutlich. Die Schaden-Kosten-Quote kletterte im 
internationalen Geschft auf 107,8 (102,5) %, in unserem Kernmarkt Deutschland lag 
sie 2010 mit 89,8 (87,9) % wiederum auf einem sehr guten Niveau. 
Im abgelaufenen Geschftsjahr stieg das Beitragsvolumen; der Zuwachs von 7,2 % 
basiert grtenteils auf dem internationalen Geschft: In Griechenland konnten wir im 
Zuge der exklusiven Kooperation mit der Piraeus-Bank die Beitragseinnahmen um 
46,0 % erhhen. Auch in Polen (+19,6 %) und Sdkorea (+36,8 %) wuchsen die Beitrge 
stark; hier machten sich zustzlich positive Wechselkursentwicklungen bemerkbar. Ins-
gesamt erreichten wir 2010 in unserem internationalen Geschft ein Beitragsaufkom-
men von 2,3 (2,0) Milliarden , es liegt damit um 18,0 % ber dem des Vorjahres. Im 
deutschen Geschft erzielten wir im selben Zeitraum Beitrge von 3,17 (3,16) Milliarden 
, ein Plus von 0,4 %. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem vom Gewerbe- und 
Industriegeschft, in dem wir die Beitrge um 2,8 % auf 773 (752) Millionen  steigern 
konnten. Im wettbewerbsintensiven Kraftfahrtgeschft erreichten wir 2010 ein leicht 
ber dem Vorjahr liegendes Beitragsvolumen von 601 (593) Millionen . Im weiterhin 
schwierigen Rechtsschutzmarkt sind die Beitrge im selbst abgeschlossenen Geschft 
um 2,0 % gesunken. Das Geschft mit Unfallpolicen ging um 1,5 % leicht zurck, das 
sonstige Privatkundengeschft blieb im Wesentlichen stabil. 

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Munich 
Health 


// Im Berichtsjahr deutlicher Anstieg der Beitrge um 29,3 % auf 5,1 Milliarden  
// Schaden-Kosten-Quote von Januar bis Dezember von 99,7 % 
// Kapitalanlageergebnis von 142 Millionen  
// Konzernergebnis im Berichtsjahr von 63 Millionen  


Wichtige Kennzahlen 
JC<C Vorjahr Vernderung 
g 
Gebuchte Bruttobeitrge Mrdnop jqc kqb adqi 
Schadenquotec g emqj mbqb 
Kostenquotec g acqa cdqk 
Schaden-Kosten-Quotec g ddqe ddqk 
Operatives Ergebnis Mionop cic cii cqj 
Konzernergebnis Mionop hi ae ciiqi 
Ohne nach Art der Lebensversicherung betriebenes Krankenversicherungsgeschft. 

In den vergangenen Jahren hat sich der weltweite Gesundheitsmarkt sowohl im Ver-
sorgungs- als auch im Versicherungsbereich zu einem der wachstumsstrksten Wirt-
schaftszweige entwickelt. Ein Trend, der sich als Folge des medizinischen Fortschritts, 
steigender Lebenserwartung und entstehender Gesundheitsmrkte in den Schwellen-
lndern knftig noch verstrken wird. Um die damit verbundenen Chancen konsequent 
zu nutzen, hat Munich Re ihre HealthCare-Spezialisten fr das internationale Gesund-
heitsgeschft aus der Erst- und Rckversicherung  ohne die Erstversicherung in 
Deutschland  in einer eigenen Organisation unter dem Dach der neuen Marke Munich 
Health zusammengefhrt. 

Munich Health umfasst somit unser weltweites Krankenrckversicherungsgeschft 
sowie die Krankenerstversicherung auerhalb Deutschlands. Zu ihren Eckpfeilern 
gehren zum einen die internationalen Tochtergesellschaften unseres Krankenerstver-
sicherers DKV und der Spezialkrankenerstversicherer Sterling Life Insurance Company 
(Sterling) in den USA, zum anderen das weltweite Krankenrckversicherungsgeschft 
von Munich Re sowie die Servicegesellschaften der MedNet-Gruppe. 

2010 lag das Konzernergebnis bei 63 (27) Millionen . Beim Kapitalanlageergebnis 
verzeichneten wir gegenber dem Vorjahr einen leichten Rckgang um 6,0 % auf 
142 (151) Millionen . Auch beim operativen Ergebnis verzeichneten wir einen leichten 
Rckgang um 1,5 % auf 131 (133) Millionen . 

Die gebuchten Bruttobeitrge kletterten gegenber dem Vorjahr deutlich um 29,3 % 
auf 5,1 (4,0) Milliarden . Bei unvernderten Wechselkursen wre das Beitragsvolumen 
im Vergleich zum Vorjahr um 20,2 % hher ausgefallen. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. GESCHFTSVERLAUF 

Bruttobeitrge nach Geschftsverantwortung 

Akquisition in den USA 
baut Managed-Care-Kompe-
tenzen aus 

K \?]> Asien und Australien B \;]> Afrikaq Naher und 
rAPACs 


Mittlerer Osten rMEAs 


<? \<L]> Sdeuropa und 
Lateinamerika rSELA) 


J? \JB]> Nord-und 

;? \;J]> Nordamerika rNAs 
Zentraleuropa rNECEs 

Im internationalen Krankenerstversicherungsgeschft verzeichneten wir 2010 einen 
Zuwachs um 9,1 % auf 1.925 (1.764) Millionen , wobei besonders in Grobritannien, 
Spanien und Belgien die Beitrge zulegten. Bei Sterling sanken im Gesamtjahr die Bei-
trge, da die regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA im fr uns wichtigen 
Seniorensegment verschrft wurden: Vertriebsbeschrnkungen setzten die Prmien-
einnahmen unter Druck. Im vierten Quartal hatte Munich Re den Erwerb von Windsor 
angekndigt. Die Transaktion wurde zum 1. Januar 2011 vollzogen. Die Zusammenar-
beit zwischen Sterling und Windsor ermglicht es uns  dank des Netzwerks an rzten 
und Krankenhusern (Providernetzwerk) von Windsor , in Zukunft bergreifend in 
bereinstimmung mit den neuen gesetzlichen Anforderungen Managed-Care-Kompe-
tenzen zu nutzen und auszubauen. Damit haben wir die Grundlagen fr profitables 
Wachstum in den USA, dem grten Gesundheitsversicherungsmarkt weltweit, gelegt. 

In der Rckversicherung ist das Beitragsplus von 45,5 % auf 3.215 (2.210) Millionen  
im Wesentlichen neuen grovolumigen Vertrgen zur Kapitalentlastung unserer 
Kunden in Nordamerika und Asien zu verdanken. 

Die Schaden-Kosten-Quote des Segments Munich Health lag 2010 bei 99,7 (99,4) %. 
Diese Kennzahl bezieht sich naturgem nur auf das kurzfristige Krankenversiche-
rungsgeschft und nicht auf das nach Art der Lebensversicherung betriebene Geschft 
etwa in Belgien und Luxemburg. Letzteres machte im Berichtsjahr 12,5 (15,4) % der 
gebuchten Bruttobeitrge aus. Die relativ hohe Schaden-Kosten-Quote ist zurckzu-
fhren auf eine hohe Schadenbelastung bei einzelnen Rckversicherungsbeziehungen 
in Asien, im Mittleren Osten und in Italien. Bei Sterling hingegen konnten wir die Scha-
den-Kosten-Quote unter anderem durch Kosteneinsparungsmanahmen verbessern, 
die aufgrund des rcklufigen Medicare-Advantage-Geschfts eingeleitet wurden. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

Entwicklung 
der 
Kapitalanlagen 


// Anteil festverzinslicher Wertpapiere und Darlehen mit 84% weiterhin bestimmend 
// Erneut gutes Abgangsergebnis von 1,6 Milliarden  
// Erfreuliche Kapitalanlagerendite von 4,5% 


Dieses Kapitel berichtet einerseits ber die Entwicklung der konzerneigenen Kapitalanlagen, 
die nahezu vollstndig den Kerngeschftsfeldern Rckversicherung, Erstversicherung 
und Munich Health zuzurechnen sind. Andererseits informieren wir ber das 
Drittgeschft, in dem wir Vermgen fr konzernfremde institutionelle und private 
Anleger verwalten. 


Kapitalanlagen nach Anlagearten1 

Rckversicherung 

c Nach Eliminierung segmentbergreifender konzerninterner Geschftsvorflle. 

Leben Schaden/Unfall Leben 
Mionop ?<P<JPJC<C Vorjahr ?<P<JPJC<C Vorjahr ?<P<JPJC<C Vorjahr 
Grundstcke und Bauten einschlielich 
der Bauten auf fremden Grundstcken ahe acc cncem cnbdj cnehb cneej 
Anteile an verbundenen Unternehmen ch ca he hc ab e 
Anteile an assoziierten Unternehmen jk ki ama ajh cda cdb 
Darlehen ke hc cmm ami icnbkj adnmja 
Sonstige Wertpapiereq gehalten bis zur Endflligkeit     ka mi 
Sonstige Wertpapiereq jederzeit veruerbar 
Festverzinslich ccndbj cbnkhc kjnccb kknecc ijnmbi ihnkjh 
Nicht festverzinslich dek ijd jnkcd cnmia cnmda cndci 
Sonstige Wertpapiereq erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet 
Handelsbestnde 
Festverzinslich   kak jkh jb jb 
Nicht festverzinslich   aj ab i k 
Derivate iic me cjk cmj iai amk 
Bestndeq als erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet klassifiziert 
Festverzinslich     aii iea 
Nicht festverzinslich     m ab 
Depotforderungen jnbhd jncec cnkdd cnike cih ccm 
Sonstige Kapitalanlagen iib ckc eme mma hai hii 
Kapitalanlagen fr Rechnung und Risiko von Inhabern 
von Lebensversicherungspolicen     kndji knbak 
Gesamt <@PAA? <LP;BL ;;P<?? ;<PJ<@ KKPC@? K;PK@< 
MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. GESCHFTSVERLAUF 

Erstversicherung Munich Health Assetmanagement Gesamt 

Gesundheit Schaden/Unfall 
?<P<JPJC<C Vorjahr ?<P<JPJC<C Vorjahr ?<P<JPJC<C Vorjahr ?<P<JPJC<C Vorjahr ?<P<JPJC<C Vorjahr 
hai hij ikb ibd ch cj hi kh knake knbmh 
ab cd ec he c a m cb abi cem 
cbe cbh cjb ckc ja ia jc jj mmm mai 
cjnicd cknaaj anica ancmk ak ce   kmndij khnhaa 
   c     ka mk 
ccnedk ccnbdd jnaba jnbhi ankke cnhda di mk ccanijk cbdnjhh 
hik dem hjj mbe cek cad ac ac dnehd hnbid 
    c k   kej hbb 
 c   c    ad aj 
ie ia ca j cb i   mhe jdh 
        aii iea 
        m ab 
c c i i cdk cjm   hndba hnedm 
me hm khi ikc cad cb emb ahj incdd anikb 
i c   c c   kndje knbah 
J@PLJ; JKP<L; APJC@ @PAJ< ?PC;C JPCL? <PC<L B@< <A?P<C@ <@JP<K; 
MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

Anlagegrundstze 

Bei unserer Anlagestrategie beachten wir selbstverstndlich aufsichtsrechtliche Vor-
schriften, um mglichst groe Sicherheit und Rentabilitt bei jederzeitiger Liquiditt 
unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung zu gewhrleisten. Darber 
hinaus beachten wir alle weiteren gesetzlichen Anforderungen. Wir investieren nur in 
Vermgenswerte, von denen wir eine angemessene Rendite erwarten; dabei verfolgt 
unser Anlagemanagement neben der strengen Beachtung der Risikotragfhigkeit der 
jeweiligen Gesellschaft auch das Prinzip der Nachhaltigkeit. Whrungsrisiken begrenzen 
wir, indem wir die erwarteten Verpflichtungen nach Mglichkeit mit Kapitalanlagen in 
den entsprechenden Whrungen abdecken. Auerdem achten wir bei unseren festver-
zinslichen Wertpapieren darauf, die Laufzeiten an der Flligkeitenstruktur der Verbind-
lichkeiten auszurichten. Wie wir die Risiken aus Kapitalanlagen steuern, beschreibt 
ausfhrlich der Risikobericht auf Seite 116 J.; unseren Ansatz zum Asset-Liability-
Management erlutern wir auf Seite 102. 

Wesentliche Entwicklungen im Geschftsjahr 2010 

Die wichtigsten Aktienindizes entwickelten sich im Jahresverlauf unterschiedlich: So 
verzeichnete der DAX seit Januar einen Anstieg von rund 16 %, whrend der EURO 
STOXX 50 im selben Zeitraum etwa 6 % verlor. hnliche Diskrepanzen gab es an den 
Rentenmrkten; whrend die Zinsen fr deutsche Staatsanleihen fielen, kletterten 
die Risikozuschlge auf Staatsanleihen der Euro-Peripherielnder stark. Bei Um -
schichtungen in unserem Portfolio profitierten wir von dem fallenden Zinsniveau und 
realisierten Abgangsgewinne, die mageblich zu unserem Ergebnisanstieg von 7,9 
auf 8,6 Milliarden  beitrugen. Entsprechend erwirtschafteten wir eine erfreuliche 
Kapitalanlagerendite von 4,5 (4,3) %, die unsere Prognose aus dem Vorjahr deutlich 
bertraf. 

Verteilung der Kapitalanlagen nach Anlagearten 
JRJ \JRJ] > Grundbesitz 
?RB \JRJ] > Aktien und 
Aktienfonds 
;@RK \LCR@] > Festverzinsliche 
CRL \CRL] > Beteiligungen 
AR@ \@RL] > Verschiedene 
Kapitalanlagen 
J;R? \J;RL] > Darlehen 
Gesamt8 <A?R< \<@JRJ] MrdP n 
Wertpapiere 

Unser Bestand an Kapitalanlagen zu Bilanzwerten stieg 2010 neben den Neuinvesti-
tionen insbesondere auch aufgrund der Whrungskursverluste des Euro, die sich auf 
Jahressicht trotz der deutlichen Erholung gegenber dem US-Dollar in der zweiten 
Jahreshlfte ergaben. Diese erhhten wesentlich die in Euro umgerechneten Markt-
werte unserer in Fremdwhrung gehaltenen Kapitalanlagen. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. GESCHFTSVERLAUF 

-
Festverzinsliche Wertpapiere und Darlehen einschlielich der kurzfristigen 
Anlagemittel auf Marktwertbasis1 
-
Nicht bilanzierte Bewertungsreserven 
?<P<JPJC<C Vorjahr 
Beizu-Beizu-
Bewertungs-legender Bewertungs-legender 
Mionop reserven Zeitwert Buchwert reserven Zeitwert Buchwert 
Grundstcke und Bautenc cnhdj mniji hnhjm cneaa mnamb hnjjm 
Assoziierte Unternehmen icc cncmc meb cmh dma edh 
Darlehen cnjji jbnkmm kmndij cname kendbd khnhaa 
Sonstige Wertpapiere c ki ka a mh mk 
Anlagen in regenerative Energien  kh kh    
Gesamt ?P;LC LCP<<< ;LP;;< ?P<AK ;KPJ;K ;BPCLC 
c Inklusive eigengenutzten Grundbesitzesn 
davon. 
id radsg Cash-Positionen 

BK \BB]> Staatsanleihen 
davon. 
J@ \J@]> Pfandbriefe 


d rccsg Inflationsanleihen 

1 
Darstellung beruht auf konomischer Sichtweise und ist nicht vollstndig mit IFRS-Zahlen vergleichbarn 
Die konomische Sicht enthlt unter anderem Cash-Positionenn 

2010 wurde unser Bestand an Kapitalanlagen weiterhin mageblich von festverzins-
lichen Wertpapieren, Darlehen und kurzfristigen festverzinslichen Anlagemitteln 
bestimmt. Von diesen sind ber 47 % Staatsanleihen oder Instrumente mit Haftung 
Jentlicher Institutionen; 14 % davon sind Anleihen von portugiesischen, italienischen, 
irischen, griechischen und spanischen Emittenten. Darber hinaus sind etwa 28 % 
unseres Zinstrgerportfolios erstklassig besicherte Wertpapiere und Forderungen; 
davon sind rund 43 % deutsche Pfandbriefe. 

Im Berichtszeitraum schichteten wir Unternehmensanleihen in Aktien um, wobei wir 
gleichzeitig die Absicherung gegen fallende Aktienkurse weiter ausbauten. Zum Stich-
tag machten Unternehmensanleihen 9 % unseres Zinstrgerportfolios aus. Unser 
Bestand an strukturierten Zinstrgerprodukten, den hauptschlich unsere Rckver-
sicherungsgesellschaften halten, erhhte sich vor allem aufgrund der Whrungsent-
wicklung und geringer Zukufe um 0,8 Milliarden  auf 6,1 (5,3) Milliarden ; rund 
79 % der Kreditstrukturen haben ein Rating von AAA. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. GESCHFTSVERLAUF 

Wir hielten zum Stichtag 7,2 (7,8) Milliarden  an Inflationsanleihen. Diese bieten 
uns einen gewissen Schutz gegen die Risiken einer knftigen Inflation und eines Zins-
anstiegs. 

Auch die Anlage in Sachwerte wie Aktien und Immobilien verbessert den Schutz 
gegen das Inflationsrisiko und diversifiziert unseren Kapitalanlagebestand. Im 
Berichtszeitraum erhhten wir behutsam unser Aktienportfolio inklusive der Anteile an 
verbundenen und assoziierten Unternehmen zu Marktwerten auf 7,9 (5,2) Milliarden . 
Zum Stichtag betrug unser wirtschaftliches Aktienexposure nach Bercksichtigung 
derivativer Finanzinstrumente 4,4 (2,8) %. 

Ergebnis aus Kapitalanlagen 

Ergebnis aus Kapitalanlagen 
Mionop JC<C JCCA JCC@ JCCK JCCL 
Laufende Ertrge enekd enhad enmjd mnccb enmik 
Zu-/Abschreibungen kbi cncaa anmke cnbia  mhj 
Gewinne/Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen cnhkd cnhca anabm anmbi anjjd 
Sonstige Ertrge/Aufwendungen iji aih cnibk ham  jjh 
Gesamt @PLBJ KP@@? ;PA<L APJ;? @PAKJ 
Ergebnis aus Kapitalanlagen nach Anlagearten 
JC<C Vorjahr Vernderung 
Mionop Mionop g 
Grundvermgen iid aji ikqb 
Anteile an verbundenen Unternehmen d cm  
Anteile an assoziierten Unternehmen jb cai  
Hypothekendarlehen und brige Darlehen ancjb cndmk mqk 
Sonstige Wertpapiere hncei jnhhi dqb 
Depotforderungen und sonstige Kapitalanlagen cck cjb akqb 
Kapitalanlagen fr Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen aec kkc imqj 
Aufwendungen fr die Verwaltung von Kapitalanlagenq sonstige Aufwendungen khk khe bqh 
Gesamt @PLBJ KP@@? ARL 
Wir erzielten hhere laufende Kapitalanlageertrge, da wir unseren Bestand an 
festverzinslichen Wertpapieren und Darlehen ausbauten und vorsichtig wieder in 
kreditexponierte Papiere investierten. Zudem kletterten die Ertrge aus assoziierten 
Unternehmen. 

Unser Ergebnis aus Zu- und Abschreibungen belief sich auf 403 (1.122) Millionen . 
Wir verzeichneten per saldo leichte Zuschreibungen auf unsere Swaptions von 80 
(366) Millionen , was insbesondere auf das fallende Zinsniveau zurckzufhren ist. 
Mit Swaptions schtzen sich unsere Lebenserstversicherer vor Wiederanlagerisiken 
in Niedrigzinsphasen. Hauptschlich wegen der volatilen Aktienmrkte verbuchten 
wir Abschreibungen von 277 (385) Millionen  auf unsere nicht festverzinslichen Wert-
papiere. 

Bezogen auf unsere gesamten Kapitalanlagen erzielten wir 2010 ein erneut gutes Ergeb-
nis aus Abgangsgewinnen und -verlusten. Hierbei entfielen 634 (943) Millionen  auf 
das Abgangsergebnis nicht festverzinslicher Wertpapiere der Kategorie jederzeit ver-
uerbar, wobei rund 90 Millionen  Gewinn aus dem Abbau unseres Anteils an der 
Helvetia Holding AG, St. Gallen, von ca. 8,2 % auf unter 3 % im zweiten Quartal resultier-
ten. Darber hinaus beinhaltet das gesamte Abgangsergebnis 1.067 (782) Millionen  

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. GESCHFTSVERLAUF 

aus festverzinslichen Wertpapieren der Kategorie jederzeit veruerbar: Letzteres 
erwirtschafteten wir auch durch den Verkauf von Unternehmensanleihen, die wir im Vor-
jahr erworben hatten und die nun infolge der fallenden Risikozuschlge Marktwertge-
winne verzeichneten. Zudem kam uns bei der Umschichtung von Staatsanleihen das 
weiterhin niedrige Zinsniveau zugute. Insgesamt profitierte Munich Re also von ihrem 
konservativen, aber dennoch aktiven Kapitalanlagemanagement. 

Aus den Kapitalanlagen, die wir fr Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensver-
sicherungspolicen halten, erwirtschafteten wir 271 (441) Millionen . Dieses Ergebnis fin-
det sich im Kapitalanlageergebnis unter Sonstige Ertrge und Sonstige Aufwendungen. 

Im Assetmanagement verwaltetes Drittvermgen 
?<P<JPJC<C Vorjahr Vernderung 
g 

Kapitalanlagen aus dem Drittgeschft Mrdnop cbqa eqd adqc 
Konzernergebnis Assetmanagement Mionop 
JC<C 
ie 
Vorjahr 
cd 
Vernderung 
g 
dkqe 

Die MEAG MUNICH ERGO AssetManagement GmbH ist der Vermgensverwalter von 
Munich Re. Neben ihrer Funktion als Assetmanager des Konzerns bietet die MEAG pri-
vaten und institutionellen Kunden ihre Kompetenz an. Die Gelder, die im Privatkunden-
geschft ber Investmentfonds betreut werden, beliefen sich auf 2,1 (2,0) Milliarden . 
Das Vermgen, das sie fr gruppenexterne institutionelle Anleger verwaltet, erhhte 
sich 2010 um 37 % auf 8,1 (5,9) Milliarden , weil die MEAG neue Kunden gewinnen 
konnte. Das verwaltete Vermgen der PICC Asset Management Company Ltd. (PAMC), 
Schanghai, die zu 81 % der PICC Peoples Insurance Company of China und zu 19 % der 
MEAG gehrt, kletterte auf 30,0 (18,8) Milliarden . 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. FINANZLAGE 

Finanzlage 

// Verschuldungsgrad um 0,2 Prozentpunkte gesunken 
// Asset-Liability-Management Grundlage unserer Kapitalanlagestrategie 
// Aktienrckkaufprogramm fortgesetzt 

Die Finanzstrke von Munich Re bewerten die fhrenden Agenturen weiterhin 
einmtig mit ihrer jeweils zweithchsten Ratingkategorie. 

Finanzstrkeratings von Munich Re 
Ratingagentur Bewertung Ausblick 
A^ M^ Best A_`aSuperiorb stabil 
Fitch AA aVery strongb stabil 
Moodys Aag`aExcellentb stabil 
Standard & Poors AA aVery strongb stabil 
Analyse 
der 
Kapitalstruktur 

Unsere Ttigkeit als Erst- und Rckversicherer prgt die Kapitalstruktur von Munich Re 
wesentlich: Die Kapitalanlagen auf der Aktivseite der Bilanz bedecken in erster Linie 
versicherungstechnische Rckstellungen (74,7 % der Bilanzsumme). Das Eigenkapital 
(9,7 % der Bilanzsumme) sowie die Anleihen, die als strategisches Fremdkapital einzu-
ordnen sind (2,2 % der Bilanzsumme), machen die wichtigsten Finanzmittel aus. 

Konzerneigenkapital 

Entwicklung des Konzerneigenkapitals 
Mio^`l =>?>@?@A>A =>?>@?@AAB =>?>@?@AAC 
Gezeichnetes Kapital und Kapitalrcklage m^gnn m^gnn m^gnn 
Gewinnrcklagen op^mgq op^rrm op^nsg 
brige Rcklagen u^ugn o^smg o^pgr 
Konzernergebnis auf Anteilseigner der 
Mnchener Rck AG entfallend u^suu u^quo o^qqq 
Nicht beherrschende Anteile am Eigenkapital usq uuv unq 
Gesamt @=?A@C @@?@FC @>?>AF 
MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. FINANZLAGE 

Neben dem Konzernergebnis war fr die Erhhung des Eigenkapitals ein Anstieg der 
Rcklage aus der Whrungsumrechnung und ein geringfgig angestiegener positiver 
Saldo aus unrealisierten Gewinnen und Verlusten verantwortlich. Dieser resultierte im 
Wesentlichen aus unseren nicht festverzinslichen Wertpapieren der Kategorie jeder-
zeit veruerbar. Eigenkapitalmindernd wirkten vor allem die Dividendenausscht-
tung sowie das Aktienrckkaufprogramm, ber das wir auf Seite 102 f. berichten. Auf 
unsere nicht bilanzierten Bewertungsreserven in Hhe von 3,6 (3,2) Milliarden  gehen 
wir auf Seite 97 ein. 

Strategisches Fremdkapital 

Als strategisches Fremdkapital bezeichnen wir alle Finanzierungsinstrumente mit 
Fremdkapitalcharakter, die nicht direkt mit dem operativen Versicherungsgeschft 
zusammenhngen. Sie ergnzen unsere Finanzierungsmittel, sollen im Wesentlichen 
die Kapitalkosten optimieren und sicherstellen, dass jederzeit ausreichend Liquiditt 
vorhanden ist. Um unsere Kapitalstruktur zu verdeutlichen, quantifizieren wir unseren 
Verschuldungsgrad: Er definiert sich als prozentuales Verhltnis des strategischen 
Fremdkapitals zur Summe aus Konzerneigenkapital und strategischem Fremdkapital. 
Dabei bleiben die versicherungstechnischen Rckstellungen unbercksichtigt, obwohl 
sie uns zu einem groen Teil langfristig als Finanzierungsquelle fr die Vermgens-
anlage zur Verfgung stehen. 

Verschuldungsgrad 
@A>A Vorjahr Vernderung 
Mio^`l Mio^`l . 
Strategisches Fremdkapital q^spq q^gpu o.v 
Konzerneigenkapital ug^pun uu^umn g.s 
Gesamt @C?I== @F?JCA =K> 
Verschuldungsgrad . ov.p ov.u 
Im strategischen Fremdkapital sind 4.847 Millionen  nachrangige Verbindlichkeiten 
enthalten, die im Konzernanhang unter (19) Nachrangige Verbindlichkeiten erlutert 
werden. 

Teile unserer Nachranganleihen erkennt die BaFin als Eigenmittel an. Bercksichtigt 
man dies bei der Berechnung des strategischen Fremdkapitals, so reduziert sich Letzte-
res auf 1.738 Millionen  und es ergibt sich lediglich ein Verschuldungsgrad von 7,0 %. 

Versicherungstechnische Rckstellungen 

Zu den versicherungstechnischen Rckstellungen tragen die Rckversicherung etwa 
32 % bei, das Erstversicherungsgeschft rund 67 % und Munich Health etwa 1 %. Im 
Gegensatz zu Verbindlichkeiten aus Krediten und emittierten Wertpapieren knnen wir 
bei Verpflichtungen aus dem Versicherungsgeschft Zahlungszeitpunkt und -hhe nicht 
sicher vorhersehen. Das gilt vor allem fr die Rckversicherung. Whrend in der Sachver-
sicherung ein Groteil der Rckstellungen bereits innerhalb von zwei bis drei Jahren aus-
gezahlt ist, fallen in der Lebensversicherung oder in der Haftpflichtversicherung auch 
Jahrzehnte nach Abschluss der Vertrge unter Umstnden noch erhebliche Betrge an. 
Die Whrungsverteilung unserer Rckstellungen spiegelt die globale Ausrichtung unse-
rer Gruppe wider. Neben dem Euro sind der US-Dollar und das Pfund Sterling die wich-
tigsten Valuten. Dass unser Geschft mit ausreichenden Eigenmitteln hinterlegt ist, stel-
len wir jederzeit sicher, indem wir dies laufend berwachen und geeignete Manahmen 
ergreifen; auf diese gehen wir im Abschnitt Kapitalmanagement ein. 

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KONZERNLAGEBERICHT 
.. FINANZLAGE 

Verfgungsbeschrnkungen 

Da wir ein weltweit ttiges Versicherungsunternehmen sind, unterliegen einige unserer 
Finanzmittel Verfgungsbeschrnkungen. So verpflichten etwa die Aufsichtsbehrden 
einiger Lnder auslndische Rckversicherer, Prmien- und Reservedepots beim Erst-
versicherer zu stellen oder Treuhandkonten bei bestimmten Finanzinstituten einzurich-
ten. Zum Stichtag betraf das Kapitalanlagen von insgesamt 10,4 (12,7) Milliarden . 

Zudem bestanden Eventualverbindlichkeiten, die wir im Konzernanhang unter (50) 
Eventualverbindlichkeiten, sonstige finanzielle Verpflichtungen erlutern. 

Asset-Liability-Management 

Die Struktur unserer versicherungstechnischen Rckstellungen und anderer Verbind-
lichkeiten ist die Grundlage fr die Kapitalanlagestrategie von Munich Re. In ihrem 
Mittelpunkt steht das Asset-Liability-Management: Mit ihm streben wir an, dass volks-
wirtschaftliche Faktoren den Wert unserer Kapitalanlagen hnlich beeinflussen wie 
den Wert der versicherungstechnischen Rckstellungen und Verbindlichkeiten. Dies 
stabilisiert unsere Position gegen Schwankungen auf den Kapitalmrkten. Hierzu 
spiegeln wir wichtige Eigenschaften der Verpflichtungen wie Laufzeit- und Whrungs-
strukturen, aber auch Inflationssensitivitten auf die Kapitalanlageseite, indem wir 
nach Mglichkeit Investments erwerben, die hnlich reagieren. Abweichungen gegen-
ber der Struktur unserer Verbindlichkeiten gehen wir in diesem Ansatz immer 
bewusst und unter Beachtung der Risikotragfhigkeit und Risikoprmie ein. So haben 
wir die Laufzeit unserer Kapitalanlagen 2010 relativ zu den Verbindlichkeiten verln-
gert und konnten von den fallenden Zinsen profitieren. Darber hinaus versuchen wir 
beim Asset-Liability-Management, unser Kapitalanlageportfolio teilweise so auszu-
richten, dass auch die Kapitalanlagen bei steigenden Inflationsraten wachsen. 

Um das Assetmanagement so wirkungsvoll wie mglich zu gestalten, setzen wir 
auch derivative Finanzinstrumente ein, die wir im Konzernanhang unter (9) Sonstige 
Wertpapiere, erfolgswirksam zum Zeitwert bewertet erlutern. 

Kapitalmanagement 


Mit unserem aktiven Kapitalmanagement stellen wir sicher, dass die Kapitalausstat-
tung von Munich Re stets angemessen ist. So mssen die vorhandenen Eigenmittel 
den Kapitalbedarf decken, den wir anhand unseres internen Risikomodells sowie 
anhand der Anforderungen der Aufsichtsbehrden und Ratingagenturen bestimmen. 
Unsere Finanzkraft soll dabei mavolle Wachstumsmglichkeiten er.nen, von nor-
malen Schwankungen der Kapitalmarktbedingungen nicht wesentlich beeintrchtigt 
werden und auch nach groen Schadenereignissen oder substanziellen Brsenkurs-
rckgngen grundstzlich gewahrt bleiben. Angemessene Kapitalausstattung bedeu-
tet fr uns aber ebenso, dass das konomische Eigenkapital unserer Gruppe das so 
bestimmte betriebsnotwendige Ma nicht bersteigt. Eine derart definierte bedarfs- 
und risikogerechte Kapitalisierung trgt entscheidend dazu bei, unsere Disziplin in 
allen Geschftsprozessen zu gewhrleisten. 

Unser konomisches Eigenkapital leiten wir ber verschiedene Anpassungen aus dem 
IFRS-Eigenkapital ab. Sie werden auf Seite 132 f. dargestellt. 

Nicht bentigtes Kapital geben wir unseren Aktionren vorrangig ber attraktive Divi-
denden zurck; vorausgesetzt die Hhe der nach deutschem Handelsrecht ermittelten 
Gewinnrcklagen der obersten Konzernmuttergesellschaft Mnchener Rck AG lsst 
das zu und unsere strategische Flexibilitt sowie Kapitalstrke wird insgesamt nicht 
beeintrchtigt. Neben Dividendenzahlungen kommen als Instrument der Kapitalrck-
gabe auch Aktienrckkufe in Betracht. 

Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2010 betrugen die nach lokaler HGB-Rech-
nungslegung ermittelten Gewinnrcklagen 1.667 Millionen . 2010 erwarben wir 

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KONZERNLAGEBERICHT 
.. FINANZLAGE 

11,8 Millionen eigene Aktien im Wert von 1.300 Millionen ; 5,7 Millionen Stck bzw. 
650 Millionen  im Rahmen des Aktienrckkaufprogramms 2009/2010, das bis zur 
Hauptversammlung am 28. April 2010 lief, sowie 6,1 Millionen Stck bzw. 650 Millio-
nen  im Rahmen des Programms 2010/2011, das Aktienrckkufe in Hhe von bis zu 
1 Milliarde  umfasst. Nach dem Bilanzstichtag haben wir bis zum 25. Februar 2011 
weitere 1,7 Millionen Aktien im Wert von 195 Millionen  zurckgekauft. Seit Beginn 
der Aktienrckkufe im November 2006 gaben wir somit einschlielich Dividenden 
ber 10 Milliarden  an unsere Aktionre zurck. Unter Bercksichtigung der Aktien-
rckkufe 2010/2011 werden die nach HGB ermittelten und zum 31. Dezember 2010 
ausgewiesenen Gewinnrcklagen auf 1.473 Millionen  sinken. Auch 2011 werden wir 
unsere attraktive Ausschttungspolitik mit einem weiteren Aktienrckkaufprogramm 
fortsetzen. Bis zur Hauptversammlung 2012 sollen hierzu Aktien im Wert von bis zu 
500 Millionen  zurckgekauft werden. Im Interesse unserer Aktionre werden wir den 
Nutzen weiterer Aktienrckkufe sorgfltig den Vorteilen der komfortablen Kapital-
ausstattung gegenberstellen und abwgen, auch mit Blick auf organische und etwa-
ige externe Wachstumsmglichkeiten. 

Darber hinaus beabsichtigen wir fr das Geschftsjahr 2010, vorbehaltlich der 
Zustimmung der Hauptversammlung, unseren Aktionren aus dem Bilanzgewinn der 
Mnchener Rck AG eine Dividende in Hhe von 6,25  je Aktie auszuschtten. 

Angaben 
nach 
 
315 
Abs. 
4 
HGB 
und 
erluternder 
Bericht 
des 
Vorstands 


Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals 

Das Grundkapital der Mnchener Rck AG von 587.725.396,48  war am 31. Dezember 
2010 in insgesamt 188.468.471 auf den Namen lautende, voll eingezahlte Stckaktien 
eingeteilt. Diese Aktien bilden eine Aktiengattung. Die Rechte und Pflichten aus den 
Aktien ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften in Verbindung mit der Satzung 
der Gesellschaft. Die Aktien sind  mit Ausnahme von 8.089.888 eigenen Aktien, die 
sich zum 31. Dezember 2010 im Bestand von Munich Re befanden ( 71b AktG)  voll 
stimm- und gewinnberechtigt. Jede stimmberechtigte Aktie gewhrt in der Hauptver-
sammlung eine Stimme. Im Verhltnis zur Gesellschaft gilt nach den Bestimmungen 
des deutschen Aktienrechts ( 67 AktG) als Aktionr nur, wer als solcher im Aktien-
register eingetragen ist. 

Beschrnkungen, die Stimmrechte oder die bertragung 
von Aktien betre.en 

Die brsennotierten Namensaktien sind vinkuliert. Die Ausgabe vinkulierter Namens-
aktien geht bei der Mnchener Rck AG auf ihre Grndung im Jahr 1880 zurck und ist 
in der Versicherungsbranche weit verbreitet. Die Vinkulierung bedeutet, dass diese 
Aktien nur mit Zustimmung der Mnchener Rck AG auf einen neuen Erwerber ber-
tragen werden knnen. Gem  3 Abs. 2 der Satzung der Mnchener Rck AG steht 
es im freien Ermessen der Gesellschaft, die Zustimmung zu erteilen. Da die Ablufe fr 
Aktiengeschfte sehr e.izient gestaltet sind, fhrt diese Zustimmung zu keinerlei Ver-
zgerungen bei der Eintragung ins Aktienregister. Sie wurde in den vergangenen Jahr-
zehnten ausnahmslos erteilt. 

Beteiligungen am Kapital, die 10% der Stimmrechte berschreiten 

Warren E. Bu.ett und Gesellschaften seiner Unternehmensgruppe teilten uns gem 
 21 WpHG mit, dass von ihnen insgesamt ein Anteil von 10,244 % an den Stimmrech-
ten der Mnchener Rck AG gehalten wird. Im Einzelnen haben sie uns mit Stand 

12. Oktober 2010 folgende direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital angezeigt, 
die 10 % der Stimmrechte berschreiten: 
MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. FINANZLAGE 

Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte berschreiten 
Direkte Indirekte 
. Beteiligung Beteiligung 
Warren E^ Bu.ett. USA p.pqg op.ovo 
Berkshire Hathaway Inc^. Omaha. USA op.ovo 
OBH LLC. Omaha. USA op.ovo 
National Indemnity Company. Omaha. USA op.ovo 
Warren E. Bu.ett und die genannten Gesellschaften seiner Unternehmensgruppe 
haben uns mit Schreiben vom 15. Oktober 2010 ferner mitgeteilt, dass die Investition 
der Erzielung von Handelsgewinnen und nicht der Umsetzung strategischer Ziele dient. 

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen 

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht. 

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung ber die 
Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und ber 
die nderung der Satzung 

Der rechtliche Rahmen fr Bestellung und Widerruf der Bestellung von Vorstandsmit-
gliedern ist vorgegeben durch die Mitbestimmungsvereinbarung,  13 und 16 der 
Satzung und  84, 85 AktG sowie  121a Abs. 1, 7a VAG. Die Mitbestimmungsverein-
barung und die Satzung der Mnchener Rck AG haben die Rechtsgedanken des 
Mitbestimmungsgesetzes bernommen. Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des 
Vorstands und kann sie  falls ein wichtiger Grund vorliegt  jederzeit abberufen. Wird 
ein Vorstandsmitglied erstmals bestellt, betrgt die Laufzeit seines Dienstvertrags 
blicherweise zwischen drei und maximal fnf Jahren. Verlngerungen um bis zu fnf 
Jahre sind mglich. In besonderen Ausnahmefllen knnen Vorstandsmitglieder auch 
gerichtlich bestellt werden. 

Das Aktiengesetz enthlt allgemeine Bestimmungen ber Satzungsnderungen 
( 124 Abs. 2 Satz 2, 179181 AktG). Danach kann nur die Hauptversammlung eine 
nderung der Satzung beschlieen. Dem Beschluss mssen mindestens drei Viertel 
des Grundkapitals zustimmen, das bei der Beschlussfassung vertreten ist. Die Satzung 
kann eine andere Kapitalmehrheit (hher und niedriger) bestimmen und weitere Erfor-
dernisse aufstellen. Die Satzung der Mnchener Rck AG sieht solche Besonderheiten 
jedoch nicht vor. 

Fr nderungen der Satzung bei einer Erhhung oder Herabsetzung des Grundkapi-
tals enthlt das Aktiengesetz besondere Vorschriften ( 182240 AktG). Danach 
bestimmt grundstzlich die Hauptversammlung ber Kapitalmanahmen. In einem 
von ihr festgelegten Rahmen kann sie den Vorstand zu bestimmten (Kapital-)Manah-
men ermchtigen. Welche Ermchtigungen bei der Mnchener Rck AG bestehen, ist 
nachfolgend aufgefhrt. In allen Fllen ist ein Beschluss der Hauptversammlung erfor-
derlich, der mit einer Mehrheit von mindestens drei Vierteln des Grundkapitals gefasst 
werden muss, das bei der Beschlussfassung vertreten ist. Die Satzung der Mnchener 
Rck AG sieht auch fr diese Beschlsse keine anderen (insbesondere hheren) Mehr-
heiten oder weiteren Erfordernisse vor. 

Die Hauptversammlung kann dem Aufsichtsrat die Befugnis bertragen, Satzungs-
nderungen vorzunehmen, die nur ihre Fassung betre.en ( 179 Abs. 1 Satz 2 AktG). 
Bei der Mnchener Rck AG ist dies der Fall und in  14 der Satzung festgelegt. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. FINANZLAGE 

Befugnisse des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der 
Mglichkeit, Aktien auszugeben oder zurckzukaufen 

Die Befugnisse der Mitglieder des Vorstands ergeben sich aus  71, 7694 AktG. Zur 
Ausgabe von Aktien oder zum Aktienrckkauf stehen dem Vorstand folgende Befug-
nisse zu (der vollstndige Wortlaut der Ermchtigungsbeschlsse und der genannten 
Satzungsregelungen ist auf unserer Internetseite abrufbar): 

// Die Hauptversammlung am 28. April 2010 hat unter Tagesordnungspunkt 7 und 8 die 
Gesellschaft nach  71 Abs. 1 Nr. 8 AktG bis zum 27. April 2015 ermchtigt, eigene 
Aktien zu erwerben, auf die ein Anteil von bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals 
zur Zeit des Hauptversammlungsbeschlusses (587.725.396,48 ) entfllt. Auf die 
erworbenen Aktien drfen zusammen mit anderen eigenen Aktien, die sich im Besitz 
der Gesellschaft befinden oder ihr nach den  71a .. AktG zuzurechnen sind, zu 
keinem Zeitpunkt mehr als 10 % des Grundkapitals entfallen. Der Erwerb kann nach 
nherer Magabe durch die Ermchtigung auf verschiedene Weise erfolgen. Eigene 
Aktien bis maximal 5 % des Grundkapitals knnen dabei auch durch den Einsatz von 
Derivaten erworben werden. Der Vorstand ist ermchtigt, die so erworbenen Aktien 
auch unter Ausschluss des Bezugsrechts zu allen gesetzlich zulssigen, insbesondere 
zu den in der Ermchtigung im Einzelnen genannten Zwecken zu verwenden; unter 
anderem ist der Vorstand gem  71 Abs. 1 Nr. 8 S. 6 AktG befugt, die Aktien ohne 
weiteren Beschluss der Hauptversammlung einzuziehen. Der Vorstand hat von dieser 
Ermchtigung zum Erwerb eigener Aktien mit Beschluss vom 7. Mai 2010 Gebrauch 
gemacht. Bis zum 31. Dezember 2010 wurden 6,1 Millionen Aktien zu einem Kaufpreis 
von 650 Millionen  erworben. Im Rahmen des Aktienrckkaufprogramms 
2009/2010 wurden zwischen Januar und April 2010 5,7 Millionen eigene Aktien zu 
einem Kaufpreis von 650 Millionen  erworben. Diese Aktien wurden wie angekndigt 
im April 2010 zusammen mit weiteren 3,2 Millionen eigenen bereits im Jahr 2009 
zurckgekauften Aktien im vereinfachten Verfahren eingezogen. 

// Die Hauptversammlung hat am 28. April 2010 die Aufhebung des Bedingten Kapitals 
2005 von 100 Millionen  beschlossen und den Vorstand ermchtigt, mit Zustim-
mung des Aufsichtsrats bis zum 27. April 2015 einmalig oder mehrmals Wandel- 
und/oder Optionsschuldverschreibungen im Nennbetrag von bis zu 3 Milliarden  
mit oder ohne Laufzeitbegrenzung zu begeben. Den Aktionren steht grundstzlich 
ein Bezugsrecht auf die Schuldverschreibungen zu; der Vorstand ist jedoch ermch-
tigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats dieses Bezugsrecht in bestimmten Fllen 
auszuschlieen, die in der Ermchtigung nher bezeichnet werden. Den Glubigern 
dieser Schuldverschreibungen knnen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf Aktien 
der Gesellschaft mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von bis zu 117 Millio-
nen  nach nherer Magabe der Wandel- bzw. Optionsanleihebedingungen gewhrt 
werden; zur Absicherung besteht in  4 Abs. 3 der Satzung ein bedingtes Kapital von 
117 Millionen  (Bedingtes Kapital 2010). 

// Nach  4 Abs. 1 der Satzung ist der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats 
befugt, das Grundkapital bis zum 21. April 2014 um bis zu 280 Millionen  durch 
Ausgabe neuer Aktien gegen Geld- oder Sacheinlagen (Genehmigtes Kapital 2009) 
zu erhhen. Er kann dabei das Bezugsrecht nach nherer Magabe durch die 
genannte Satzungsregelung ausschlieen. 

// Nach  4 Abs. 2 der Satzung ist der Vorstand ermchtigt, das Grundkapital bis zum 

18. April 2011 um insgesamt bis zu 5 Millionen  durch Ausgabe neuer Aktien gegen 
Geldeinlagen (Genehmigtes Kapital 2006) zu erhhen. Das Bezugsrecht der Aktionre 
ist insoweit ausgeschlossen, um die neuen Aktien an die Mitarbeiter der Mnchener 
Rck AG und ihrer verbundenen Unternehmen auszugeben. 
MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. FINANZLAGE 

Die genannten Ermchtigungen zur Ausgabe oder zum Rckkauf von Aktien bewegen 
sich im marktblichen Rahmen und ermglichen der Gesellschaft ein aktives Kapital-
management: So kann sie einerseits einen mglichen Kapitalbedarf auch kurzfristig 
decken, um Marktchancen in verschiedenen Geschftsfeldern schnell und flexibel zu 
nutzen. Wie die Aktienrckkufe der Gesellschaft zeigen, bieten die Ermchtigungen 
andererseits die Chance, auf diese Weise Kapital, das nicht bentigt wird, wieder an 
die Eigentmer zurckzugeben. 

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines 
Kontrollwechsels infolge eines bernahmeangebots stehen, 
und die hieraus folgenden Wirkungen 

Aufgrund unserer Zeichnungsrichtlinien enthalten unsere Rckversicherungsvertrge 
in der Regel eine Klausel, die beiden Vertragsteilen ein auerordentliches Kndigungs-
recht einrumt, falls die andere Partei fusioniert oder sich ihre Eigentums- und Beherr-
schungsverhltnisse wesentlich ndern. Solche oder hnliche Klauseln sind branchen-
typisch. Auch der langfristige Incentive-Plan der Mnchener Rck AG sieht im Fall eines 
Kontrollwechsels besondere Ausbungsmglichkeiten vor. Er betri.t Vorstandsmitglie-
der sowie das obere Management einschlielich der wichtigsten Fhrungskrfte der 
Auenorganisation und ist im Vergtungsbericht nher erlutert. 

Entschdigungsvereinbarungen, die fr den Fall eines 
bernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands 
oder Arbeitnehmern getro.en sind 

Entschdigungsvereinbarungen fr den Fall eines bernahmeangebots bestehen 
weder mit den Mitgliedern des Vorstands noch mit Arbeitnehmern. 

Gruppensolvabilitt 


Munich Re unterliegt neben den aufsichtsrechtlichen Anforderungen, die fr einzelne 
Versicherungsunternehmen gelten, auch einer Beaufsichtigung auf Gruppenebene. 
Ferner hat die Mnchener Rck AG als Konzernmutter angemessene Kontrollverfahren 
eingefhrt und meldet ergnzende Aspekte aus Gruppensicht (zum Beispiel Beteili-
gungsverhltnisse, konsolidierte Finanzdaten oder gruppeninterne Geschfte) an die 
BaFin, die fr die Gruppe zustndig ist. 

Solvabilitt ist die Fhigkeit eines Versicherers, Verpflichtungen dauerhaft zu erfllen, 
die er in seinen Vertrgen eingegangen ist. Dabei geht es vor allem um eine definierte 
Mindestausstattung mit Eigenmitteln. Die Vorschriften zur bereinigten Solvabilitt zielen 
darauf, eine Mehrfachbelegung von Eigenmitteln mit Risiken aus dem Versicherungsge-
schft auf verschiedenen Stufen der Konzernhierarchie zu vermeiden. Um die bereinigte 
Solvabilitt zu berechnen, werden auf der Grundlage des IFRS-Konzernabschlusses die 
Eigenmittel, die je nach Geschftsumfang mindestens vorzuhalten sind (Solvabilitts-
Soll), den tatschlich vorhandenen Eigenmitteln (Solvabilitts-Ist) gegenbergestellt. Die 
bercksichtigungsfhigen Eigenmittel bestimmt man, indem man das Eigenkapital nach 
IFRS anpasst und insbesondere um Teile der nachrangigen Verbindlichkeiten erhht bzw. 
um die immateriellen Vermgenswerte verringert. Die anrechenbaren Eigenmittel von 
Munich Re sind mehr als 2,5-mal so hoch wie gesetzlich gefordert. 

Bereinigte Solvabilitt 
=>?>@?@A>A Vorjahr Vernderung 
. 
Bercksichtigungsfhige Konzerneigenmittel Mrd^`l uu.u uo.u s.m 
Bedeckungssatz . urp.q urn.q 
MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. FINANZLAGE 

Der Bedeckungssatz hat sich von 268,5 % im Vorjahr auf 260,5 % im Jahr 2010 
vermindert. Das ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Solvabilittsanforderung 
zurckzufhren. 

Analyse 
der 
Konzern-Kapitalflussrechnung 


Der Zahlungsmittelfluss von Munich Re ist stark geprgt von unserem Geschft als 
Erst- und Rckversicherer: Wir erhalten in der Regel zuerst die Beitrge fr die Risiko-
bernahme und leisten erst spter Zahlungen im Schadenfall. Die Kapitalflussrech-
nung von Versicherungsunternehmen ist daher begrenzt aussagekrftig. In der Kapital-
flussrechnung werden Wechselkurse.ekte sowie Einflsse aus Vernderungen des 
Konsolidierungskreises eliminiert. 

 

Vorjahreswerte angepasst aufgrund IAS 7, siehe Abschnitt nderung der Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden. 

Konzern-Kapitalflussrechnung 
@A>A Vorjahr> Vernderung 
Mio^`l Mio^`l . 
Mittelfluss aus laufender Geschftsttigkeit n^ngr n^rqs u.o 
Mittelfluss aus Investitionsttigkeit m^rvr q^urg sr.u 
Mittelfluss aus Finanzierungsttigkeit o^gns u^rnp sn.s 
Vernderung des Zahlungsmittelbestands @II F>> 
In der Konzern-Kapitalflussrechnung wird das Konzernergebnis von 2.430 Millionen  
auf den Mittelzufluss aus laufender Geschftsttigkeit bergeleitet. Das Konzern-
ergebnis wird um den Anstieg der versicherungstechnischen Rckstellungen in Hhe 
von 7.141 Millionen  korrigiert. In der Rckversicherung nahmen die Deckungsrck-
stellungen, unter anderem durch Neugeschft, zu. Die Deckungsrckstellungen in der 
Erstversicherung erhhten sich ebenfalls, da bei den auslndischen Gesellschaften der 
Bestand aufgebaut und Neugeschft gezeichnet wurde. Die versicherungstechnischen 
Rckstellungen im Bereich der Lebensversicherung, soweit das Anlagerisiko von den 
Versicherungsnehmern getragen wird (fondsgebundene Lebensversicherung), stiegen 
aufgrund der erfreulichen Bestandsentwicklung. Der  zur Bereinigung des Konzernge-
winns vom Mittelfluss abzuziehende  positive Saldo aus den Gewinnen und Verlusten 
durch den Abgang von Kapitalanlagen stammt im Wesentlichen aus dem Verkauf 
jederzeit veruerbarer Wertpapiere. 

Die Auszahlungen fr den Erwerb von Kapitalanlagen bestimmten den Mittelabfluss 
aus Investitionsttigkeit. Sie berstiegen die Einzahlungen aus dem Verkauf oder der 
Endflligkeit von Kapitalanlagen um 7.042 Millionen . Im November 2010 erwarb 
Munich Re ber ihr Tochterunternehmen EUROPISCHE Reiseversicherung AG (ERV), 
Mnchen, weitere Anteile von 75,0 % bzw. 70,1 % an den bisher nach der Equity-Methode 
bilanzierten Tochterunternehmen CJSIC European Travel Insurance, Moskau, sowie 
Geschlossene Aktiengesellschaft Europische Reiseversicherung, Kiew, zum Kaufpreis 
von 3,4 Millionen . Den Kaufpreis verrechneten wir in der Kapitalflussrechnung mit dem 
Zahlungsmittelbestand von 1,1 Millionen . 

Der Mittelabfluss aus Finanzierungsttigkeit stammt im Wesentlichen aus dem 
Erwerb eigener Anteile in Hhe von 1.268 Millionen  sowie der Dividendenzahlung 
2010 von 1.076 Millionen . 

Insgesamt verringerte sich im Berichtsjahr der Zahlungsmittelbestand, der die lau-
fenden Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und den Kassenbestand umfasst, um 
182 Millionen  (inklusive Whrungseinflssen) auf 2.900 Millionen . 

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KONZERNLAGEBERICHT 
.. WEITERE ERFOLGSFAKTOREN 

Weitere Erfolgsfaktoren 

Finanzkraft und Risikowissen 
kommen Kunden zugute 

ERGO richtet sich konsequent 
an den Bedrfnissen der 
Kunden aus 

// Munich Re erste Adresse fr alle Risikofragen unserer Kunden 

// Kontinuierliche Entwicklung innovativer Deckungskonzepte fr neue und 
komplexe Risiken 

// Unternehmerische Verantwortung fr unsere Mitarbeiter, die Gesellschaft 
und die Umwelt 

Kunden 
und 
Kundenbeziehungen 

Munich Re hat in der Erst- und Rckversicherung unterschiedlich strukturierte Kun-
denstmme: So arbeitet die Rckversicherung weltweit mit mehr als 4.000 Firmen-
kunden aus ber 160 Lndern zusammen. Unsere Erstversicherer im ERGO Teilkon-
zern betreuen rund 40 Millionen berwiegend private Kunden in mehr als 30 Lndern 
Europas und Asiens. Das Geschftsfeld Munich Health hat mehr als sechs Millionen 
Erstversicherungskunden und 400 Kunden in der Rckversicherung. 

Rckversicherung 

Als Rckversicherer setzen wir unser umfassendes Risikowissen ein, um fr unsere 
Kunden individuelle Lsungen bei vielschichtigen Fragestellungen zu entwickeln. 
Daher bieten wir unseren Zedenten die gesamte Bandbreite versicherungstechnischer 
Produkte an. Wir nehmen immer wieder eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von 
Deckungskonzepten ein, etwa beim neuen Konzept fr lbohrungen auf hoher See. 
Auch bieten wir unseren Kunden Beratungs- und Service-Dienstleistungen rund um 
das Thema Risiko an. Unser Clientmanagement stellt sicher, dass wir unseren Kun-
den optimale Lsungen anbieten und die Zusammenarbeit ausbauen. 

Mit Niederlassungen und Tochtergesellschaften in aller Welt finden unsere Kunden 
uns dort, wo sie uns brauchen. 

Erstversicherung 

In der Erstversicherung betreuen wir Privatkunden wie gewerbliche und industrielle 
Kunden; die privaten Kunden stellen das Gros. Ihnen bietet ERGO Produkte und 
Dienstleistungen fr Altersvorsorge und Vermgensbildung, Gesundheits-, Rechts- 
und Reiseschutz an. Dank der Vielfalt unserer Vertriebswege knnen alle Kunden 
whlen, wie sie uns ansprechen wollen: ber einen der rund 20.000 selbststndigen 
hauptberuflichen Vermittler, ber Makler, im Internet, am Telefon im Direktvertrieb 
und ber verschiedene Vertriebspartner. 

Seit Sommer 2010 vertreibt die ERGO Versicherungsgruppe Lebens- sowie Schaden- 
und Unfallversicherungen in ihrem Heimatmarkt Deutschland unter dem eigenen 
Namen. ERGO hat ein klares Versprechen an ihre Kunden: Versichern heit verstehen 
steht fr das Ziel, sich direkt an den Bedrfnissen der Kunden auszurichten. Dies 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. WEITERE ERFOLGSFAKTOREN 

umfasst eine bedarfsgerechte Beratung genauso wie eine klare und verstndliche 
Kommunikation, innovative Serviceleistungen und die schnelle Untersttzung im 
Schadenfall. 

Munich Health 

Munich Re bndelt ihre globale Gesundheitsexpertise in der Erst- und Rckversiche-
rung und im Gesundheitsmanagement unter der Marke Munich Health. Unter diesem 
Dach entwickeln wir integrierte, intelligente Lsungen, die individuell auf die Bedrf-
nisse der Kunden in den jeweiligen Mrkten zugeschnitten sind, und heben so 
Geschftspotenzial. 

Mit dem integrierten Fokus auf Risikotragung und Risikomanagement liefert Munich 
Health individuelle, nachhaltige Lsungen fr den Gesundheitsmarkt. Durch eine ein-
zigartige Kombination von Ressourcen scha.en wir die Grundlage fr den Erfolg und 
die Sicherheit unserer Kunden im jeweiligen Markt. 

Assetmanagement 

Die MEAG ist in Europa, Asien und Nordamerika prsent und managt zentral alle wich-
tigen Assetklassen wie Renten, Aktien und Immobilien. Ihre Anlageexperten verfolgen 
einen stringenten und risikokontrollierten Investmentansatz mit dem Ziel, eine lang-
fristig berdurchschnittliche Performance zu erwirtschaften. Grundlagen sind die enge 
und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mandanten in der Gruppe und anderen 
institutionellen Anlegern, guter Service fr Privatanleger sowie die langjhrige Erfah-
rung von MEAG im Umgang mit Kapitalanlagerisiken. Die Finanzkrise hat gezeigt, 
dass nach der schwierigen Marktphase 2002/2003 die Weichen fr nachhaltig posi-
tive Anlageergebnisse richtig gestellt worden sind. 

Forschung 
und 
Entwicklung 

Umfassendes Risikoverstndnis ist die Grundlage unseres Geschfts. Daher untersu-
chen wir bekannte Risiken fortlaufend auf Vernderungen bei Struktur und Eintritts-
wahrscheinlichkeit. Wir konzentrieren uns darauf, neue Risiken frhzeitig zu erkennen 
und Lsungen fr bekannte, aber bisher nicht versicherbare Risiken anzubieten. 

Rckversicherung 

Auch die klassische Deckung von Sach- und Haftpflichtrisiken bietet immer wieder 
Innovationsmglichkeiten. Munich Re hat eine Versicherungslsung fr lfirmen ent-
wickelt, die diese gegen Haftpflichtrisiken aus lkatastrophen bei Bohrungen im Meer 
absichert. Weiterhin bieten Klimawandel und der erforderliche Ausbau der erneuer-
baren Energien Innovationsmglichkeiten. Beispielsweise haben wir eine Versiche-
rungslsung entwickelt, welche die Leistungsgarantie der Hersteller von Solarmodulen 
versichert und damit ein wichtiger Meilenstein fr die Finanzierung von Photovoltaik-
Projekten ist. 

Auerdem arbeiten wir in den unterschiedlichsten Lndern eng mit Regierungen und 
spezialisierten Erstversicherern zusammen, um beispielsweise Katastrophenfonds 
fr den Agrarsektor zu realisieren. Die Landwirtschaft wird gegen extreme Wetter-
ereignisse  Strme, Trockenheit, berflutung, Sptfrste etc.  abgesichert. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. WEITERE ERFOLGSFAKTOREN 

Erstversicherung 

In der Erstversicherung liegt unser Schwerpunkt darauf, die demografische Entwick-
lung zu analysieren und zu prognostizieren. Danach richten sich wichtige Parameter, 
mit denen wir die Vertragslaufzeiten berechnen und unsere Produkte gestalten. Ferner 
wirkt sich der demografische Wandel auf die sozialen Sicherungssysteme aus und 
beeinflusst den Bedarf unserer Kunden an eigenverantwortlicher Vorsorge. 

Der Gesundheitsversicherer von ERGO, die DKV, untersucht in Kooperation mit Hoch-
schulen den Zusammenhang zwischen Gesundheitsverhalten und -risiken. Der reprsen-
tative DKV-Report Wie gesund lebt Deutschland?, der in Zusammenarbeit mit der 
Deutschen Sporthochschule Kln erstellt wurde, lieferte 2010 erstmals eine umfassende 
Analyse des Gesundheitsverhaltens in Deutschland. 

Munich Health 

In diesem Geschftsfeld sind die langjhrige Erfahrung und Expertise fr Krankenrck-
versicherung, Krankenerstversicherung und Risikomanagement Services gebndelt. 
Fr die Analyse von Gesundheitsrisiken bietet Munich Health heute ihren Kunden Tools 
zur standardisierten medizinischen Risikobewertung an. Die Experten von Munich 
Health arbeiten kontinuierlich an dem weiteren Ausbau der Analysefhigkeit mithilfe von 
Prognoseverfahren. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor fr Munich Health und ihre Kunden 
ist die Erhhung der Prozesse.izienz interner Ablufe. Neue Automatisierungsmglich-
keiten und Prfalgorithmen, zum Beispiel in der Datenbermittlung von Schadenmel-
dungen sowie in der Schadenbearbeitung, knnen Abrechnungsfehler und Missbrauchs-
flle frhzeitig aufdecken und tragen zur Reduzierung von medizinischen und operativen 
Kosten bei. 

Mitarbeiter 

Das Geschftsjahr war im Konzern mehr denn je von unternehmensbergreifenden 
Initiativen geprgt. Bei dem Markenumbau in der Erstversicherung ist es gelungen, bei 
den Mitarbeitern die notwendige Aufbruchsstimmung fr einen erfolgreichen Start der 
neuen Marke zu erzeugen. In der Rckversicherung fhrten wir unseren Performance- 
und Talent-Management-Prozess erstmals global nach einheitlichen Kriterien durch. 
Damit schufen wir einen Handlungsrahmen, der es uns ermglicht, unsere Leistungs-
trger und Talente weltweit in einheitlichen und nachvollziehbaren Verfahren zu beur-
teilen, zu frdern und flexibel in der Gruppe einzusetzen. 

Die Verfgbarkeit von kompetenten, leistungsbereiten Mitarbeitern und hochkartigen 
Talenten bleibt ein entscheidendes Merkmal fr erfolgreiche Personalarbeit. Die opti-
male Nutzung der vielfltigen Qualifikationen, der unterschiedlichen Denkweisen, kul-
turellen und gesellschaftlichen Hintergrnde sowie der individuellen Qualitten unse-
rer Mitarbeiter ist fr uns ein konomischer Erfolgsfaktor. Einheit durch Vielfalt ist 
unsere Philosophie  die Wertschtzung und Frderung von Unterschiedlichkeit und 
Individualitt der Mitarbeiter stellen dabei einen zentralen Wert in unserer Unterneh-
menskultur dar. Ein konzernweites Projekt zum Thema Diversity Management wird uns 
hier neue Wege aufzeigen. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. WEITERE ERFOLGSFAKTOREN 

Mitarbeiter nach Regionen 

Rckversicherung 

Gesamt. oo^gmp aoo^gpvb 

>KC \>KC]^ Afrika. Naher 
und Mittlerer Osten 


IKB \IK_]^ Asien und 
Australasien 


BK@ \BKF]^ briges Europa 

=@KB \=@K@]^ Deutschland JAKA \JAKJ]^ Nordamerika 

>K@ \>K@]^ Lateinamerika 
Erstversicherung 

Gesamt. gp^nnm ago^osqb 
AK> \AKA]^ Nordamerika 

@K= \@K>]^ Asien und Australasien 

==K> \=@K=]^ briges Europa 
_IKJ \_JK_]^ Deutschland 


Munich Health 

Gesamt. g^nvv as^ppm) 
AKF \AK_]^ Asien und Australasien 


@KB \@K_]^ Deutschland 
JKI \JKJ]^ Afrika. Naher 
und Mittlerer Osten 
=AK> \=AK_]^ Nordamerika 
_AKB \_AKF]^ briges Europa 


ber 90 % der 759 (788) Mitarbeiter im Assetmanagement sind in Deutschland ttig. 

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.. WEITERE ERFOLGSFAKTOREN 

Unternehmenszugehrigkeit bei wesentlichen Gruppenunternehmen in Deutschland 
Mnchener Rck AG ERGO MEAG 
. @A>A Vorjahr @A>A Vorjahr @A>A Vorjahr 
Bis zu einem Jahr s.u m.n g.u o.r q.o s.n 
Mehr als ein und bis zu fnf Jahren up.r om.u v.m v.r gr.q gn.o 
Mehr als fnf und bis zu zehn Jahren un.m uv.q om.p up.g gp.n gn.u 
Mehr als zehn und bis zu up Jahren uv.o um.o so.g so.p ug.g oq.p 
Mehr als up Jahre om.s on.s un.n um.q s.g g.v 
Frauenquote bei wesentlichen Gruppenunternehmen in Deutschland 

Mnchener Rck AG 
ERGO 
MEAG 
upop uppv 
p. op. up. gp. 
gv.p. 
sp.p. 
sp. 
sm.u. 
sm.n. 
qo.v. 
qu.u. 
qp. rp. 
Frauenanteil in Fhrungspositionen bei wesentlichen Gruppenunternehmen in Deutschland 
Mnchener Rck AG 
ERGO 
MEAG 
upop uppv 
p. 
ou.p. 
op.n. 
op. 
up.r. 
ov.v. 
up. 
ug.s. 
ug.u. 
gp. 
Fluktuationsquote bei wesentlichen Gruppenunternehmen in Deutschland 
Mnchener Rck AG 
ERGO 
MEAG 
upop uppv 
p. o. u. 
u.v. 
g.o. 
g. s. q. r. 
m.u. 
m. 
n.p. 
n. v. 
v.v. 
v.r. 
op. 
Ausbildungsquote aDeutschlandb 
Konzern 
upop uppv 
p. o. u. g. s. q. 
q.n. 
q.m. 
r. m. 

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KONZERNLAGEBERICHT 

.. WEITERE ERFOLGSFAKTOREN 

Weiterbildungsinvestitionen bei wesentlichen Gruppenunternehmen in Deutschland 
Mnchener Rck AG ERGO MEAG 
@A>A Vorjahr @A>A Vorjahr @A>A Vorjahr 
Gesamt Tsd^`l op^uur n^vgv or^qnn uo^vnq nus vgr 
Aufwendungen pro Mitarbeiter l u^rvs u^sru ngg o^gvr o^pmq o^onp 
Der Rckgang der Weiterbildungsinvestitionen bei ERGO liegt darin begrndet, dass 
im Rahmen des Projekts Neue ERGO sowohl Veranstaltungen mit groer Teilnehmer-
zahl als auch Manahmen ohne externe Untersttzung, also kostengnstig, durchge-
fhrt werden konnten. 

Rckversicherung 

In unserer Vergtungsstruktur ergnzen sich aufeinander abgestimmte Komponenten 
zu einem Gesamtpaket, das unseren Anspruch an eine leistungsorientierte und wert-
schtzende Unternehmenskultur unterstreicht. So wurde zum Beispiel bei der Mn-
chener Rck AG in Mnchen 2010 aufgrund des erfolgreichen Geschftsjahres 2009 
erstmals der Company-Result-Bonus ausgezahlt. Mit diesem neuen Vergtungsbau-
stein beteiligen wir alle Mitarbeiter am Unternehmenserfolg. Bei der Verteilung der 
Bonuszahlung bercksichtigen wir die individuelle Leistung und zeigen den Mitarbei-
tern damit, dass sich Leistung lohnt. 

Unser Geschftserfolg basiert auf exzellentem Wissen und der marktorientierten 
Umsetzung. Initiativen, die Qualifizierung und fachliche Entwicklung frdern, standen 
daher auch 2010 im Mittelpunkt. Unser internationales Traineeprogramm stockten wir 
im Jahr 2010 um zehn auf insgesamt 30 Stellen auf  eine Investition in unseren Nach-
wuchs. Die Fachlaufbahn bei Munich Re wurde weiter gestrkt: Herausragende Exper-
ten in geschftsrelevanten Fachgebieten knnen sich jetzt bis in den Management-
bereich entwickeln. Passende Talent-Management-Manahmen begleiten sie. Damit 
haben wir einen zustzlichen Baustein zur Gleichwertigkeit von Fach- und Fhrungs-
laufbahn realisiert. 

Gem unserer global ausgerichteten Personalstrategie fhren wir gezielt Manah-
men durch, welche die Bereitschaft zur internationalen beruflichen Beweglichkeit und 
Entwicklung frdern. Ein neues Programm bereitet Mitarbeiter aus der Internationalen 
Organisation auf die bernahme von ersten Fhrungspositionen auerhalb ihres 
Heimatlands vor. Eine hohe Qualitt der Mitarbeiterfhrung ist uns ein zentrales An -
liegen. Die erneute internationale Befragung zum Fhrungsverhalten besttigte das 
positive Ergebnis des Vorjahres. Gleichzeitig fhrten wir die Befragung zur Mitarbeiter- 
zufriedenheit erstmals weltweit durch und erhoben den Engagement-Index  auch im 
Gesamtwert (national und international) mit gutem Resultat. 

Erstversicherung 

Das Projekt Neue ERGO setzte unsere Markenstrategie um. Diesen Prozess unter-
sttzten wir mit einem umfassenden Change-Management-Programm, in das wir die 
Mitarbeiter aktiv einbezogen. Auf diese Weise erreichten wir eine hohe Akzeptanz der 
Vernderungen in der Belegschaft. Aus dem Unternehmensleitbild, das im Projekt ent-
wickelt wurde, leiteten wir ein Mitarbeiterversprechen ab, das eine wichtige Plattform 
fr unsere Personalarbeit in den nchsten Jahren bildet. 

Der 2009 eingeleitete Personalabbau, den das Projekt Kontinuierliche Verbesserung 
der Wettbewerbsposition erforderte, konnten wir planmig und ohne betriebsbe-
dingte Kndigungen abschlieen. 

MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 

.. WEITERE ERFOLGSFAKTOREN 

Munich Health 

Die qualitativen Manahmen unseres Personalmanagements gelten auch fr die Mit-
arbeiter von Munich Health. Gleichzeitig arbeitet das Management weiter daran, alle 
Experten und Geschftsmodelle unter der Dachmarke von Munich Health zu integrie-
ren und unsere Fachkompetenz auf dem internationalen Gesundheitsmarkt weiter 
auszubauen. 

Assetmanagement 

Die MEAG setzt in der Personalarbeit unverndert auf fachliche und persnliche Weiter-
entwicklung ihrer Mitarbeiter. Fr Fhrungskrfte, die erstmals Fhrungsverantwortung 
bernehmen, wurde ein Frderprogramm etabliert, das ihnen Schlsselkompetenzen fr 
eine erfolgreiche Fhrungsarbeit vermittelt. 

Corporate 
Responsibility 


Das Geschftsumfeld von Munich Re wandelt sich stndig und bietet laufend neue 
Chancen und Risiken. Prgende Rahmenbedingungen wie der Klimawandel, der technologische 
Fortschritt, die globalisierten Finanzmrkte sowie der demografische Wandel 
stellen wesentliche Herausforderungen dar. Vorausschauendes und verantwortungsbewusstes 
Handeln in allen Unternehmensbereichen ist daher fester Bestandteil 
unseres Geschftsmodells. Dieses Selbstverstndnis haben wir in unserer CorporateResponsibility-
Strategie beschrieben. Sie wurde mit dem Beitritt von Munich Re zum 
Global Compact der Vereinten Nationen im Jahr 2007 untermauert. 


In Erst- und Rckversicherung entwickeln wir neuartige Lsungen wie besondere 
Deckungskonzepte fr erneuerbare Energien, Tarife fr klimafreundliche Fahrzeuge 
oder die Beratung fr ganzheitliche Gesundheitsprogramme. Als global handelnder 
Risikotrger bieten wir auch Mikroversicherungen an, die auf die finanzielle Situation 
und die Lebensumstnde benachteiligter Bevlkerungsteile zugeschnitten sind. International 
engagieren wir uns unter dem Dach des Umweltprogramms der Vereinten 
Nationen (UNEP FI) und arbeiten zusammen mit einer Gruppe groer internationaler 
Finanzunternehmen an den Principles for Sustainable Insurance (PSI). Ein weiteres 
Beispiel ist die Industrieinitiative der Dii GmbH, die Munich Re 2009 gemeinsam mit 
der Desertec Foundation und anderen internationalen Unternehmen ins Leben rief. 
Erklrtes Ziel ist, die technischen, konomischen und politischen Voraussetzungen zur 
kohlendioxidfreien Energieerzeugung in den Wsten Nordafrikas sowie des Nahen und 
Mittleren Ostens zu entwickeln. 


Die gleichen Prmissen zur Unternehmensverantwortung gelten fr die Kapitalanlage, 
in der unsere Assetmanagementgesellschaft MEAG weltweit bedeutende Anlagesummen 
verwaltet. Als erstes deutsches Unternehmen unterzeichneten wir deshalb im 
Jahr 2006 die Principles for Responsible Investment (PRI) der Vereinten Nationen. 
Zudem ist in den seit 2005 konzernweit geltenden verbindlichen General Investment 
Guidelines (GIG) festgelegt, dass mindestens 80 % der konzernweiten Investitionen in 
Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen nachhaltigen Kriterien entsprechen sollen. 
Des Weiteren investiert Munich Re gezielt in erneuerbare Energien und neue Technologien. 
Mitte 2010 fiel der Startschuss fr das Investmentprogramm RENT (Renewable 
Energy and New Technologies). Auch bei Neubauprojekten und Immobilien-Akquisitionen 
legen wir groen Wert auf hohe nachhaltige Standards. 


In den eigenen Betriebssttten konzentrieren wir unsere Aktivitten auf die Reduktion 
unserer Treibhausgasemissionen: 
// Wir verringern Reisen, Strom- und Wrmeverbrauch sowie Abfall. 
// Wir gehen schonend mit den Ressourcen Wasser und Papier um. 
// Wir ersetzen zunehmend herkmmliche Energien durch erneuerbare Energien. 


MUNICH RE KONZERNGESCHFTSBERICHT 2010 


KONZERNLAGEBERICHT 
.. WEITERE ERFOLGSFAKTOREN 

Ein Fnftel unserer Mitarbeiter im Konzern arbeitet an Betriebssttten, die nach dem 
internationalen Umweltmanagement-Standard ISO 14001 zertifiziert sind. 2009 haben 
wir den Standort Mnchen klimaneutral gestellt. Erklrtes Ziel ist, bis 2012 die 
gesamte Rckversicherung klimaneutral zu stellen. 

Corporate Responsibility bedeutet fr uns auch, Verantwortung fr die Gemeinschaft 
zu bernehmen, in der wir leben und arbeiten. Neben der gezielten Frderung von 
Bildung und Wissenschaft untersttzt Munich Re ausgewhlte kulturelle und soziale 
Projekte. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Aktivitten ist der Bereich Gesundheit, 
zum Beispiel im Rahmen von verschiedenen Prventionsprojekten von ERGO. Ergnzt 
wird das Engagement von Munich Re durch Stiftungen, die einen mageblichen Bei-
trag zur nachhaltigen Entwicklung leisten. 

Unsere Aktie ist in den angesehendsten Nachhaltigkeitsindizes wie dem Dow Jones 
Sustainability Index (DJSI) und dem FTSE4Good Index gelistet. Beide Notierungen 
wurden im Herbst 2010 erfolgreich besttigt. Fragestellungen rund um Corporate 
Responsibility spielen in der Kommunikation mit unseren Aktionren eine zunehmend 
wichtige Rolle. 

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